Schleswig-Holsteinische Landesforsten

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Schleswig-Holsteinische Landesforsten
Rechtsform Anstalt öffentlichen Rechts (AöR)
Gründung 1. Januar 2008
Sitz Neumünster
Leitung Direktor:
Tim Scherer
Vorsitzende des Verwaltungsrates:
Anke Erdmann
Mitarbeiter 182
Website www.forst-sh.de

Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) betreuen knapp ein Drittel der insgesamt 173.412 Hektar[1] großen Waldfläche Schleswig-Holsteins. Zu den Unternehmensleistungen zählen neben der naturnahen und multifunktionalen Waldbewirtschaftung der Erhalt und die Erhöhung der Biodiversität, der Wasser-, Klima- und Lärmschutz sowie die Bewahrung der Erholungsfunktionen des Waldes.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gründung der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten am 1. Januar 2008 wandelte sich die einst traditionelle Forstverwaltung in ein öffentliches Unternehmen um. Der Hauptsitz in Neumünster bildet die Schnittstelle und den Koordinationspunkt der Geschäftsfelder Holz und Dienstleistungen, Jagd und Wild, Gemeinwohlleistungen sowie biologische und technische Produktion. Es gibt 31 Förstereien. Zu den Landesforsten gehören der Erlebniswald Trappenkamp sowie die Jugendwaldheime in Süderlügum und Hartenholm.

„Unsere Waldwirtschaft“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Waldbaubetriebsanweisung der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten bildet den Rahmen für die jährliche Wirtschaftsplanung. Wichtige Etappenziele sind in der Forsteinrichtung bis 2021 detailliert festgeschrieben. Regelmäßige Stichprobenkontrollen und Bestandsaufnahmen sichern die Verwirklichung der ökonomischen und ökologischen Ziele. In den Wäldern der SHLF entfallen auf jeden Hektar Waldfläche durchschnittlich rund 326 Vorratsfestmeter. Mit einer geplanten nachhaltigen Nutzung von nur 75 Prozent des laufenden Holzzuwachses steigt der Holzvorrat um 110.000 Kubikmeter pro Jahr.

Unter dem Motto „Unsere Waldwirtschaft“ bündeln die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten ihre Pläne zur Bewirtschaftung des Waldes. Ziel ist es, mit vielfältig strukturierten, leistungs- und widerstandsfähigen Mischwäldern zum Arten- und Biotopschutz beizutragen und gleichzeitig eine stabile Ertragsbasis zu schaffen. So bleibt die ökonomische, ökologische und soziale Substanz des Waldes für nachfolgende Generationen erhalten.

Mit der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ stärken die Landesforsten das Bewusstsein für die Werte des Waldes und die Zusammenhänge der Natur. Im Dialog mit Waldnutzern und Waldbesuchern (www.wald-dialog.de) erarbeiten die Landesforsten Konzepte für einen zukunftssicheren Wald.

Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten bewirtschaften die ihnen anvertrauten Wälder nachhaltig und naturnah nach strengen ökologischen und sozialen Maßstäben. Das Unternehmen ist nach den Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC-C010535) zertifiziert. Das FSC-Siegel garantiert unter anderem die langfristig ausgerichtete Nutzung des Waldes, den Schutz natürlicher Ressourcen und den Respekt gegenüber Arbeitnehmerrechten.

Ihr Engagement für ein integratives Konzept, das ökologische, soziale und ökonomische Aspekte verbindet, dokumentieren die Landesforsten mit dem PEFC-Siegel.

Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Förstereien der SHLF sind Naturschutzmaßnahmen integraler Bestandteil der Arbeit. Das Unternehmen engagiert sich zudem mit einer Reihe von Einzelprojekten, etwa im Rahmen des vom Bundesumweltministerium geförderten Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens „Holsteiner Lebensraumkorridore“ oder den Schutzprojekten für Seeadler, Schwarzstörche, Fledermäuse oder Haselmäuse.

Rund 30 Prozent der Waldflächen der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten unterliegen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. In diesen Gebieten erfolgt die Bewirtschaftung nach besonders strengen Regeln. Noch strengere Bestimmungen gelten in den rund 4.800 Hektar Naturwäldern. Sie sind von der Nutzung komplett ausgeschlossen. Auf den übrigen Flächen stehen sehr alte und strukturreiche Bäume unter dem Schutz des Habitatbaumkonzeptes, sie verbleiben bis zum natürlichen Zerfall im Wald.

Waldpädagogik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Waldpädagogik zählt neben dem Naturschutz und der Ausbildung von Forstwirten zu den Gemeinwohlleistungen der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. Die Aktivitäten des Unternehmens in diesem Bereich konzentrieren sich auf die Jugendwaldheime in Hartenholm und Süderlügum sowie auf den Erlebniswald Trappenkamp. Mit zahlreichen Veranstaltungen und Fortbildungen tragen die Waldpädagogischen Zentren der SHLF zur Umweltbildung bei. Der ErlebnisWald Trappenkamp ist als Bildungszentrum zertifiziert, angehende Waldpädagogen können dort das Bundeszertifikat Waldpädagogik erwerben. Die von den Landesforsten geförderte „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ sensibilisiert für die Zusammenhänge in der Natur und für die Notwendigkeit, das hochkomplexe Ökosystem Wald zu erhalten. Sie stärkt die Handlungskompetenz und vermittelt das Rüstzeug für einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Neue Geschäftsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den klassischen Produkten und Dienstleistungen umfasst das Leistungsspektrum der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten unter anderem auch die Pflege von Begräbniswäldern. In Glashütte, Kellenhusen, Sehestedt und Boostedt vermieten die Landesforsten zudem Ferienhäuser und -wohnungen. Ihre waldpädagogischen Angebote für Firmen, Vereine und Familien präsentieren die SHLF auf der Website www.dein-fest-im-wald.de.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ergebnisdatenbank Bundeswaldinventur 2012

Koordinaten: 54° 4′ 19,2″ N, 9° 57′ 34,1″ O