Sauingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Sauingen
Ortswappen von Salzgitter-Sauingen
Koordinaten: 52° 11′ 30″ N, 10° 24′ 38″ O
Höhe: 88 m
Fläche: 4,24 km²
Einwohner: 419 (31. Dez. 2020)
Bevölkerungsdichte: 99 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 38239
Vorwahl: 05300
Karte
Lage von Sauingen in Salzgitter

Sauingen ist einer der insgesamt 31 Stadtteile der kreisfreien Stadt Salzgitter in Niedersachsen, gelegen in der Ortschaft Nordost. Sauingen gehörte bis zum 28. Februar 1974 zum Landkreis Wolfenbüttel.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sauingen liegt in der Ortschaft Nord-Ost der Stadt Salzgitter. Nördlich des Dorfes verläuft die A 39, die Sauingen vom Nachbarstadtteil Üfingen trennt. Im Osten befindet sich der Stichkanal, der von der 1964 erbauten Beddinger Brücke überspannt wird. Die nur für Fußgänger und Radfahrer freigegebene Brücke verbindet Sauingen mit Beddingen.[1] Weiter im Süden trennt die Industriestraße Nord Sauingen und das etwa einen Kilometer entfernte Bleckenstedt. Dahinter ist die Industrieanlage der Salzgitter AG gut auszumachen. Im Südwesten befindet sich das ehemalige Eisenerzbergwerk Konrad, welches in das Endlager für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung „Schacht Konrad“ umgebaut wird. Im Westen befindet sich hinter einer Anhöhe das so genannte Bruch, hinter dem der Landkreis Peine beginnt. Auf der Anhöhe stehen eine Reihe Windkraftanlagen.

Der Ort gliedert sich in einen alten Dorfkern um die Kirche, bestehend aus alten Gehöften, und einen neuen Teil, größtenteils Eigenheime.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird erstmals 1022 urkundlich erwähnt.[2] Die Wandmalereien der Kirche wurden bei einer Renovierung 1719 zerstört.

Am 1. März 1974 wurde Sauingen, das bis dahin dem Landkreis Wolfenbüttel angehörte, in die Stadt Salzgitter eingegliedert.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salzgitter-Sauingen – Bevölkerungsentwicklung seit 1821
Jahr Einwohner
1821 267
1848 302
1871 276
1925 298
1933 288
1939 338
1946 495
1950 519
Jahr Einwohner
1974 575
1980 584
1990 523
2000 536
2006 461
2010 455
2012 446
2014 437
Jahr Einwohner
2016 416
2018 427
2019 419
2020 419
Quellen: Die Angaben von 1821–1961 sind den Veröffentlichungen der Akademie für Raumplanung und Landesforschung entnommen.[4] Die Bevölkerungszahlen von 1974 bis 2000 basieren auf dem Statistischen Jahrbuch des Referats für Wirtschaft und Statistik der Stadt Salzgitter.[5] Die Bevölkerungsstatistik ab 2001 basiert auf den statistischen Monatsberichten der Stadt Salzgitter (Einwohner mit Hauptwohnsitz) gemäß Melderegister zum Monatsende Dezember.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: Auf rot-gold geständertem Feld ein rotes Seerosenblatt.

Im Mittelalter war Sauingen Hauptort des Gaues und damit Zentrum für Verwaltung und Rechtsprechung. Dieser Go-Grafschaft und Go-Gericht gehörten die Dörfer Sauingen, Alvesse, Beddingen, Bleckenstedt, Üfingen, Vallstedt und Wierthe an. Als Sitz einer Superintendentur war Sauingen auch das kirchliche Zentrum, dem noch die Orte Adersheim, Alvesse, Beddingen, Bleckenstedt, Fümmelse, Geitelde, Halchter, Groß Stöckheim, Steterburg und Vallstedt angehörten.

Das stilisierte Seerosenblatt im Zentrum des Wappenschildes steht für den Ortsnamen, der als „Siedlung in einem Feuchtgebiet“ gedeutet wird. Die Seerose findet sich auch mehrfach im anderen Wappen des Herzogtums Braunschweig. Die zum Zentrum verlaufenden Strahlen repräsentieren die Mittelpunktfunktion, die Sauingen für die umliegenden Dörfer ausübte. Die Farben Gold (gelb) und Rot sind die historischen Landesfarben des Herzogtums Braunschweig, dem Sauingen angehörte.

Das Wappen wurde im August 2010 in einer Bürgerversammlung als Ortswappen von Salzgitter-Sauingen angenommen.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Mühle
Evangelische Kirche von Sauingen
  • Ehemalige Mühle am Südrand des Dorfes
  • Denkmal zum Deutsch-Französischen Krieg 1871
  • Evangelische Kirche

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schweinekasse“: Schweineversicherungsgesellschaft zu Uefingen und Sauingen von 1884 bis 2005

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karen Fröhlich: Eine Spröde mit üppigem Charme - Die Beddinger Brücke ist ein wichtiges Bindeglied, Salzgitter-Zeitung vom 6. Juli 2013
  2. Kirstin Casemir: Die Ortsnamen des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter. Verlag für Regionalgeschichte, 2003, ISBN 3-89534-483-4, S. 281.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 266.
  4. Gustav Uelschen: Die Bevölkerung in Niedersachsen 1821-1961. In: Veröffentlichungen der Akademie für Raumforschung und Landesplanung. Band 45. Gebrüder Jänicke Verlag, Hannover 1966, S. 222–223.
  5. Referat für Wirtschaft und Statistik: Statistisches Jahrbuch der Stadt Salzgitter. Stadt Salzgitter, abgerufen am 19. Januar 2021 (Gesamtzahl Wohnberechtigter (Haupt- und Nebenwohnsitz) © Stadt Salzgitter).
  6. Referat für Wirtschaft und Statistik: Statistische Monatsberichte der Stadt Salzgitter. Stadt Salzgitter, abgerufen am 19. Januar 2021 (Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung © Stadt Salzgitter).
  7. Ein Herz für Sauingen, Salzgitter Zeitung vom 11. August 2010, S. 14

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sauingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien