Philipp von Zesen

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Philipp von Zesen

Philipp von Zesen, auch Filip Cösius oder Caesius, Pseudonym: Ritterhold von Blauen (* 8. Oktober 1619 in Priorau bei Dessau; † 13. November 1689 in Hamburg) war ein deutscher Dichter, evangelischer Kirchenlieddichter und Schriftsteller. Er gilt neben Sigmund von Birken als einer der ersten deutschen Berufsschriftsteller. Sein autobiographischer Roman Die Adriatische Rosemund von 1645 gilt als der erste große deutsche Roman der Barockliteratur, seine Poetik hatte einen hohen Einfluss auf die Entwicklung der deutschen Metrik.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstein bei Priorau

Zesen wurde als Sohn des lutherischen Pastors Philipp Zesen und dessen Ehefrau Dorthe in Priorau bei Dessau geboren. Sein Geburtshaus ist bis heute erhalten. Als er etwa 16 Jahre alt war, besuchte er das Gymnasium in Halle unter Christian Gueintz, der den begabten Schüler schon damals dem benachbarten Hof in Köthen vorstellte. Er studierte von 1639 bis 1641 Rhetorik und Poetik an der Universität Wittenberg bei August Buchner. Ab Anfang 1642 hielt er sich in Hamburg auf.[1]

Die Jahre nach seiner Ausbildung waren von der Suche nach einer Anstellung, häufigem Wohnsitzwechsel und finanzieller Not geprägt. Er bewarb sich mehrfach vergeblich bei Hofe und arbeitete notgedrungen als freier Schriftsteller. Die Kriegsjahre 1642 bis 1648 verbrachte er zumeist in Amsterdam, Leiden oder Utrecht, wo er als Übersetzer und Korrektor für niederländische Verleger tätig war, unternahm aber auch ausgedehnte Reisen nach London, Paris, in das Baltikum und nach Dänemark.

Von 1648 bis 1656 wohnte er im Elternhaus in Priorau und wurde bei einem seiner Besuche am benachbarten Köthener Hof mit dem Gesellschaftsnamen Der Wohlsetzende in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Sein eigener Landesfürst Johann Kasimir von Anhalt-Dessau wurde 1652 durch einen Jagdunfall gelähmt, und Zesen verbrachte deshalb mehrere Jahre als Gesellschafter des Fürsten am Dessauer Hof.

Erst ab 1656 hatte er wieder einen ständigen Wohnsitz in den Niederlanden, meistenteils in Amsterdam, wo er 1662 das Bürgerrecht erhielt und als einer der wichtigsten Mitarbeiter im Verlag Elsevier galt. 1672 heiratete Zesen die Leinwandhändlerin Maria Becker, mit der er sich in seinen letzten Lebensjahren wieder in Hamburg niederließ.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zesen hat sich in fast allen Literaturgattungen versucht; sein Werk ist in erster Linie von sprach- und literaturtheoretischer Bedeutung, an zweiter Stelle rangieren seine Gedichte. Theologische und kirchengeschichtliche Bedeutung gewinnt Zesen durch seine Vermittlung biblischer Inhalte in Gedichten und Romanen.

Er sah sich als Sprach-, Vers- und Orthographiereformer sowie als Sprachpuristen in der Nachfolge Luthers,[2] der nach der „ehrsten Lutherischen Sprachreinigung“[3] mit Neologismen den Wortschatz der deutschen Literatursprache erweitern wollte. Wegen der von ihm empfohlenen Orthographie, die von Zeitgenossen als skurril empfunden wurde,[4] blieb ihm die Mitgliedschaft in der Fruchtbringenden Gesellschaft lange Zeit versagt. Erst Anfang 1649 besuchte Zesen Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen und wurde von diesem als Mitglied aufgenommen. Als Gesellschaftsname wurde Zesen der Wohlsetzende verliehen und als Devise der Natur nach zugedacht. Zesens Emblem zeigt das Ruhrkraut. Im Köthener Gesellschaftsbuch findet sich unter der Nr. 521 auch Zesens Reimgesetz anlässlich seiner Aufnahme:

Wolsetzend der Natur, bin ich hier genant,
Weil uns das Ruhrkraut pflegt im leibe wol Zu setzen
Was ungesundes drin: Also muß wol bekant
Und flüßig sein die schrift, die einen sol ergetzen:
Man sich für neurung hüt’ in ieder kunst und stand,
Das man nicht red’ darvon und ursach sey Zu schertzen:
Wer dan aufbringen wil was neues, nehm in acht
Das er es stell’ und schreib’ aus gutem vorbedacht.

Angemerkt sei hier, dass es sich bei diesen Zeilen um die von Zesen selbst verbesserte letzte Fassung handelt.

1653 auf dem Reichstag zu Regensburg wurde Zesen von Kaiser Ferdinand III. persönlich geadelt, und 1667 wurde er zum Hofpfalzgrafen erhoben.

