Schlanstedt

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Schlanstedt
Einheitsgemeinde Huy
Wappen von Schlanstedt
Koordinaten: 52° 0′ 38″ N, 11° 1′ 51″ O
Höhe: 91 m
Einwohner: 939 (31. Dez. 2016)
Eingemeindung: 1. April 2002
Postleitzahl: 38838
Vorwahl: 039401

Schlanstedt ist ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Huy im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlanstedt liegt im Harzvorland nördlich vor Halberstadt und 50 km westlich von Magdeburg. Zu Schlanstedt gehören die Wohnplätze Grasmühle und Thiemühle.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sage interpretiert den Ortsnamen als „Schlammstedt“:

„by Slammstedt is sump und kot
do fand de grave sinen dod;
up ören höhen wasst gut brod“

Burg Schlanstedt, Außenansicht
Kirche St. Martin Schlanstedt

Im Schlamm, dem Großen Bruch, sei danach 933 unter König Heinrich I. in der großen Schlacht gegen die räuberischen Hunnen, wie die Ungarn damals genannt wurden, Graf Stefan von Regenstein umgekommen. Seine Gattin Theuthelinde habe zu seinem Andenken hier eine kleine hölzerne Kapelle errichtet, das erste Gebäude von Schlanstedt. Später habe sich ein Sohn westlich davon ein Festes Haus gebaut, die eigentliche Burg Schlanstedt, die noch heute steht.

Die ältestes nachweisliche Nennung Slanstetens datiert auf das Jahr 1056, als Papst Victor II. dem Stift Sankt Simon und Judä in Goslar hier Besitz bestätigt. Weitere Erwähnungen gibt es aus den Jahren 1084, als das Kloster Huysburg in Slanstidde eine halbe und 1193 als das Stift „Unserer Lieben Frau“ in Slonstide zweieinhalb Hufen erhält. Aufgrund seiner Lage beherrschte Schloss Schlanstedt von seiner Anhöhe aus die Region zwischen Huy und dem Bruche; bis 1344 die Grafen von Regenstein Schloss und Dorf in Besitz nahmen. Noch im 14. Jahrhundert wurde die Burg von den Halberstädter Domherren den Regensteiner Grafen abgejagt und zum Renaissanceschloss umgestaltet.

Am 1. November 1928[1] wurde der Gutsbezirk Schlanstedt in Teilen mit der Landgemeinde Schlanstedt (Domäne Schlanstedt) und der Landgemeinde Neuwegersleben (Vorwerk Neudamm) vereinigt.

Am 1. April 2002 bildete die Gemeinde Schlanstedt zusammen mit den anderen zehn Gemeinden der aufgelösten Verwaltungsgemeinschaft Huy die neue Gemeinde Huy.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 21. August 1995 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „In Rot eine gezinnte silberne Mauer mit geschlossenem goldenen Tor, dahinter aufsteigend ein gezinnter silberner Mittelturm; über dem Torbogen gekreuzt ein schwarzes Schwert und eine schwarze Turnierlanze mit den goldenen Griffen nach unten, an der goldenen Lanzenspitze eine rot-silberne Quaste, belegt mit einem goldenen Helm geschmückt mit drei senkrechten silbern-roten Federn; der Turm belegt mit einem schrägrechts liegenden silbern-rot gespaltenen Schild.“

Das Wappen ist eine heraldische Überarbeitung eines gebräuchlichen alten, nicht bestätigten Gemeindewappens. Die silberne Mauer wie der zinnenbewehrte Turm symbolisieren sie Burg Schlanstedt, in der Ortsmitte gelegen. 1056 erstmals erwähnt, 1349 als „castrum Slanstedde“ im Besitz der Grafen von Regenstein, ging die Burg in der 2. Hälfte des 14. Jh. in den Besitz des Domkapitels von Halberstadt über. Von letzterem zeugen die Farben Weiß-Rot der Helmzier und der Lanzenquaste, wie auch der Belegung des Turms mit einem geschrägten Schild in den Halberstädter Farben. Die Belegung der Mauer durch Helm, Schwert und Turnierlanze und das geschlossene Tor symbolisieren die einstige Wehrhaftigkeit Schlanstedts und spielen auf die Sage des „Tempelherrenmordes“ an, nach der 1311 unter Graf Heinrich von Regenstein zwölf Tempelherren nach einem Mahl in der „roten Tempelherrenstube“ auf Burg Schlanstedt von seinen Mannen getötet wurden.

Das Wappen wurde von der Magdeburger Heraldikerin Erika Fiedler gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist in Weiß-Rot (1:1) gestreift mit dem aufgelegten Gemeindewappen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feldbahnlok der Strube-Bahn

Ein Teilstück der ehemaligen Strube-Bahn wird heute als Museumsbahn betrieben.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg, 1928, S. 254
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]