Sandimen

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Sandimen
三地門鄉
Timur - Soaⁿtimn̂g - (Sandimen, Pingtung County).svg
Lage des Bezirks Sandimen im Landkreis Pingtung
Staat: TaiwanRepublik China (Taiwan) Taiwan
Landkreis: Pingtung
Koordinaten: 22° 49′ N, 120° 40′ OKoordinaten: 22° 48′ 36″ N, 120° 40′ 29″ O
Fläche: 196,3965 km²
 
Einwohner: 7.661 (Feb. 2018)
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner je km²
Zeitzone: UTC+8 (Chungyuan-Zeit)
Telefonvorwahl: (+886) (0)8
Postleitzahl: 901
ISO 3166-2: TW-PIF
 
Gemeindeart: Landgemeinde (鄉, Xiāng)
Webpräsenz:
Sandimen (Taiwan)
Sandimen
Sandimen

Sandimen (chinesisch 三地門鄉, Pinyin Sāndìmén Xiāng) ist eine Landgemeinde im Landkreis Pingtung in der Republik China (Taiwan).

Lage und Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sandimen liegt ganz im Norden des Landkreises Pingtung im Bereich des Taiwanischen Zentralgebirges. Die benachbarten Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn): Wutai im Westen, Majia im Süden, Neipu und Yanpu im Südwesten und Gaoshu im Westen (alle im Landkreis Pingtung), sowie Liugui und Maolin im Norden (beides Stadtteile von Kaohsiung). Die Topographie ist durch relativ schwer zugängliches, bewaldetes Bergland gekennzeichnet. Im Süden wird die Gemeinde von der Provinzstraße 24 durchquert, die die wichtigste Verkehrsader darstellt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mehrheit der Bevölkerung gehört der taiwanisch-indigenen Ethnie der Paiwan an. Eine Minderheit gehört zur Ethnie der Rukai. Die Bevölkerungsdichte ist mit etwa 40 Einwohnern pro km² für taiwanische Verhältnisse außerordentlich gering.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herkunft des Namens Sandimen ist umstritten. Nach semi-offizieller Lesart soll sich der Name aus ‘Stimor’ ableiten, was soviel wie ‘shanzhumao’, also ‘Wildschweinborste’ bedeutet habe. Nach einer anderen Ansicht hat sich der Name direkt aus der Bedeutung der drei chinesischen Schriftzeichen 三 地 門, „Drei-Regionen-Tor“ entwickelt, insofern, als Sandimen der Knotenpunkt der drei Regionen Sandimen, Wutai und Majia gewesen sei.[1]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dominierender Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft (hauptsätzlich Subsistenzwirtschaft). Mengenmäßig am Bedeutendsten sind Süßkartoffeln, Taro, Mais, Ananas, Mangos, Kolbenhirse und Tee.[2] Für den weiteren taiwanischen Markt wird Kaffee angebaut.[3] Seit 2011 gibt es Anbauversuche mit Quinoa.[4]

Gliederung Sandimens

Sandimen villages.svg

Talamakau
青葉村
Cavak
青山村
Paridrayan
大社村
Tukuvule
德文村
Tjavatjavang
達來村
Djineljepan
安坡村
Valjulu
馬兒村
Sagaran
口社村
Tjailjaking
賽嘉村
Sandi
三地村
←zu Paridrayan

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sandimen ist in folgende 10 Dörfer untergliedert (Namen in Bunun-Sprache, chinesischer Schrift und Transkription):[5]

  • Sandi (三地村), oder Timur (地磨兒)
  • Djineljepan/Anbaka (安坡村, Anpo)
  • Cavak,(沙漠), (青山村, Qingshan)
  • Valjulu (馬兒村, Mani)
  • Tjavatjavang (達來村, Dalai)
  • Sagaran (口社村, Koushe)
  • Talamakau/Aoba (青葉村, Qingye)
  • Tukuvule (德文村, Dewen)
  • Tjailjaking (賽嘉村, Saijia)
  • Paridrayan/Toa (大社村, Taishe)

Verwaltungssitz der Gemeinde ist Sandi. Zur Gemeinde gehört auch eine Exklave Rinari (禮納里) in der Nachbargemeinde Majia. Die meisten Dorfbewohner von Paridrayan (Taishe) siedelten sich nach verschiedenen Naturkatastrophen, insbesondere dem Taifun Morakot (2009), in der Exklave an und nur noch einige Dorfbewohner leben noch im ursprünglichen Dorf Paridrayan.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert sind beispielsweise der Wasserfall von Dajin (Welt-Icon),[7] Zhongshan-Park (Welt-Icon),[8] Dimoer-Park (Welt-Icon),[9] diverse Wanderwege und Natursehenswürdigkeiten, sowie die Kultur der indigenen Völker, insbesondere der Paiwan.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sandimen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Rudolph: Taiwans multi-ethnische Gesellschaft und die Bewegung der Ureinwohner: Assimilation oder kulturelle Revitalisierung? LIT Verlag, Münster 2003, ISBN 3-8258-6828-1, S. 356 (Dissertation Universität Heidelberg 2001 unter dem Titel „Assimilation und Kulturelle Revitalisierung – Ursprünge und Implikationen der Identitäts-Bewegung der taiwanesischen Ureinwohner (Yuanzhumin) 1983-1996“).
  2. 四、農 林 漁 牧 表 4-1 耕 地 面 積 („IV. Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei und Tierhaltung Tabelle 4-1 Bodenbearbeitungsgebiet“). Landkreisverwaltung Pingtung, abgerufen am 21. April 2018 (pdf, chinesisch, Seiten 154ff).
  3. Agriculture. Landkreisregierung von Pingtung, abgerufen am 2. April 2018 (englisch).
  4. Daily Quinoa - Healthy Returns to Taiwan after Success Abroad. Abgerufen am 21. April 2018 (pdf, englisch).
  5. 三地門鄉地圖 („Karte der Gemeinde Sandimen“). Abgerufen am 19. April 2018 (chinesisch).
  6. Vibrant Aboriginal Culture of Rinari Tribal Village. www.uptogo.com.tw, abgerufen am 21. April 2018 (englisch).
  7. Dajin Waterfall. Maolin National Scenic Area, abgerufen am 19. April 2018 (englisch).
  8. Zhongshan Park. Maolin National Scenic Area, abgerufen am 19. April 2018 (englisch).
  9. Dimoer Park. Maolin National Scenic Area, abgerufen am 19. April 2018 (englisch).