Kaohsiung

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Kaohsiung
高雄市
Kaohsiung attractions.jpg
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Staat: TaiwanRepublik China (Taiwan) Taiwan
Koordinaten: 22° 37′ N, 120° 18′ OKoordinaten: 22° 37′ 0″ N, 120° 18′ 0″ O
Höhe: m
Fläche: 2.946 km²
 
Einwohner: 2.778.992 (Dezember 2014)
Bevölkerungsdichte: 943 Einwohner je km²
Zeitzone: UTC+8 (Chungyuan-Standardzeit)
Postleitzahl: 800–813
ISO 3166-2: TW-KHH
 
Gemeindeart: Regierungsunmittelbare Stadt
Gliederung: 38 Bezirke
Bürgermeister: Chén Jú (陳菊) (DPP)
Webpräsenz:
 
Stadtblume: Chinesischer Roseneibisch
Karte von Taiwan, Position von Kaohsiung hervorgehoben

Kaohsiung (chinesisch 高雄市, Pinyin Gāoxióng Shì, Tongyong Pinyin Gaosyóng Shìh, W.-G. Kao-hsiung Shih, Pe̍h-oē-jī Ko-hiông-chhī, Japanisch: Takao) ist die zweitgrößte Stadt Taiwans. Sie ist eine von sechs regierungsunmittelbaren Städten Taiwans und in 38 Bezirke unterteilt.[1]

Kaohsiung liegt im Südwesten der Insel Taiwan am Südchinesischen Meer und verfügt über den wichtigsten Hafen des Landes. Hier wird der größte Teil der taiwanischen Ölimporte abgewickelt, die von der umliegenden Industrie verarbeitet werden.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaohsiung liegt im Südwesten der Insel Taiwan. Die eigentliche Kernstadt liegt an der Küste der Taiwanstraße und umfasst die Insel Qijin im Westen; im Norden grenzt Kaohsiung an die Stadt Tainan, im Süden und Südosten an den Landkreis Pingtung. Im Osten und Nordosten reicht das im Jahr 2010 erweiterte Stadtgebiet in den Bezirken Namasia, Taoyuan und Maolin bis ins taiwanische Zentralgebirge hinein, wo es an die Landkreise Chiayi, Nantou, Hualien und Taitung grenzt.

Aufgrund der weiten Ausdehnung von Südwest nach Nordost finden sich im Gebiet der Stadt Kaohsiung sehr verschiedene Landschaftsformen. Während der Westen verhältnismäßig flach ist und im Südosten in die Pingdong-Ebene übergeht, steigt das Terrain im Osten und Nordosten steil an und erreicht im Bezirk Taoyuan auf dem Südgipfel des Yu Shan eine Höhe von 3844 m. Das Gebiet zwischen der industriell geprägten Kernstadt im Westen und dem größtenteils bewaldeten Gebirge wird intensiv landwirtschaftlich genutzt.

Das Gebiet Kaohsiungs wird von zahlreichen aus den Bergen kommenden Wasserläufen durchflossen, von denen der größte der Gaoping-Fluss (chin.: 高屏溪 Gāopíngxī) ist, der auch die Grenze zum Landkreis Pingtung bildet. Am bekanntesten ist dank seiner touristischen Bedeutung der die Kernstadt durchfließende Liebes-Fluss (chin.: 愛河 Aìhé)

Kaohsiung
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: Zentrale Wetterbehörde Taiwans
Klimadaten aus den Jahren 1981–2010
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 23,9 24,7 26,8 29,1 30,8 31,6 32,4 31,9 31,4 30 27,7 24,9 Ø 28,8
Min. Temperatur (°C) 15,7 16,7 19,2 22,4 24,8 25,9 26,4 26,1 25,5 24 20,9 17,1 Ø 22,1
Temperatur (°C) 19,3 20,3 22,6 25,4 27,5 28,5 29,2 28,7 28,1 26,7 24 20,6 Ø 25,1
Niederschlag (mm) 16 20,5 38,8 69,8 197,4 415,3 390,9 416,7 241,9 42,7 18,7 16,2 Σ 1.884,9
Sonnenstunden (h/d) 5,6 5,9 6 6,3 6,4 6,7 7,1 6,2 5,9 5,9 5,4 5,2 Ø 6,1
Regentage (d) 3,2 3,7 4 5,8 9,3 13,8 12,9 16,3 11,2 3,5 2,6 2,3 Σ 88,6
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Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaohsiung entwickelte sich aus einem Dorf, das im 17. Jahrhundert Táⁿ-káu hieß, was in der Sprache der ansässigen taiwanischen Urbevölkerung soviel wie Bambuswald bedeutete. Aus dieser Bezeichnung wurde im Minnan-Dialekt der chinesischen Einwanderer der Name Tá-káu (geschrieben mit den Schriftzeichen 打狗). Im Jahre 1624 errichteten die in Penghu von den chinesischen Truppen geschlagenen Niederländer eine Festung bei dem Dorf. 1630 begann die erste organisierte chinesische Einwanderung von der Provinz Fujian nach Taiwan. Kaohsiung war eines der Hauptsiedlungsziele. 1661 wurden die Holländer von den Chinesen unter der Führung von General Zheng Chenggong vertrieben. Der Ort erhielt danach den Namen 萬年, Wàn Nián ‚zehntausend Jahre/Ewigkeit‘, und gehörte damit zu den zwei kommunalen Kreisen. Nachdem der Name in den 1670er Jahren nochmals in Takao geändert worden war, begann schließlich ein stetiges Wachstum des Ortes, hervorgerufen durch die ständige Immigration chinesischer Siedler vom Festland. 1684 wurde der Name abermals in 鳳山, Fèngshān ‚Berg des Phönix‘, geändert, der Ort wurde Teil der Präfektur Taiwan. In dieser Zeit erlangte auch der Hafen der Stadt erstmals Bedeutung.

