Schierau

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51.7512.28305555555665Koordinaten: 51° 45′ 0″ N, 12° 16′ 59″ O

Schierau
Wappen von Schierau
Höhe: 65 m
Fläche: 29,82 km²
Einwohner: 845 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte: 28 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 06779
Vorwahl: 034906
Kirche in Schierau

Schierau ist ein Ortsteil der Stadt Raguhn-Jeßnitz im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten]

Schierau liegt zwischen Dessau-Roßlau und Halle (Saale) im Biosphärenreservates Mittlere Elbe an der Mulde.

Als Ortsteile der ehemaligen Gemeinde waren ausgewiesen:

  • Schierau
  • Möst
  • Niesau
  • Priorau

Geschichte[Bearbeiten]

Die Orte Schierau Möst und Priorau gehörten bis 1815 als Exklave im Fürstentum Anhalt zum kursächsischen Amt Bitterfeld.[1] Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen sie zu Preußen und wurden 1816 dem Kreis Bitterfeld[2] im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem sie bis 1942 gehörten.[3] Am 1. April 1942 wurde die preußische Exklave Schierau mit Möst und Priorau in den Landkreis Dessau-Köthen und damit Anhalt angegliedert.

Niesau, zwischen der ehemaligen Exklave Schierau und der Mulde gelegen, gehörte hingegen immer zu Anhalt und somit seit seiner Gründung zum Landkreis (Dessau-)Köthen.[4] Am 1. Juli 1950 wurde der Ort nach Schierau eingemeindet.[5]

Möst wurde am 1. Januar 1957 ein Ortsteil von Schierau.[6] Priorau folgte am 1. Januar 1973.[7]

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Schierau, Marke, Retzau, Altjeßnitz, Thurland und Tornau vor der Heide sowie die Städte Jeßnitz (Anhalt) und Raguhn zur Stadt Raguhn-Jeßnitz zusammen. Gleichzeitig wurde die Verwaltungsgemeinschaft Raguhn, zu der Schierau gehörte, aufgelöst.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber ein roter Kirchturm mit Seitenschiffen belegt mit vier silbernen Schilden (1:2:1), begleitet von zwei grünen Ahornblättern, über mit einem aufgeschlagenen silbernen Buch belegten gewellten blauen Schildfuß.“

Wappenelemente: Architektonische Besonderheit besitzt die Schierauer Kirche mit ihrem Barockgiebel, der weithin sichtbar ist. Priorau ist Geburtsort von Philipp von Zesen - einem in der Literatur wie Sprachentwicklung bedeutenden Schriftsteller des 17. Jahrhunderts; ihn symbolisiert das aufgeschlagene Buch. Alle vier Ortsteile liegen inmitten der Muldeaue und eingebettet in Wiesen und Laubwald. Der Ahorn ist eine sehr häufig vorkommende Baumart und wurde mit den zwei begleitenden Blättern im Wappen dargestellt. Der blaue Wellenschildfuß symbolisiert die Mulde.

Das Wappen wurde 1996 von dem Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.

Kirche in Priorau

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Maifeier

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Westlich der Gemeinde verläuft die Bundesautobahn 9, von Leipzig nach Berlin, und die Bundesstraße 184 Bitterfeld-Wolfen - Dessau.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schierau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 22 f.
  2. Der preußische Landkreis Bitterfeld im Gemeindeverzeichnis 1900
  3. Schierau auf gov.genealogy.net
  4. Der anhaltinische Landkreis Köthen im Gemeindeverzeichnis 1900
  5. Niesau auf gov.genealogy.net
  6. Möst bei Schierau auf gov.genealogy.net
  7. Priorau auf gov.genealogy.net