Open-Xchange

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OX App Suite
Basisdaten

Entwickler Open-Xchange AG
Aktuelle Version 7.10[1]
(4. Juli 2018)
Betriebssystem CentOS, Debian, Red Hat Enterprise Linux, SUSE Linux Enterprise Server [2]
Kategorie Web-Desktop
Lizenz Backend GPL Version 2, Frontend Creative Commons
deutschsprachig ja
Open-Xchange.com

Open-Xchange ist eine Software der Open-Xchange AG[3], eines deutschen Unternehmens, das an den Standorten Olpe, Hamburg und Nürnberg entwickelt und mit Büros in San Jose, USA, sowie Paris, Madrid, Turin, Helsinki und Den Haag vertreten ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von Rafael Laguna gegründete Firma begann 1996 in Olpe[4] mit der Entwicklung Linux-basierter E-Mail- und Groupware-Lösungen für Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen, die als Alternativen zu Microsoft Exchange positioniert wurden; namentlich Open-Xchange Server, davor SUSE Linux Openexchange Server (SLOX, eine OEM-Version für die SuSE Linux AG, 2002–2005).

2006 beauftragte 1&1 die Open-Xchange-AG mit der Entwicklung einer hochskalierbaren E-Mail- und Kollaborations-Lösung für sogenannte Software as a Service-Angebote (SaaS) in gehosteten Umgebungen. Das Resultat, die Open-Xchange Hosting Edition, ist seit 2007 weltweit bei rund 80 Service-Providern im Einsatz und wird mit Produktnamen der Service-Provider wie 1&1 MailXchange[5], STRATO Mail, NetCologne ComCenter und Hostpoint Open-Xchange vermarktet. Als Open-Xchange Server Edition wird dieselbe Software von Unternehmen auf eigener Hardware betrieben.

Im April 2013 stellte Open-Xchange mit OX App Suite eine umfassende Software-Lösung für einen Browser-basierten Desktop vor. Service-Provider und Unternehmen können durch ein einfaches Update von Open-Xchange Hosting Edition und Open-Xchange Server Edition umsteigen. In Deutschland ist OX App Suite u. a. bei dem Berliner Provider Mailbox.org[6] als Service erhältlich.

Im März 2015 gab Open-Xchange den Zusammenschluss mit Dovecot und PowerDNS bekannt. Damit könne man auch großen E-Mail-Providern einen kompletten Applikationsstack aus einer Hand anbieten.[7]

Im Jahr 2018 hatte die Open-Xchange AG 220 Mitarbeiter.[8]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

OX App Suite ist eine Kollaborationssoftware mit integrierten Apps für die Bearbeitung von E-Mails, Kontakten und Terminen, die um Informationen und Adressen aus sozialen Netzwerken wie Facebook, LinkedIn, XING und Twitter ergänzt werden können. Auch Bilder, Audio-, Video- und Office-Dateien können mit OX App Suite genutzt und verwaltet werden.

Für OX App Suite hat Open-Xchange mit HTML5 und JavaScript eine web-basierte Benutzeroberfläche entwickelt. Anwender können OX App Suite sofort und mit jedem Endgerät nutzen, das einen Browser hat, ohne dazu Lizenzen kaufen oder Software installieren zu müssen. Bei Verlust oder Defekt eines Gerätes sind alle Dateien zentral gesichert. Dank “Responsive Design” passt sich OX App Suite automatisch an die unterschiedlichen Display-Größen von PC, Laptop, Tablet und Smartphone an, was auf jedem Gerät eine bestmögliche Benutzbarkeit garantiert. Und durch konsequente Nutzung des “Local Storage” aktueller Browser steht OX App Suite der Performance traditioneller Client-Server-Software nicht nach.

Im März 2012 konnte Open-Xchange zahlreiche Entwickler des ehemaligen OpenOffice-Teams in Hamburg für die Entwicklung einer eigenen Cloud-basierten Office-Software namens OX Documents gewinnen.[9] Im Gegensatz zu Google Docs und Microsoft Office 365 zwingt OX Documents dem Anwender nicht die Verwendung eines eigenen Dateiformates auf. Mit OX Documents lassen sich Microsoft Office- und OpenDocument-Dateien direkt im Browser lesen und editieren, ohne dass diese konvertiert werden. Da OX Documents nur die Änderungen und nicht das gesamte Dokument speichert, bleiben Formatierungen und Layout des ursprünglichen Dokumentes vollständig erhalten. Diese Innovation ist die Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit Anwendern, die weiterhin ihre jeweilige Desktop-Office-Software verwenden wollen.

Im Februar 2014 wurde OX App Suite um OX Drive[10] erweitert, eine App zum Verwalten und Teilen von Dokumenten, Bildern, Photos und Filmen. Zudem übernimmt OX Drive die Synchronisierung von Ordnern und Dateien auf Geräten mit Windows 7/8, Mac OS X, Android und iOS.