Wahrscheinlich gründete Zesen schon 1642 in Hamburg eine Sprachgesellschaft mit Namen Deutsch-Zunfft. Ein Jahr später ging diese aber in die Deutschgesinnte Genossenschaft über. Diese Vereinigung hatte sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die deutsche Sprache zu bewahren und Einflüsse durch Fremdwörter zu vermeiden.

Erwähnt werden muss auch die rege Übersetzungstätigkeit Zesens. Erstaunlich sind die Anzahl der übersetzten Werke (Blume[5] listet 14 Titel auf), ihre Themenvielfalt (neben Romanen auch Sachbücher: Militärarchitektur (Festungsbau), Heilkunde, Staatswesen, außereuropäische Kulturen/Geographie, Technik des Zeichnens, Reden), die Mehrsprachigkeit des Übersetzers (Niederländisch, Französisch, Lateinisch, Italienisch) sowie der oft kurze zeitliche Abstand zwischen dem Erscheinungsdatum des Originals und dem der Übersetzungen. Gerade auch bei Übersetzungen hat Zesen viele Wortneubildungen (Lehnübersetzungen, Lehnübertragungen) geschaffen.

Durch seine schrift- und sprachreformerischen Bemühungen polarisierte Zesen sowohl seine Mitwelt, als auch seine Nachwelt bis weit ins 19. Jahrhundert hinein[6]. Manche Zeitgenossen bewunderten ihn, er schuf sich jedoch auch viele Feinde, die ihn mit beißendem Spott überzogen. Es gab Freunde Zesens, die ihre Position wechselten und zu erbitterten Gegnern wurden (besonders Rist, weniger auch Harsdörffer)[7]. Schon wenige Monate nach seinem ersten Besuch, nämlich am 16. Mai 1649, entzog ihm auch Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen in einem Brief[8] wieder seine Gunst.

Zesen schrieb nahezu 90 Bücher fast aller poetischer Gattungen und starb im Alter von 70 Jahren am 13. November 1689 in Hamburg.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sämtliche Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Philipp von Zesen: Sämtliche Werke. Unter Mitwirkung von Ulrich Maché und Volker Meid hrsg. v. Ferdinand van Ingen. Berlin [u. a.]: De Gruyter 1970– (bis 2018 erschienen: Band 1–18(1) in 25 Teilbänden).

Einzeltitel (Auswahl[9], Kurztitel)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Online-Ausgaben über die Fußnoten zu den Einzeltiteln

Titelblatt Leo Belgicus
  • Melpomene (1638),[10] Lyrik
  • Deutscher Helicon (1640),[11] Poetik
  • Himmlische Kleio (1641), Lyrik
  • FrühlingsLust oder Lob-, Lust- und Liebeslieder (1642), Gedichtesammlung
  • Poetischer Rosen-Wälder Vorschmack (1642),[12] Schäferdichtung
  • Hooch-Deutsche Spraach-Übung (1643),[13] literaturtheoretische Abhandlung
  • Liebesbeschreibung Lysanders und Kalisten (1644),[14] Romanübersetzung (siehe unten)
  • (Ritterholds von Blauen) Adriatische Rosemund (1645),[15] autobiographischer Roman
  • Lustinne (1645),[16] Gedichtesammlung[17]
  • Die afrikanische Sofonisbe (1646),[18] Romanübersetzung (siehe unten)
  • Zum dritt- und letzten mahle...ausgefärtigter Hoch-deutscher Helikon[19] (1649),[20]Technik der Poetik, Reimlexikon
  • Leo Belgicus (= lateinische Version, 1660), Niederländischer Leue (= deutsche Version, 1677[21]), Geschichtswerk
  • Beschreibung der Stadt Amsterdam[22] (1664)[23]
  • Schöne Hamburgerin (1668),[24] Lieder
  • Assenat (1670),[25] biblischer Roman
  • Reiselieder (1677)
  • Simson (1679),[26] biblischer Roman

Das Werk „Kurtze Doch grundrichtige Anleitung zur Höfligkeit“ (1649)[27] ist Zesen gewidmet (der Dankesworte schreibt), jedoch nicht von Zesen verfasst. Autor ist „Der Schmäkkende“, Pseudonym von Hans Adolph von Alewein.[28] Im Anhang (S. 84–107) sind Briefe Zesens abgedruckt.

Übersetzungen (Kurztitel)[5][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Liebes-beschreibung Lysanders und Kalisten (1644);[29] Übersetzung von: Vital d’Audiguier: Histoire trage-comique de nostre temps. Sous les noms de Lysandre et de Caliste (1624, französisch).
  • Ibrahims oder Des Durchleuchtigen Bassa und der Beständigen Isabellen Wundergeschichte (1645);[30] Übersetzung von: Ibrahim ou l’illustre Bassa (1644, französisch).
  • Der herzlich-verliebte schmerzlich-betrübte Roselieb (1646); Übersetzung von: Torquato Tasso: Aminta (italienisch).
  • Die afrikanische Sofonisbe (1647);[31] Übersetzung von: François Du Soucy Sieur de Gerzan: L’histoire africaine de Cleomede et de Sophonisbe (1627–1628, französisch).
  • Matthiæ Dögens Heutiges Tages Übliche Kriges Bau-kunst (1648);[32] Übersetzung von: Matthiae Dögen Dramburgensis Marchici Architectura Militaris Moderna (1647, lateinisch).
  • Eine gedoppelte Rede/ Welche Carolus I. König in Engeland… hette führen können… (o.O.u.J.,[33] 1649); Übersetzung von: August Buchner: Quid Carolus I. Britanniarum rex, loqui potuerit… (o.O.u.J., 1649, lateinisch).
  • Handbuch der itzt üblichen Kriegsbaukunst (1667);[34] Übersetzung von: George Fournier: Traité des Fortifications ou architecture militaire… (1654, französisch).
  • Anweisung zur algemeinen Reis- und Zeichenkunst (1669);[35] Übersetzung von: Willem Goeree: Inleydinge Tot de Al-ghemeene Teycken-konst… (1668, niederländisch).
  • Denckwürdige Gesandtschafften der Ost-Indischen Geselschaft in den Vereinigten Niederländern… (1669);[36]; Übersetzung von: Montanus Arnoldus: Gedenkwaerdige gesantschappen der Oost-Indische maetschappy… (1669, niederländisch).
  • Umbständliche und Eigentliche Beschreibung von Africa… (1670);[37] Übersetzung von: Olfert Dapper: Naukeurige Beschrijvinge der Afrikaenschen Gewesten…(1668, niederländisch).
  • Schatz der Gesundheit (1671);[38] Übersetzung von: Joh. van Beverwyck: Schat der Gesontheyt (o.O.u.J., 1637, niederländisch).
  • Schatz der Ungesundheit (o.O.u.J.);[39] Übersetzung von: Joh. van Beverwyck: Schat der Ongesontheyt (1642, niederländisch).
  • Kriegsarbeit Oder Neuer Festungsbau (1672);[40] Übersetzung von: Allain Manesson: Les Travaux de Mars ou la Fortification nouvelle (1671–1672, französisch).
  • Filips von Zesen Niederländischer Leue (1677);[41] Übersetzung von: Leo Begicus (1660, lateinisch); siehe oben Werke.

Wortschöpfungen[42][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zesens Urheberschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Urheberschaft der von Zesen verwendeten Wortneubildungen ist manchmal zweifelhaft. Enge Kontakte zu vielen Zeitgenossen (Harsdörffer, Rist, Schottel, Opitz, Gueintz, von Alewein, Bellin, Rompler von Löwenhalt, Habichthorst, Neumark), die ihn bewunderten und ihm teils unverhohlen nacheiferten, sind belegt.[43] Außerdem profitierte Zesen seinerseits von seine Dichterkollegen, sodass die Grenzen manchmal schwer zu ziehen sind. Auch die bisherige Literatur hat bei Zesen Spuren hinterlassen: „Viele der von ihm bloß übernommenen Verdeutschungsvorschläge weist das DWb [Deutsche Wörterbuch] [schon] zum ersten Mal bei Luther oder dem Schweizer Lexikographen Josua Maaler [Die teütsch Spraach (1561)] nach.“[44] Umgekehrt sind aber „im Grimmschen Wörterbuch […] viele der [eigenen] Wortbildungen Zesens nur mittelbar dadurch gebucht, daß sie in Kaspar Stielers Wörterbuch Der teutschen Sprache Stammbaum und Fortwachs (1691) belegt sind.“[45] „Desgleichen sind Zesensche Bildungen in anderen Wörterbüchern des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts […] registriert und auf diese Weise ins Deutsche Wörterbuch aufgenommen worden.“[45]

Zu der Frage, was wirklich von Zesen stammt und was nicht, gibt es zwei gegensätzliche Positionen.

Bei allen von Zesen selbst in seinen Werken aufgeführten Wortneubildungen unterstellt Blume[46] seine Urheberschaft genau dann, wenn im Grimmschen Wörterbuch keine frühere Quelle verzeichnet ist, also auch dann, wenn überhaupt kein Worteintrag vorliegt (eine sehr weitherzige Sicht). Umgekehrt glaubt Hugo Harbrecht im Vermerk zu seinem Verzeichnis der von Zesen verdeutschten Lehn- oder Fremdwörter[47] „Die meisten der hier aufgeführten Verdeutschungen sind nicht eigene Schöpfungen Zesens, sondern deutschen oder holländischen Schriftstellern entnommen.“ Einzelurteile gibt Kluge ab, der in seinem Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache aber nur wenige im Deutschen angenommene Wortneubildungen erfasst.

Verdeutschungen von Fremdwörtern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfolgreiche Verdeutschungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zesen erfand für zahlreiche Fremdwörter Verdeutschungen, die Eingang in die deutsche Sprache gefunden haben, wie

Erfolglose Verdeutschungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andere vorgeschlagene Fremdwortübersetzungen wirken heute teilweise kurios oder unbrauchbar, wie

Zur Schreibweise ist anzumerken, dass Harbrecht in seiner Dissertation die alternative Orthographie Zesens (siehe das Gedicht oben) schonend modernisiert hat (also Geburtsart statt „Gebuhrtsahrt“ etc.). Dies wird von Blume[5] kritisiert, da es zu Missverständnissen führen kann.

Alle oben angeführten Wort(neu)bildungen sind in Zesens Werken angeführt. Zu verschiedenen Zeiten hat er oft verschiedene Bildungen protegiert, von anderen wieder Abstand genommen. „So führt er nach und nach die [früher substituierten] Wörter Fenster, Natur, Opfer, Fieber, Altar, Pomeranze, Person, spazieren gehen und andere [später] wieder ein.“[130] Oft benutzt er wechselnd mehrere Verdeutschungen für denselben Begriff, ohne dass ein Bedeutungsunterschied immer erkennbar wäre. Nur in Einzelfällen ist entscheidbar, ob die von ihm benutzten Wörter seinen Zeitgenossen schon bekannt waren oder von ihnen sogar übernommen wurden (siehe oben).

Häufig wird vergessen, dass nicht jede Wortschöpfung Zesens eine „Verdeutschung“ darstellt oder die Elimination eines Fremdwortes beabsichtigt. So liest man bei Harbrecht:[131] „Krautbeschreiber = Botaniker“ und vermutet, dass Zesen den Begriff Botaniker durch Krautbeschreiber ersetzt sehen wollte. Tatsächlich ist aber das Fremdwort Botaniker in dieser Form im 17. Jahrhundert unbekannt.[132] Blume[133] dagegen notiert: „Krautbeschreiber […] [für niederländisch] Kruydt-beschrijvers, E. Botaniker“ mit dem Zusatz „E.“ (= entspricht). Blume: „Damit werden nur erschlossene oder angenommene [(!)] fremdsprachliche Vorbilder gekennzeichnet, ausserdem Beschreibungen des Bedeutungsinhaltes der betreffenden Wortneubildung“.[134] In der Regel läuft dies darauf hinaus, dass Zesen die „E.“-Wörter Blumes, die Harbrecht nicht als solche markiert, weder benutzte noch auch kannte. In diesem Zusammenhang kritisiert Blume[135] zwei von Harbrecht unterstellte Vorbilder Zesens: „Zoologischer Garten“ (Zesens „Tiergarten“ sei eher ein zur Jagd geeigneter Wildpark) und „Taktstock“ (Zesens „Schlagstempel“ sei eher Teil des Mechanismus eines Glockenspiels).

Irrtümlich Zesen zugeschriebene Verdeutschungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zesen werden oft Verdeutschungen zugeordnet, die nach Kluge[48] erst später aufgekommen sind: Emporkömmling (Parvenue) erst bei Ramler 1796, Wieland 1809, noch fremd für Campe; Nachruf bei Zesen noch Ersatzwort für Echo, in der Bedeutung Nekrolog noch fremd für Campe, Weltall erst bei Wieland 1751, Kant 1755.

Angelpunkt (Pol), Spottnachbildung (Parodie), Blitzfeuererregung („Electrisirung“) sind für Joachim Heinrich Campe typische Neubildungen, die sich alle in seinem „Wörterbuch der deutschen Sprache“ finden, nicht jedoch vorher bei Johann Christoph Adelung („Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart“).

Außerdem werden Zesen Verdeutschungen von Fremdwörtern nachgesagt, die zu Zesens Lebzeiten noch gar nicht im Deutschen existierten,[136] besonders „Mortalität“ (erst 1797 bei Christoph Wilhelm Hufeland), möglicherweise auch „Kolorit“ (erst 1755 aus dem Italienischen, („kolorieren“ dagegen schon 1562 aus dem Lateinischen)) und „Exkursion“ (aus dem Französischen, zivil erst 1770, militärisch bereits 1689). Auch „Queruliren“ ist erst bei Campe belegt (dafür schlägt er „klägeln“ vor).

Für das mindestens in der lateinischen Form (res publica) bekannte Wort Republik bildet erst Wieland 1779 das Ersatzwort Freistaat.[48]

Umgekehrt wird Testament(um) schon im 15. Jahrhundert durch Letzter Wille umschrieben.[137] Auch für viele andere juristische Fachausdrücke gab es schon Verdeutschungen. Zesen: „Deutschlieb [[[Alter Ego]] Zesens]: Klingt es denn nicht ebenso wohl, wenn ich spreche; […] die Vollmacht, der Rechtsbegriff, der Vertrag, Fruchtniessung, gewährs erhaltung, übergebung oder übergabe, Erbsatzung oder letzter Wille […] als im Lateinischen plenipotenz, Pandectae, contract, usus fructus, usucapio, donatio, testamentum. Drüm gefällt mier die Köthnische Übersetzung der Juistinianische Lehrbücher nicht über/ weil dergleichen Kunstwörter darinnen durch und durch auf deutsch gegeben seyn.“[138] Hieraus schließt Harbrecht: „Alle diese Vedeutschungen waren also schon vorher in die deutsche Sprache eingeführt worden.“ Lediglich Rechtsbegriff (Pandectae) könne Zesen zugeschrieben werden.[139]

Die häufig zitierte Verdeutschung „Gesichtserker“ für Nase ist keine Wortschöpfung Zesens, sondern, wie bereits im 19. Jahrhundert in sprachwissenschaftlichen Werken festgestellt, eine zu seiner Verspottung gedachte Erfindung seiner Gegner[140]: „Es wäre Zeit, dass man nach zweihundert Jahren wenigstens diesen Fleck von dem Bilde des Mannes entfernte, der viel gearbeitet, ernst gestrebt, wenn auch oft geirrt hat.“ (Otto von Leixner: Geschichte der Deutschen Literatur).

