Samuel Abraham Poznański

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Samuel Abraham Poznański (geb. 1864 in Lubraniec; gest. 1921 in Warschau) war ein polnischer Reformrabbiner und Prediger an der Großen Synagoge in Warschau, ein bedeutender Orientalist und Gelehrter.

Samuel Abraham Poznański

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Poznański genoss zunächst eine traditionell-jüdische Erziehung im Elternhaus und besuchte später die höhere Realschule in Warschau. Er studierte an der Warschauer Universität und ab 1890/91 an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, später in Heidelberg, wo er 1894 promovierte.[1] 1897 erwarb er das Rabbinerdiplom und wirkte anschließend als Rabbiner in Warschau. Kurz vor seinem Tod wurde er von einem Ausschuss der Großen Synagoge zum Mitglied des Warschauer Rabbinerrats ernannt. Orthodoxe Juden wehrten sich gegen seine Ernennung und gingen sogar auf die Straße, um zu demonstrieren.

Als Wissenschaftler widmete er sich insbesondere der Erforschung des Karäismus und der jüdisch-arabischen Literatur, dem hebräischen Kalender und der hebräischen Bibliographie und publizierte vielfach auch in hebräischer Sprache, an deren Weiterentwicklung ihm lag.

Solomon Schechter (1847–1915), der bedeutende rumänische Rabbiner, Wissenschaftler und Pädagoge, der vor allem als Gründer und Präsident der Vereinigten Synagoge von Amerika, Präsident des Jüdischen Theologischen Seminars von Amerika und Architekt der amerikanischen konservativen jüdischen Bewegung bekannt ist, stand mit Poznański in brieflichem Austausch.[2]

Grabmal von Samuel Poznański auf dem jüdischen Friedhof in Warschau

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Poznański ist der Autor der folgenden Werke:

Er hat auch zahlreiche Artikel verfasst für die Monatsschrift, Stades Zeitschrift für die Alttestamentliche Wissenschaft, Ha-Goren (Berditschew), Ha-Zefira (Warschau), Revue des études juives und Jewish Quarterly Review.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Livre d'Hommage à la memoire du Dr. Samuel Poznański (1864–1921). Offert par les amis et les compagnons du travail scientifique. Harrassowitz, Warschau, Leipzig 1927 (Herausgegeben vom Komitee der Großen Synagoge in Warschau. Mit Beiträgen von M. Balban : Studien und Quellen zur Geschichte der frankistischen Bewegung in Polen, A. Marx : Der arabische Bustanai - Bericht und Nathan ha - Babli, L. Ginzberg : Die Haggada bei den Kirchenvätern, S. Krauss : Beiträge zur Geschichte der Geonim, C. Duschinski : The Yekum Purkan, P. Kokowzoff :The date of life of Nahya ibn Paqoda, S. Seeligmann : Ein Originalbrief der Vierländersynode nach Amsterdam aus 1677, D. Simonsen : Vier arabische Gutachten des R. Mose ben Maimon, u. a. Herausgegeben vom Komitee der Grossen Synagoge in Warschau, mit einem einfarbigen Portrait von Poznański.)*
  • R. Zebrowski, "Modernization or an attempt to divide the community? Battle for the appointment of a progressive rabbi in Warsaw" (abstract)
  • Henryk Kroszczor: Cmentarz Żydowski w Warszawie. Warszawa: Państwowe Wydawnictwo Naukowe, 1983, ISBN 83-01-04304-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mose B. Samuel Hakkohen Ibn Chiquitilla nebst den erhaltenen Fragmenten seiner Schriften : ein Beitrag zur Geschichte der Bibelexegese und der hebräischen Sprachwissenschaft im Mittelalter. Dissertation Heidelberg (Teildruck). Poznanski, Samuel. Berlin : Itzkowski , 1895 // Mose B. Samuel Hakkohen ibn Chiquitilla: nebst den Fragmenten seiner Schriften - ein Beitrag zur Geschichte der Bibelexegese und der hebräischen Sprachwissenschaft im Mittelalter. Poznanski, Samuel. J.C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig, 1895
  2. Solomon Schechter's Letters to Samuel Poznanski (hebr.). [Igrot Shneur Zalman Shechter el Shmuel Avraham Poznanski] Schechter, Solomon [Shneur Zalman HaCohen]; Poznanski, Samuel / Yaari, Abraham [Ed.] Bamberger & Wahrman, Jerusalem, 1943