Diagonalmatrix

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Als Diagonalmatrix bezeichnet man im mathematischen Teilgebiet der linearen Algebra eine quadratische Matrix, bei der alle Elemente außerhalb der Hauptdiagonale Null sind. Diagonalmatrizen sind deshalb allein durch die Angabe ihrer Hauptdiagonale bestimmt.

Betrachtet man quadratische Matrizen und damit insbesondere Diagonalmatrixen als lineare Abbildung auf einem endlichdimensionalen Vektorraum, so lässt sich die Matrixmultiplikation und die Inversenbildung einfacher als bei einer voll besetzten Matrix berechnen und die Eigenwerte der Abbildung können aufgrund des Spektralsatzes direkt abgelesen werden.

Eine quadratische -dimensionale Matrix heißt diagonalisierbar, wenn es eine Diagonalmatrix gibt, zu der sie ähnlich ist, das heißt, es existiert eine reguläre Matrix , so dass gilt bzw. .

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine quadratische Matrix über einem Körper

,

deren Elemente mit alle gleich Null sind, heißt Diagonalmatrix. Häufig schreibt man dafür

.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlenbeispiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die -Matrix

ist eine Diagonalmatrix.

Besondere Diagonalmatrizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Einheitsmatrix ist ein Spezialfall einer Diagonalmatrix, bei der alle Elemente der Hauptdiagonale den Wert haben.
  • Die quadratische Nullmatrix ist ein Spezialfall einer Diagonalmatrix, bei der alle Elemente der Hauptdiagonale den Wert haben.
  • Stimmen bei einer Diagonalmatrix sämtliche Zahlen auf der Hauptdiagonalen überein, spricht man auch von Skalarmatrizen.[1] Skalarmatrizen sind also skalare Vielfache der Einheitsmatrix . Die Gruppe der von der Nullmatrix verschiedenen Skalarmatrizen ist das Zentrum der allgemeinen linearen Gruppe .

Eigenschaften von Diagonalmatrizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die jeweiligen Diagonalmatrizen bilden einen kommutativen Unterring des Rings der quadratischen -Matrizen.
  • Die Determinante einer Diagonalmatrix ist das Produkt der Einträge auf der Hauptdiagonalen:
  • Die Adjunkte einer Diagonalmatrix ist ebenfalls wieder eine Diagonalmatrix.
  • Diagonalmatrizen sind selbstadjungiert und normal.

Rechenoperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matrizenaddition, Skalarmultiplikation und Matrizenmultiplikation, Transposition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Matrizenaddition, Skalarmultiplikation und Matrizenmultiplikation gestalten sich bei Diagonalmatrizen sehr einfach:

Multiplikation einer Matrix von links mit einer Diagonalmatrix entspricht der Multiplikation der Zeilen von mit den Diagonaleinträgen. Die entsprechende Multiplikation von rechts entspricht der Multiplikation der Spalten von mit den Diagonaleinträgen.

Für jede Diagonalmatrix gilt, dass sie symmetrisch ist, folglich gilt: .[2]

Berechnung der Inversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Diagonalmatrix ist genau dann invertierbar, wenn keiner der Einträge auf der Hauptdiagonale ist. Die inverse Matrix berechnet sich dann wie folgt:

Invertierbare Diagonalmatrizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Theorie algebraischer Gruppen wird eine Gruppe, die isomorph zu einem endlichen Produkt von Kopien der multiplikativen Gruppe eines Körpers ist, als algebraischer Torus oder einfach als Torus bezeichnet. Für den Körper der komplexen Zahlen stimmt diese Definition mit der klassischen Definition eines -dimensionalen Torus überein.

Wie man leicht sieht, ist das Produkt von Kopien der multiplikativen Gruppe des Körpers isomorph zur Gruppe der invertierbaren -Diagonalmatrizen über dem Körper .

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Diagonalmatrix – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Uwe Storch, Hartmut Wiebe: Lehrbuch der Mathematik, Band 2: Lineare Algebra. BI-Wissenschafts-Verlag, Mannheim u. a. 1990, ISBN 3-411-14101-8.
  2. Horst Stöcker (Hrsg.): Taschenbuch mathematischer Formeln und moderner Verfahren. 4., korrigierte Auflage, Nachdruck. Deutsch, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-8171-1812-0, S. 363.