Eine weitere, von Zesen tatsächlich, aber nur satirisch gebrauchte Umschreibung für Nase ist Löschhorn (originale Schreibung: „Leschhorn“)[141] Auch dieses Wort stammt nicht von Zesen, man findet es in der Bedeutung „grosze unförmliche Nase“ (Grimm) schon bei Folz und bei Fischart.[142]

Direkte Übersetzungen[143][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freie Wortneubildungen[171][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lebenslauf (S. 88),
  • Lebensgefahr (S. 118),
  • Neidteufel (S. 100),
  • Engelmensch (S. 142),
  • Seelenschönheit (S. 135),
  • Glaubensfreiheit (S. 160),
  • Gewissensfreiheit (S. 160),
  • Verteidigungsschrift (S. 126),
  • Wechselgesang (S. 110),
  • Liebesgedichte (S. 126),
  • Liebedienste (S. 107),
  • Siegesmahl (S. 107),
  • Kunstverstand (S. 193),
  • Hochachtbarkeit (S. 43),
  • Beherztheit (S. 45),
  • Pflichtschuldigkeit (S. 44),
  • Gewalttätigkeit (S. 44),
  • Grundbedeutung (S. 146),
  • Gegenstimme(musikalisch) (S. 155),
  • Geburtsort (S. 161),
  • Heldenmut (S. 133),
  • Lebensgeschichte (S. 126),
  • Dichterkrone (S. 133),
  • Wortbildung (S. 94),
  • Feigling (S. 57),
  • Landleben (S. 101),
  • Schimpfdichter, Sticheldichter (S. 110),
  • Sinnenburg (für Stirn) (S. 119),
  • Misshoffnung (für Enttäuschung) (S. 161),
  • Luftkinder (für Vögel) (S. 133),
  • treudeutsch[172]

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. M. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912.
  • Ferdinand van Ingen: Philipp von Zesen in seiner Zeit und seiner Umwelt. De Gruyter, Berlin 2013, ISBN 978-3-11-029299-2.
  • Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. (Dissertation) Gießen, 1967, DNB 482213019.
  • Alfred Gramsch: Zesens Lyrik. Phil. Diss. Marburg 1921. Edda-Verlag Kassel 1922
  • Eberhard Lindhorst: Philipp von Zesen und der Roman der Spätantike. Ein Beitrag zu Theorie und Technik des barocken Romans. Univ. Diss., Göttingen 1955, DNB 480583056 (Neudruck 1997).
  • Hans Obermann: Studien über Philipp von Zesens Romane. Univ. Diss., Göttingen 1932.
  • Chrystèle Schielein: Philipp von Zesen. Orthographiereformer mit niederländischen Vorbildern? Univ. Diss., Erlangen 2002, DNB 97040378X.
  • Maximilian Bergengruen; Dieter Martin (Hrsg.): Philipp von Zesen. Wissen – Sprache – Literatur. Niemeyer, Tübingen 2008, ISBN 978-3-4843663-0-5.
  • Michael Klemm: Wenn die Sorre im Gilbhart durch die Zeugemutter fährt… Kleine Geschichte der sprachpflegerischen Eindeutschungen – von erfolgreich bis skurril. In: Lingua et Opinio (studentische Zeitschrift an der TU Chemnitz), 18. Januar 2000.

