Schiefhermitesche Matrix

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Eine schiefhermitesche Matrix oder antihermitesche Matrix ist ein mathematisches Objekt aus der linearen Algebra. Diese spezielle Art quadratischer Matrizen mit komplexen Koeffizienten wird bei einer Spiegelung der Koeffizienten an der Hauptdiagonalen in ihre adjungierte Matrix bezüglich des komplexen Standardskalarproduktes überführt. Benannt sind diese Matrizen nach dem Mathematiker Charles Hermite.

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine quadratische Matrix heißt schiefhermitesch, wenn sie gleich ihrer negativen Adjungierten ist,[1] das bedeutet

.

Für die Einträge einer schiefhermiteschen Matrix gilt also

.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Matrix
mit als der imäginären Einheit ist schiefhermitesch.
  • Die -Matrizen
die sich wie angezeigt auf die quaternionischen Erzeugenden abbilden lassen, sind schiefhermitesch und spurfrei.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

.
  • Ist schiefhermitesch, dann ist hermitesch bei geradem und schiefhermitesch bei ungeradem .
  • Ist schiefhermitesch, dann ist unitär.
  • Eine beliebige quadratische Matrix kann eindeutig als die Summe einer hermiteschen Matrix und einer schiefhermiteschen Matrix geschrieben werden:
mit und .

Die Lie-Algebra der schiefhermiteschen Matrizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kommutator schiefhermitescher Matrizen ist wieder schiefhermitesch. Die schiefhermiteschen -Matrizen bilden also eine Lie-Algebra, diese wird mit bezeichnet.

ist die Lie-Algebra der Lie-Gruppe der unitären Matrizen

.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Joachim Kowalsky, Gerhard O. Michler: Lineare Algebra. de Gruyter, 2003, S. 182.