1895 wurde Taiwan mit dem Vertrag von Shimonoseki an Japan abgetreten. Im Japanischen änderte sich nun der Name von 打狗 (Tá-káu im Taiwanischen) zu 高雄 (Takao im Japanischen) und, obwohl beide Wörter gleich ausgesprochen wurden, änderte sich die Bedeutung der benutzten Schriftzeichen von den Hund schlagen zu Hoher Held, was wiederum im Hochchinesischen als Gāoxióng (=Kaohsiung) ausgesprochen wird, wodurch der heutige Name entstand. Die Japaner förderten den Ausbau der Stadt, besonders des Hafens.

Am 1. Juli 1979 wurde Kaohsiung aus der Provinz Taiwan herausgelöst und zur regierungsunmittelbaren Stadt hochgestuft. Im Dezember 1979 ereignete sich hier der Kaohsiung-Vorfall, in dem sich prodemokratische Tendenzen in der Bevölkerung Weg brachen.

Vom 16. bis 29. Juli 2009 war Kaohsiung Ausrichter der 8. World Games.

Nach der Gasexplosion vom 31. Juli 2014, die aufgerissene Decke einer Hauptverkehrsstraße

Am 25. Dezember 2010 wurde im Rahmen einer Gebietsreform der Republik China der Landkreis Kaohsiung in die Stadt eingegliedert. Das Stadtgebiet vergrößerte sich dadurch von 154 auf 2946 km², die Einwohnerzahl von etwa 1,5 auf 2,7 Millionen.

Am 31. Juli 2014 erschütterte eine Serie schwerer Gasexplosionen die Stadt, wobei ganze Straßenzüge aufgerissen wurden. Als Ursache wurden Gaslecks in unterirdischen Pipelines der petrochemischen Industrie angenommen.[1][2]

Vom 1. bis 31. Oktober 2017 fand hier das 3. Ecomobility World Festival statt mit einem entsprechenden Kongress vom 2. bis 4. Oktober.[3]

Bezirke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaohsiung labelled map.png

Kaohsiung ist in 38 Bezirke (, ) gegliedert. Die im Südwesten des erweiterten Stadtgebiets gelegene „Kernstadt“ umfasst die folgenden elf Bezirke:

Hinzu kommen folgende 27 Bezirke, die aus den Städten und Gemeinden des 2010 in die Stadt Kaohsiung eingegliederten Landkreises Kaohsiung hervorgegangen sind:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher wurden in Kaohsiung unter anderem Aluminium, Holz- und Papierprodukte, Düngemittel, Zement und verschiedene Metalle produziert, die meist für den Export bestimmt waren. Heute findet man vorwiegend Maschinenbau- und Schiffbauindustrie.

Das U-Bahn-System der Stadt, der Kaohsiung Mass Rapid Transit (KMRT), nahm seinen Betrieb im Jahr 2008 auf. Die erste Linie, die in Nord-Süd-Richtung verlaufende „Rote Linie“, wurde am 9. März eröffnet, die zweite Linie, die in Ost-West-Richtung verlaufende „Orange Linie“, folgte am 14. September.

Des Weiteren ist eine ringförmige Straßenbahn (Light Rail) um das Stadtzentrum herum geplant.[4] Seit Ende 2012 ist diese Strecke als oberleitungsfreies Projekt ausgeschrieben. Im Januar 2013 konnte der spanische Schienenfahrzeughersteller CAF mit Konsortialpartner Evergreen Construction sich die erste Phase des Straßenbahnprojekts sichern, wobei CAF Niederflurstraßenbahnen aus der Fahrzeugfamilie Urbos beiträgt.[5]

Die neue Hochgeschwindigkeitsbahn (Taiwan High Speed Rail), die die Reisezeit zur Hauptstadt Taipeh auf 90 Minuten verkürzt, verkehrt seit Januar 2007 vom vorläufigen Endbahnhof Zuoying im Norden der Stadt.

Im Bezirk Gushan wurde 2010 das Eisenbahnmuseum Takao eröffnet.

Der internationale Flughafen Kaohsiung im südlichen Stadtteil Xiaogang ist der zweitgrößte Flughafen Taiwans. Sowohl Bahnhof als auch Flughafen sind an das KMRT-Netz angebunden.

CityBike Kaohsiung ist ein öffentliches Fahrradverleihsystem.

Hafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Hafen Kaohsiung
Blick auf den Hafen

Die Verwaltungsbehörde für den Hafen untersteht nicht der Stadt, sondern dem Verkehrsministerium. Im Hafen befindet sich eine Sonderwirtschaftszone für den Handel mit der Volksrepublik China, der im April 1997 mit bestimmten Einschränkungen in Gang gekommen ist.[6] Aus politischen Gründen ist ein direkter Waren- und Güterverkehr zwischen beiden Staaten nicht möglich. Das in Kaohsiung existierende Offshore Transshipment Center ist zuständig für den Schiffsverkehr mit den beiden Häfen Xiamen und Fuzhou in Festlandchina. Güterverkehr nach Taiwan oder umgekehrt aus Taiwan in die Sonderwirtschaftszone ist bestimmungsgemäß ausgeschlossen. Nach rund 48 Jahren Stillstand in den Handelsbeziehungen über die Taiwan-Straße hinweg traf am 20. April 1997 das am Tag zuvor in Xiamen gestartete Containerschiff Sheng Da in Kaohsiung ein, um Fracht für Drittstaaten zu löschen und Ladung aufzunehmen.[7]

Im Jahr 2015 hatte der Hafen einen Umschlag von rund 10 Millionen TEU erreicht und gehört heute zu den fünfzehn größten Containerhäfen der Erde.[8][9]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zehn höchsten Wolkenkratzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tuntex Sky Tower

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Liuhe-Nachtmarkt

Während Kaohsiung in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem durch seinen Hafen und seine Schwerindustrie Bedeutung erlangte, ist es in jüngerer Zeit zunehmend auch ein touristisches Ziel, vor allem für Besucher aus China und Japan. Beliebte Ziele im Gebiet der Kernstadt sind unter anderem der Liebes-Fluss, der Lotus-See, der Chengcing-See, der Shou Shan (mit 356 m der höchste Punkt der Kernstadt), die Xiziwan-Bucht, die Insel Qijin, der Liuhe-Nachtmarkt, der Ruifeng-Nachtmarkt und das höchste Gebäude der Stadt, der Tuntex Sky Tower. Im Fo-Guang-Shan-Buddha-Museum, wo eine Zahn-Reliquie des Buddha aufbewahrt wird, kann man einen Einblick in die buddhistische Weltanschauung und Kunst erhalten. Im erweiterten Stadtgebiet ist vor allem das Gebirge ein beliebtes Ausflugsziel zum Wandern und Baden in Thermalquellen. Der Bezirk Meinong ist berühmt für seine traditionelle Kultur der Hakka-Volksgruppe. Die Asia New Bay Area am Hafen ist ein Industrie-, Messe- und Kulturgelände. Die Zuckerfabrik Ciaotou ist heute Museum und technisches Denkmal.

Hochschulen und Universitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kaohsiung gibt es eine Reihe staatlicher und privater Hochschulen und Universitäten mit einer Vielzahl von Studiengängen und Fachrichtungen:

Name (dt./engl.) Chinesisch
Cheng-Shiu-Universität
Cheng Shiu University
正修科技大學
Nationale Erste Technik-Universität Kaohsiung
National Kaohsiung First University of Science and Technology
國立高雄第一科技大學
Fooyin-Universität
Fooyin University
輔英科技大學
I-Shou-Universität
I-Shou University
義守大學
Kao-Yuan-Universität
Kao Yuan University
高苑科技大學
Medizinische Universität Kaohsiung
Kaohsiung Medical University
高雄醫學大學
Nationale Universität für Meeres-Technik Kaohsiung
National Kaohsiung Marine University
國立高雄海洋科技大學
Nationale Pädagogische Universität Kaohsiung
National Kaohsiung Normal University
國立高雄師範大學
Shih-Chien-Universität (Campus Kaohsiung)
Shih Chien University (Kaohsiung Campus)
實踐大學(高雄校區)
Shu-Te-Universität
Shu-Te University
樹德科技大學
Sun-Yat-sen-Nationaluniversität
National Sun Yat-sen University
國立中山大學
Universität für Angewandte Naturwissenschaft und Technik Kaohsiung
National Kaohsiung University of Applied Sciences
國立高雄應用科技大學
Universität für Gastronomie und Tourismus Kaohsiung
National Kaohsiung University of Hospitality and Tourism
國立高雄餐旅大學
Nationale Universität Kaohsiung
National University of Kaohsiung
國立高雄大學
Ursulinische Wenzao-Universität für Fremdsprachen
Wenzao Ursuline University of Languages
文藻外語大學

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaohsiung unterhält internationale Partnerschaften mit folgenden Städten:[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sicht auf die Stadt vom Leuchtturm Qijin aus

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kaohsiung – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]