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Schederndorf

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Schederndorf
Gemeinde Stadelhofen
Koordinaten: 50° 0′ N, 11° 9′ OKoordinaten: 50° 0′ 18″ N, 11° 9′ 19″ O
Höhe: 472 m ü. NHN
Einwohner: 146 (2. Jan. 2021)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 96187
Vorwahl: 09504
Ortsmitte von Schederndorf
Ortsmitte von Schederndorf

Schederndorf (bambergisch: Scheddndorf) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Stadelhofen im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Schederndorf hat eine Fläche von 7,604 km². Sie ist in 986 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7712,22 m² haben.[3] In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Roßdorf am Berg.[4]

Geographische Lage

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Das Dorf liegt im Norden der Fränkischen Alb im Naturpark Fränkische Schweiz-Frankenjura. Es befindet sich 3,1 km westlich des Stadelhofener Kernorts auf etwa 472 m ü. NHN[5]. Östlicher Nachbarort ist der Stadelhofener Gemeindeteil Wölkendorf, westlicher der Wattendorfer Gemeindeteil Gräfenhäusling.

Schederndorf liegt an einer ehemals wichtigen Handelsstraße, der sogenannten Altstraße von Bamberg nach Kulmbach. Während des karolingischen Landesausbaus in der nördlichen Frankenalb war es typisch, Ketten von Orten mit der Endung „-dorf“ entlang von Bächen oder Altstraßen anzulegen. Letzteres trifft wohl auf die Kette der Ortschaften Roßdorf am Berg, Schederndorf, Wölkendorf, Fesselsdorf, Seubersdorf und Azendorf entlang der Altstraße Bamberg – Kulmbach zu.[6] Damit sind diese Ortschaften wohl im 9. bis 10. Jahrhundert entstanden.

Urkundlich wurde Schederndorf erstmals im Jahre 1087 erwähnt.[6] Eine weitere frühe Erwähnung befindet sich in der ältesten Besitzaufzeichnung der Kirche von Bamberg aus den Jahren um 1323 bis 1328. Daraus lässt sich entnehmen, dass 1312 Graf Friedrich von Truhendingen das Gebiet Scheßlitz und Giech als Lehen bekam, zu dem auch Schederndorf gehörte. Als die Truhendinger Ende des 15. Jahrhunderts ausstarben, fiel der Besitz wieder an das Hochstift Bamberg zurück und gehörte ab 1806 zum neu gegründeten Königreich Bayern.[7] Im Jahr 1840 hatte Schederndorf 30 Häuser mit 188 Einwohnern, gehörte zum Landgericht Scheßlitz und war nach Stadelhofen gepfarrt.[8]

Bis zur Gebietsreform in Bayern war Schederndorf eine Gemeinde, welche aus den beiden Gemeindeteilen Schederndorf und Roßdorf am Berg bestand. Zum 1. Mai 1978 wurden die beiden Dörfer in die Gemeinde Stadelhofen eingegliedert.[9]

Einwohnerentwicklung

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Jahr Einwohner
1818[7] 147
1840[8] 188
1950[7] 199
1961[7] 139
2011[10] 157
2012[10] 154
2013[11] 148
2014[12] 147
2015[13] 151
2016[13] 150
2020[1] 153
2021[1] 146

Am 10. Oktober 1950 stellte die Gemeindeverwaltung beim zuständigen Landratsamt Bamberg einen Antrag auf Änderung der Schreibweise des Ortsnamens von "Schedderndorf" in "Schederndorf", da laut Gemeindevertretung die Ortschaft in alten Akten bzw. Urkunden sowie Tauf- und Sterberegistern stets als "Schederndorf" bezeichnet wurde.[14] Aufgrund dieser Anfrage bat das Landratsamt Bamberg um Stellungnahme des Staatsarchivs Bamberg bezüglich der Schreibweise inklusive der Jahreszahlen. Eine entsprechende Auskunft erfolgte wenig später durch Archivdirektor Dr. Neukam.

In den Archivalien des Staatsarchivs taucht der Ort erstmalig am 30. Juli 1546 in einer Urkunde in der Form "Schederndorff" auf.[14] 1593, 1622 und 1727 wird in einem Zinsbuch sowie in zwei Steuerbeschreibungen die Schreibweise "Schederndorf" genutzt. 1802 sind sowohl "Schederndorf" als auch "Schedderndorf" zu finden. Im Häuser- und Rustikalsteuerkataster von 1810 wird das Dorf "Schedderndorf" genannt. Das Adressbuch des Obermainkreises wiederum nutzt 1819 die Schreibweise "Schederndorf". Nur ein Jahr später nennt das topographisch-alphabetische Handbuch des Obermainkreises abermals "Schedderndorf". 1827 sind – analog zu 1802 – beide Schreibungen vertreten. Im Jahr 1833 wird letztmalig die Schreibweise mit nur einem "d" genannt. Seit 1838 respektive 1848 wird das Dorf als "Schedderndorf" bezeichnet.