Werk- und Literaturverzeichnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Philipp von Zesen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Philipp von Zesen – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Max Gebhardt: Untersuchungen zur Biographie Philipp Zesens. Dissertation an der Kaiser-Wilhelms-Universität Strassburg, Berlin 1888, S. 17.
  2. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. (Diss.) 1967, S. 104.
  3. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 104.
  4. So schrieb Zesen regelmäßig i statt ie wie in si und di. Außerdem benutzte er zz statt tz, kk statt ck und Buchstabenverbindungen wie chch, etwa im Wort versprochchen. Quelle: Adriatische Rosemund. Fünftes Buch. Kurzer entwurf der alten und izigen Deutschen.
  5. a b c Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. (Diss.) 1967.
  6. Blume a.&nsp;a.&nsp;O., S. 17.
  7. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Karlsruhe in Baden: Gillardon 1912 (Diss.), Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967 (Diss.).
  8. Auszugsweise zitiert bei Blume a. a. O., S. 12
  9. Online weitere, insbesondere auch kleinere Werke Zesen über die Deutsche Digitale Bibliothek: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/searchresults?query=affiliate_fct_role_normdata%3A%28%22http%3A%2F%2Fd-nb.info%2Fgnd%2F118636596_1_affiliate_fct_involved%22%29&isThumbnailFiltered=false
  10. Online-Ausgabe
  11. Online-Ausgabe (Teil 1)
  12. Online-Ausgabe: urn:nbn:de:bvb:12-bsb10862429-1.
  13. Online-Ausgabe
  14. Online-Ausgabe: urn:nbn:de:gbv:32-1-10001647432.
  15. Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv
  16. Online-Ausgabe
  17. Zusammen mit Die Adriatische Rosemund veröffentlicht (ab S. 298) und teilweise als dazugehörig angesehen.
  18. Online-Ausgabe
  19. Vom Helikon gibt es insgesamt vier(!) Ausgaben
  20. https://books.google.de/books?id=dVc7AAAAcAAJ&pg=PR1&dq=dritt-++mahl+helikon+inauthor:zesen&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjlpuCsnu_cAhVnIpoKHe6fCNoQ6AEIRTAG#v=onepage&q=dritt-%20%20mahl%20helikon%20inauthor%3Azesen&f=false Online-Ausgabe, Teil 1-3; die Google-Bezeichnung „Hochteutscher Helicon“ entspricht nicht dem Buchtitel
  21. Online-Ausgabe
  22. Vollständiger Titel: „Darinnen von Derselben ersten ursprunge bis auf gegenwärtigen zustand/ ihr unterschiedlicher anwachs/ herliche Vorrechte/ und in mehr als 70 [andere Ausg.: „und in 60“] Kupfer-stükken entworfene führnehmste Gebeue/ zusamt ihrem Stahts-wesen/ Kauf-handel/ und ansehnlicher macht zur see/ wie auch was sich in und mit Derselben märkwürdiges zugetragen vor Augen gestellet werden“
  23. Online-Ausgabe: urn:nbn:de:bvb:12-bsb11121953-9
  24. Online-Ausgabe: urn:nbn:de:bvb:12-bsb11121953-9
  25. Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv
  26. Online-Ausgabe
  27. Online-Ausgabe
  28. Philipp von Zesen: Sämtliche Werke. Band XII: Gesellschaftsschriften, S. 463.
  29. Online-Ausgabe
  30. Online-Ausgabe, 3./4. Teil: urn:nbn:de:gbv:3:1-724548; Ausgabe Zweybrücken 1667, Teil 1–4: urn:nbn:de:bvb:12-bsb10097933-2
  31. Online-Ausgabe
  32. Online-Ausgabe
  33. Online-Ausgabe
  34. Online-Ausgabe
  35. Online-Ausgabe (Staatsbibliothek Hamburg)
  36. Online-Ausgabe
  37. Online-Ausgabe
  38. Online-Ausgabe
  39. Online-Ausgabe (Dem Schatz der Gesundheit beigebunden)
  40. Online-Ausgabe: Teil 1, Teil 2
  41. Online-Ausgabe
  42. Die im Folgenden bei Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912, und Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967 angegebenen Seitenzahlen beziehen sich auf Zesen-Originale. Ausnahme: Für Adriatische Rosemund werden bei beiden die Seitenzahlen der Neuausgabe Philipp von Zesen: Adriatische Rosemund. Hrsg.: Max Hermann Jellinek. Halle a. S.: Niemeyer 1899=1645. zugrundegelegt.
  43. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen, Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger (teils mit jeweiligen Wortlisten)
  44. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. S. 194.
  45. a b Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 196
  46. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 26 f.
  47. Hugo Harbrecht: Zeitschrift für deutsche Wortforschung XIV (1912/13), S. 71–81; im Wesentlichen eine Zusammenfassung mit nur geringer Erweiterung der Wortlisten seiner Dissertation Philipp von Zesen als Sprachreiniger.
  48. a b c d e f g Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 18. Auflage. De Gruyter, Berlin 1960.
  49. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 26; Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 1960, meint, diese Bedeutung von „Adresse“ sei erst später belegt.
  50. zit. nach: Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 49.
  51. Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 18. Auflage. De Gruyter, Berlin 1960, bei Commenius 1658 nach niederländisch boekerij.
  52. Bei Zesen auch „Buuch-kammer“, dieses jedoch übernommen von Serranus (1552) (zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 127).
  53. Nach Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 18. Auflage. De Gruyter, Berlin 1960, bei Harsdörffer 1644.
  54. Nach Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 18. Auflage. De Gruyter, Berlin 1960, schon Buchtitel 1536, von Gryphius (1616–1664) gebraucht, von Gottsched 1757 durchgesetzt.
  55. Nach Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 18. Auflage. De Gruyter, Berlin 1960, durchgesetzt von Harsdörffer, Zesen und Schottel. Nach Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 160, verwendet Zesen in seinen Schriften jedoch häufiger den Begriff „Schreibrichtigkeit“!
  56. Nach Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 18. Auflage. De Gruyter, Berlin 1960, bei Kepler 1613.
  57. Von Zesen dafür auch „Urschreiber, Urverfasser = Autor“ (zit. n. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 22). „Schrift-Verfasser“: „auctores“ (zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 91.
