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Sabine Nuss

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Sabine Nuss, 2023

Sabine Nuss (* 1967 im Schwarzwald) ist eine deutsche Politikwissenschaftlerin und Journalistin. Von 2017 bis 2023 war sie die Geschäftsführerin des Karl Dietz Verlages Berlin.

Nuss stammt aus einem nicht-akademischen Elternhaus[1.1] und wurde katholisch sozialisiert.[1.2] Nach eigenen Angaben wurde sie zwei Mal der Schule verwiesen und absolvierte in den Jahren 1986 bis 1989 eine Ausbildung zur Bürokauffrau.[2] Von 1990 bis 1992 holte sie ihr Abitur auf dem zweiten Bildungsweg und wandte sich danach dem Journalismus zu. Auf Anraten von Jan Fleischhauer absolvierte sie 1992 ein Praktikum bei der Bild in Halle[1.3], besuchte von 1993 bis 1995 die Axel Springer Journalistenschule und arbeitete im Zuge dessen am Standort Warschau, bei RTL in Köln, Die Welt, Journal für die Frau in Hamburg und Bild in Leipzig. Von 1995 bis 1999 studierte sie Politikwissenschaft am Berliner Otto-Suhr-Institut. Im Jahr 2000 war sie Redaktionsassistentin und Webmaster der Zeitschrift PROKLA, seit 2023 gehört sie dem wissenschaftlichen Beirat an.[3] Von 2001 bis 2004 arbeitete sie an ihrer Promotion, die sie 2006 unter dem Titel Copyright & Copyriot. Aneignungskonflikte um geistiges Eigentum im informationellen Kapitalismus als Buch veröffentlichte. Ihr Erstgutachter war Elmar Altvater.[4] Nachdem sie einige Jahre als Dozentin im Fachbereich Deutsch als Fremdsprache an der Volkshochschule Neukölln unterrichtet hatte, war sie von 2007 bis 2010 als Referentin für Politische Ökonomie bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung tätig und leitete danach ebendort die politische Kommunikation. 2017 übernahm sie die Geschäftsführung des Karl Dietz Verlags, 2023 nahm sie dort ihren Abschied.

2024 war Nuss Lehrbeauftragte an der Universität Kassel und ist 2025 Fellow des durch die The New Institute Foundation finanzierten Centre for Social Critique der Humboldt-Universität zu Berlin.[5]

Als Journalistin schreibt sie regelmäßig für der Freitag, die OXI und die Jungle World. Für die Rosa-Luxemburg-Stiftung veröffentlicht sie seit Februar 2024 den monatlichen Wirtschaftspodcast Armutszeugnis.[6] Zu ihren Themenschwerpunkten als Autorin und Herausgeberin gehören insbesondere Fragen von Eigentum in kapitalistischen Verhältnissen.

Veröffentlichungen (Auswahl)

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  • Der verdrängte Kapitalismus. Möglichkeiten und Grenzen antifaschistischer Wirtschaftspolitik. Ein Gesprächsband von Sabine Nuss mit Andrej Holm, Stephan Kaufmann, Antonella Muzzupappa und Ingo Stützle, Dietz Verlag, Berlin 2025, ISBN 978-3-320-02433-8.
  • Wessen Freiheit, welche Gleichheit? Das Versprechen einer anderen Vergesellschaftung, Karl Dietz Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-320-02413-0.
  • gemeinsam mit Timo Daum (Hrsg.): Die unsichtbare Hand des Plans. Koordination und Kalkül im digitalen Kapitalismus, Karl Dietz Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-320-02382-9.
  • gemeinsam mit Florian Buttollo (Hrsg.): Marx und die Roboter. Vernetzte Produktion, Künstliche Intelligenz und lebendige Arbeit, Karl Dietz Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-320-02362-1.
    • englische Übersetzung: Marx and the Robots. Networked Production, AI and Human Labour. Translated by Jan-Peter Herrmann, Pluto Press 2022, ISBN 978-0-74534-43-79.
  • Keine Enteignung ist auch keine Lösung. Die große Wiederaneignung und das vergiftete Versprechen des Privateigentums, Karl Dietz Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-320-02367-6.
  • als Hrsg.: Der ganz normale Betriebsunfall. Viermal Marx zur globalen Finanzkrise, Karl Dietz Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-320-02350-8.
  • gemeinsam mit Valeria Bruschi, Antonella Muzzupappa und Ingo Stützle: PolyluxMarx. Bildungsmaterial zur Kapital-Lektüre. Erster Band, Karl Dietz Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-320-02286-0 (Als PDF zum Herunterladen).
  • Copyright & Copyriot. Aneignungskonflikte um geistiges Eigentum im informationellen Kapitalismus, Westfälisches Dampfboot, Münster 2006 (Buch als PDF zum Herunterladen).

Einzelnachweise

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  1. Tilo Jung et al.: Sabine Nuss über Vergesellschaftung und Privateigentum - Jung & Naiv: Folge 782. In: YouTube. Jung & Naiv, 30. September 2025, abgerufen am 1. Oktober 2025.
    1. 170. Minute
    2. 7. Minute
    3. 171. Minute f.
  2. Sofern nicht anders angegeben, beruhen die Angaben auf dem Lebenslauf von Sabine Nuss auf https://www.sabinenuss.de/ueber-mich/
  3. Wissenschaftlicher Beirat. In: prokla.de. Abgerufen am 22. Juni 2023.
  4. Sabine Nuss: Copyright & Copyriot. Aneignungskonflikte um geistiges Eigentum im informationellen Kapitalismus, Westfälisches Dampfboot, Münster 2006, S. 12
  5. Centre for Social Critique. Abgerufen am 4. März 2025.
  6. Armutszeugnis. Podcast. In: Rosa-Luxemburg-Stiftung. Abgerufen am 30. September 2025.