Aufgrund der inkonsequenten Nutzung der beiden Formen, sowie des Mangels an (früh-)mittelalterlichen Schreibweisen lässt sich laut Dr. Neukam nicht ohne weiteres bestimmen, welche der ursprünglichen Schreibung entspricht.[14] Neukam kommt daher zum Schluss, dass sich die (neue) Schreibweise vornehmlich an der Aussprache der Bewohner orientieren sollte. Ein gedehntes "e" würde "Schederndorf", ein kurzes "e" "Schedderndorf" zur Folge haben. Da die Aussprache mit gedehntem "e" in der Region üblich ist, wurde die Namensänderung am 15. Januar 1952 vom Bayerischen Staatsministerium des Inneren schließlich genehmigt und beurkundet. Sowohl der Name der damaligen Gemeinde als auch des entsprechenden Gemeindeteils wurde von "Schedderndorf" zu "Schederndorf" geändert.

Der Name Schederndorf leitet sich nach mündlicher Überlieferung von einem Schero, der außerhalb des Dorfes eine nicht mehr vorhandene Burg errichtet hatte, ab. Diese Überlieferung bekräftigen auch Ziegelhöfer – Hey und deuten den Ortsnamen als "Dorf des Schero,-e".[14] Das Stammwort wird dabei vom ahd. Stamm: "soeri" (= schnell, scharfsinnig) abgeleitet. Dr. Neukam hält dies aufgrund der mangelnden alten überlieferten Formen jedoch für eine sehr gewagte Erklärung des Dorfnamens.

Den westlichen Abschluss des Dorfplatzes bildet die Kapelle Unsere Liebe Frau von Lourdes, welche 1886 im Stil der Neogotik erbaut wurde. Weiterhin verfügt der Ort über eine Privatbrauerei samt Biergarten, welche seit 1742 in Familienbesitz ist.

Von 1896 bis 2001 wurden die Juraortschaften Schederndorf, Gräfenhäusling und Roßdorf a. Berg vom Wasserzweckverband Schederndorfer Gruppe mithilfe eines Wasserwidders aus dem Burglesauer Tal mit Trinkwasser versorgt[15]. Seit 2002 ist Schederndorf an die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) angeschlossen, welche ihr Wasser aus der Trinkwassertalsperre Mauthaus bezieht.

In Schederndorf gibt es mehrere Vereine. Dazu gehören u. a. der Verein der Freiwilligen Feuerwehr Schederndorf sowie die Reservistenkameradschaft Schederndorf. Darüber hinaus besteht seit 1948 der Gesangverein Juraklang Schederndorf e.V und seit 1981 der Stammtisch "Die Haabücha" Schederndorf.

Commons: Schederndorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. a b c Einwohnerzahlen der VG Steinfeld zum 2. Januar 2021 – Gemeinde Stadelhofen. In: Verwaltungsgemeinschaft Steinfeld (Hrsg.): Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Steinfeld – Amtliches Bekanntmachungsorgan für die Verwaltungsgemeinschaft Steinfeld und die Mitgliedsgemeinden Königsfeld, Stadelhofen, Wattendorf. Band 38, Nr. 1, 15. Januar 2021, S. 3.
  2. Gemeinde Stadelhofen, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 24. Dezember 2024.
  3. Gemarkung Schederndorf (092279). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 27. Dezember 2025.
  4. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 27. Dezember 2025.
  5. Schederndorf im Geodatenzentrum des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie
  6. a b Thomas Gunzelmann, Klaus Rupprecht: Wölkendorf - Dorf "auf dem Gebürg" am "Weg ins Paradies". In: Josef Urban (Hrsg.): Wölkendorf - Das Dorf • Die Kapelle • Die Menschen. 2005, ISSN 0177-1558, S. 15–60.
  7. a b c d Die Geschichte unseres Dorfes (Memento vom 22. März 2016 im Internet Archive) Die Haabücha, 21. Mai 2007, abgerufen am 16. Dezember 2025
  8. a b Max Siebert: Das Königreich Bayern topographisch-statistisch in lexicographischer und tabellarischer Form dargestellt. Georg Franz, München 1840 (digitale-sammlungen.de [abgerufen am 22. November 2025]).
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 673 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  10. a b Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Steinfeld vom 11. Januar 2013
  11. Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Steinfeld vom 24. Januar 2014
  12. Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Steinfeld vom 23. Januar 2015
  13. a b Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Steinfeld vom 15. Januar 2016
  14. a b c d Staatsarchiv Bamberg: Schederndorf (Lkr. Bamberg), Ortsgeschichte - Altregistratur (K 515) Nr. 4140. urn:nbn:de:stab-4bcb8e8f-f610-4f8f-a643-0ff700bc69322 (bayern.de [abgerufen am 22. November 2025]).
  15. Historischer Wasserwidder. Dorfgemeinschaft Burglesau, abgerufen am 16. Dezember 2025.