  58. Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 18. Auflage. De Gruyter, Berlin 1960, für lat. projectum.
  59. zit. nach: Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 59.
  60. a b zit. nach: Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 21.
  61. zit. nach: Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 26.
  62. zit. nach: Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 39, S. 56.
  63. Bei Zesen hierfür auch „Überschrift“
  64. Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 18. Auflage. De Gruyter, Berlin 1960, für lateinisch symbolum.
  65. zit. nach: Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 22.
  66. a b c zit. nach: Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 23.
  67. zit. nach: Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 49.
  68. „daher augen- oder zeit-blik [:] monumentum [sic!]“; Brief Zesens, zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 136: „Gemeint ist sicher ‚momentum‘.“ Grimm: Deutsches Wörterbuch ist hier ungenau.
  69. „Staht-wesen […] E[ntspricht] Republik; Staht-wesen[…] Respublica“: zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 140
  70. a b zit. n. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 44
  71. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 130: „ndl. ontleedkunde […]. E[ntspricht] Anatomie“. Vgl. auch Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 53: „Entgliederer, ndl. ontleeders, Anatomen.“
  72. original: „nonnen-kloster; Jungfer-zwünger“ (Zesen: Ritterholds von Blauen Adriatische Rosemund. Amsteltam 1645, S. 367. Zesens Argumente für diese Wortbildung: s. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 45 f.)
  73. „Mans-zwünger, E[ntspricht] Mönchskloster“, zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 90.
  74. „Meichel-puffer […][französisch] pistolets“, zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 114.
  75. „pistohl / reit-puffer“ (Zesen: Ritterholds von Blauen Adriatische Rosemund. Amsteltam 1645, S. 366).
  76. zit. n.: Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 22, S. 35, S. 25, (Argumentation)
  77. Argumente Zesens bei Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 98 f.
  78. Bei Zesen auch „Geburtsart = Natur, Charakter“ s. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 16.
  79. zit. n. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 57; Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, „E[ntspricht] Alchimie, Chemie.“ Johann Heinrich Campe ist nicht der Urheber!
  80. zit. n. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 21; Campe später „Kunsthöhle“!
  81. Olfert Dapper: Umbständliche und Eigentliche Beschreibung von Africa (= Naukeurige beschrijvinge der Afrikaensche gewesten van Egypten, dt. von Philipp von Zesen) Amsterdam 1670 (Online-Ausgabe) S. 90: „Mumien oder ausgedorrete Leichen“; bei Campe später „Dörrleichen“
  82. zit. n. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 21
  83. „Wechsel-weh“: zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 110: „Fiber“
  84. „Zitter-sucht“: zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 160: „Fiber“.
  85. zit. n. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 27
  86. „Grohs-erz-vater“: Zesen: Ritterholds von Blauen Adriatische Rosemund. Amsteltam 1645, S. 366
  87. „schähl-sichtigkeit/libes-eifer“ (Zesen: Ritterholds von Blauen Adriatische Rosemund. Amsteltam 1645, S. 367.)
  88. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 35: „ndl. verschietinghe[…] perspectiue“
  89. zit. n. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 41; nach Grimm: Deutsches Wörterbuch aber schon mittelhochdeutsch!
  90. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 109: „Gang-lehrer […] E[ntspricht] Stoiker (!)“
  91. Zesen, Philipp von: Assenat. Amsterdam, 1670, Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv, S. 439, 488 „Abspühler“.
  92. Zesen, Philipp von: Assenat. Amsterdam 1670. Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv, S. 506.
  93. zit. n. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 24.
  94. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 115: „E[ntspricht] Opfer“.
  95. a b c zit. n. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 39
  96. nach Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 39 „= Kritiker, Recensent“; nach Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 147, lateinisch judices, „E[ntspricht] Kritiker“
  97. zit. n. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 57; Campe ist nicht der Urheber!
  98. „lihb-reiz/oder lust-kind“ (Philipp von Zesen: Ritterholds von Blauen Adriatische Rosemund. Elzevihr, Amsteltam 1645, S. 366. Online-Ausgabe)
  99. zit. n. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 56.
  100. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967: „E[ntspricht] Almosen“.
  101. „leib-geschwohrner […] E[ntspricht] Sklave“ (zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 122).
  102. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 135
  103. in Zesens Schreibung „Mängeklumpf“: Zesen, Philipp von: Der erdichteten Heidnischen Gottheiten, wie auch Als- und Halb-Gottheiten Herkunft und Begäbnisse, den Liebhabern nicht allein der Dicht-, Bild- und Mahler-Kunst, sondern auch der gantzen Welt- und Gottes-Gelehrtheit zu erleuterung ihres Verstandes zu wissen nöhtig / kurtzbündig beschrieben durch Filip von Zesen. Hofman, Nürnberg 1688, S. 3–5 (Online-Ausgabe).
  104. zit. n. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 38 unten.
  105. „Tahl-munde“: zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 135: Eigenname mit Femininsuffix.
  106. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 133.
  107. zit. n. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 33 unten.
  108. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 117: französisch autels.
  109. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 114: „Reucherhöhe“, „räucher-tisch“.