Im September 2014 veröffentlicht das Unternehmen mit OX Guard[11] eine Verschlüsselung für OX App Suite, die ohne Installation auskommt, einfach zu bedienen ist und den verschlüsselten Austausch von E-Mails und Dateien auch mit Anwendern unterstützt, die keinen OX App Suite-Account besitzen. Ab Sommer 2015 soll OX Guard auch PGP unterstützen.[12]

Für Dezember 2014 hat der Software-Hersteller OX Messenger[13] angekündigt, der den Web-Desktop OX App Suite um Chat, VoIP- und Video-Telefonie erweitert. OX Messenger basiert auf dem offenen Standard WebRTC (Web Real-Time Communication), welcher die Peer-to-Peer-Übertragung von Text-, Sprach- und Videoinhalten zwischen Webbrowsern in Echtzeit ermöglicht. OX Messenger ist komplett in OX App Suite integriert und kann ohne zusätzliche Plugins mit dem Browser auf PCs und Laptops genutzt werden. Für Tablets und Smartphones werden zusätzliche Apps zur Verfügung stehen.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

OX App Suite besteht aus einem Java-basierten Backend, einem Frontend auf Basis von HTML5 und JavaScript und zahlreichen externen Komponenten.

Das Backend ist modular erweiterbar und basiert auf OSGi. Jedes Modul, bestehend aus mehreren Bundles, bietet verschiedene APIs, von Interfaces auf Java-Ebene bis zu einer RESTful HTTP-API sowie speziellen Interfaces für bestimmte Anwendungen, beispielsweise CalDAV für Kalenderfunktionen. Die Middleware basiert auf OpenJDK, MySQL und Linux, Open-Source-Komponenten.[2] Das Backend funktioniert als Einzelinstanz oder als Cluster. Im Gegensatz zu einigen Mitbewerbern enthält das Backend keinen eigenen Mailserver, sondern bettet existierende Systeme ein, was Migrationen erleichtert und als Wettbewerbsvorteil gilt. Von Haus aus wird Dovecot benutzt.

Das Frontend ist eine Webseite auf HTML5-Basis und verwendet JavaScript für asynchrone Anfragen. Es benutzt JQuery, underscore.js und ein auf require.js basiertes System, um erweiterbar zu sein.

Benutzer können alternativ auch andere Clients wie Mozilla Thunderbird oder Microsoft Outlook verwenden, um Teile der Funktionalität von OX App Suite zu nutzen. Gleiches gilt für Mobilgeräte.

Verfügbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Benutzeroberfläche und den Funktionsumfang von OX App Suite kennenzulernen, bietet Open-Xchange eine Online-Demo[14] an. Darüber hinaus steht eine im Funktionsumfang eingeschränkte OX-Community-Edition zum Test oder Einsatz ohne Maintenance und Support als Download[15] zur Verfügung. Wer noch kein eigenes Linux-System hat, kann Univention Corporate Server auch samt OX App Suite als ISO- oder VM-Image herunterladen[16]. Die OX App Suite steht dann direkt im Univention App Center zur Installation zur Verfügung. Für Komponenten mit 3rd-Party-Lizenzen wie den Connector for Microsoft Outlook und den Connector for Business Mobility (ActiveSync) ist der Kauf eines Lizenzschlüssels erforderlich.

Lizenzrechte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

OX Community Edition-Backend steht unter der GNU General Public License in der Version 2 (GPLv2). Das Open-Xchange-Frontend steht unter der Creative Commons Lizenz CC-BY-NC-SA (Attribution, Non Commercial, Share Alike). Diese Lizenzierung erlaubt die freie Verwendung auch in einer kommerziellen Umgebung und schränkt lediglich das Anbieten von gehosteten Angeboten ein (durch den Baustein Non Commercial in der Creative-Commons-Lizenz auf dem Frontend). Aufgrund dieser Einschränkung ist OX Community Edition nicht frei im Sinne der Free Software Foundation.

Funktionsübersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Portal
  • Termine
  • Kontakte
  • Aufgaben
  • Dokumentenverwaltung
  • WebMail
  • OX Text (Bearbeitung von .docx- und .odt-Dateien im Browser)
  • OX Spreadsheet (Bearbeitung von .xlsx-Dateien im Browser)
  • UWA Widgets
  • WebDAV-Schnittstelle
  • Java-API

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Open-Xchange releases new major versions of OX App Suite, OX Documents and OX Guard. 4. Juli 2018.
  2. a b AppSuite:OX System Requirements. In: Oxpedia. OX Software GmbH, abgerufen am 8. Juli 2018.
  3. Internetauftritt Open-Xchange AG
  4. Jonas Jansen: Mit offener Software gegen den globalen Überwachungsstaat. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19. März 2018, S. 22
  5. 1&1 MailXchange
  6. Mailbox.org
  7. heise.de: E-Mail/Groupware-Merger: Open-Xchange mit Dovecot
  8. Jonas Jansen: Mit offener Software gegen den globalen Überwachungsstaat. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19. März 2018, S. 22
  9. Flexible Arbeitsformen: "Ein Umzug stand nie zur Diskussion", DIE ZEIT, 3. Februar 2014
  10. Open-Xchange erweitert AppSuite um Cloud-Storage
  11. Open-Xchange stellt OX-Modul für sichere E-Mail vor
  12. Changing of the Guard
  13. Open-Xchange: Web-Desktop OX App Suite mit Chat, VoIP und Video-Telefonie
  14. Online-Demo von OX App Suite
  15. OX App Suite Download and Install
  16. Univention Corporate Server, Download und Support