  110. original: „zeit-blik“ (Zesen: Ritterholds von Blauen Adriatische Rosemund. Amsteltam 1645, S. 366.)
  111. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 91: „Schif-halter“
  112. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 60
  113. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 105
  114. „Comedie“: zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 116; ndl. schouwburgh: „Theater“.
  115. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 55.
  116. „wält-sälig“: zit n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 70.
  117. „Al-begrif […] E[ntspricht] Kosmos“: zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 8.
  118. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 129.
  119. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 146: „E[ntspricht] Schafott“.
  120. „Lust-getöhne […]E[nstpricht] Musik“: zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 118
  121. a b c zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 155.
  122. Zesen: Ritterholds von Blauen Adriatische Rosemund. Amstaltam 1645, S. 264: „dar-unter die Lährer an den Hohen-Schulen“. „Hochschule“ erst bei Wolke
  123. Harbrecht a.&nsp;a.&nsp;O., S.&nsp;13.
  124. Versus band / reim-band / dicht-band [...]“: Philipp von Zesen: Hoch-deutscher Helikon. Wittenberg 1649, Anzeiger der fremden Wörter [unpaginiert].
  125. Psalmus andachts-lied“: Philipp von Zesen: Hoch-deutscher Helikon. Wittenberg 1649. Anzeiger der fremden Wörter [unpaginiert].
  126. Facultas vermögenschaft“: Philipp von Zesen: Hoch-deutscher Helikon. Wittenberg 1649. Anzeiger der fremden Wörter [unpaginiert].
  127. Metrum Dicht-maß-band“: Philipp von Zesen: Hoch-deutscher Helikon. Wittenberg 1649. Anzeiger der fremden Wörter [unpaginiert].
  128. Caesura durch-schnitt“: Philipp von Zesen: Hoch-deutscher Helikon. Wittenberg 1649. Anzeiger der fremden Wörter unpaginiert].
  129. Sonnet Kling-gedichte. ein zwei-siebender“: Philipp von Zesen: Hoch-deutscher Helikon. Wittenberg 1649. Anzeiger der fremden Wörter unpaginiert].
  130. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 80.
  131. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 59.
  132. Hans Schulz, Otto Basler: Fremdwörterbuch. Band 7. Vgl. auch Google-Books/Suche. Im Wörterbuch erst bei Campe 1801 gebucht (Wörterbuch der deutschen Sprache, Erg. Bd., 1. Aufl.).
  133. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 92
  134. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 6.
  135. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 22.
  136. Hans Schulz, Otto Basler: Deutsches Fremdwörterbuch. Band 7: Quellenverzeichnis, Wortregister, Nachwort. Hrsg.: Alan Kirkness. De Gruyter. Berlin 1988.
  137. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 3. Auflage. Deutscher Taschenbuchverlag, München 1997.
  138. Hooch-Deutsche Spraach-Übung (1643), S. 44.
  139. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 13.
  140. Siehe Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 18. Auflage. De Gruyter, Berlin 1960, unter ‚Gesicht‘.
  141. „[…] wenn er sein klugelweises Löschhorn […] hätte hineinstecken wollen.“ (zit. n. Hugo Harbrecht: Philipp von Zesen als Sprachreiniger. Gillardon, Karlsruhe in Baden 1912 (Diss.), S. 51.)
  142. LÖSCHHORN, n.. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Hirzel, Leipzig 1854–1961 (woerterbuchnetz.de, Universität Trier).
  143. Die Grenze zwischen Verdeutschungen und direkten Übersetzungen ist nicht scharf zu ziehen. Zu manchen Verdeutschungen mag Zesen durch „Übersetzung“/Nachbildung eines fremdsprachlichen (insbesondere niederländischen) Originals gekommen sein.
  144. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesen Wortneibildungen. 1967, S. 107
  145. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 73.
  146. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 100.
  147. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 93.
  148. „Küzzelworte“, zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 114.
  149. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 143.
  150. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 153.
  151. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 156.
  152. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 169.
  153. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 168.
  154. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 114.
  155. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 35.
  156. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 36.
  157. Zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 120.
  158. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 127.
  159. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 36.
  160. „Übermahlung“, zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 36.
  161. „Haar-kreuseler“, zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 92; Campe ist nicht der Urheber!
  162. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 92.
  163. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 160.
  164. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 140.
  165. „Meer-änge“, zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 136.
  166. „Frey-stat“, zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 149.
  167. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 123.
  168. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 44.
  169. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 95.
  170. zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 101.
  171. Alle von Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, unter dem Vorbehalt seiner freizügigen Deutung von Zesens Urheberschaft (siehe oben); in Klammern die jeweiligen Seitenzahlen
  172. („träu-deutsch“: zit. n. Herbert Blume: Die Morphologie von Zesens Wortneubildungen. 1967, S. 152, der auf Grimm: Deutsches Wörterbuch, Band 22 (1952), Sp. 261 unter ‚treu‘ verweist).