Schloss Adolfsburg

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Luftbild des Schlosses
Ansicht des Schlosses von Nordwesten

Das Schloss Adolfsburg, auch Adolphsburg geschrieben, ist ein Wasserschloss im Hundemtal am Ortseingang von Oberhundem, einem Ortsteil der Gemeinde Kirchhundem.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alter Stich der Adolfsburg, kurz nach Fertigstellung des Schlosses
Innenhof

Schloss Adolfsburg führt seinen Namen auf den Erbauer Johann Adolf von Fürstenberg zurück, der es in den 1670er Jahren errichten ließ. Es handelt sich um ein barockes Wasserschloss, das für den Bauherrn hauptsächlich als Erholungs- und Alterssitz gedacht war. Johann Adolf von Fürstenberg, ein Spross der seit dem 16. Jahrhundert unter anderem in den Ämtern Bilstein und Waldenburg begüterten Familie, gehörte dem geistlichen Stand an. Er war Mitglied des Domkapitels von Münster sowie Domherr und Propst zum Heiligen Kreuz in Hildesheim. Es wird vermutet, dass er den Kapuzinerbruder und Architekten Ambrosius von Oelde mit der Planung der Adolfsburg betraute.

Zwei Kamine im Rittersaal sowie eine Alabasterbüste Johann Adolfs von Fürstenberg sind Arbeiten des Bildhauers Johann Mauritz Gröninger. Vermutlich geht auch die frühere Barockausstattung des Rittersaales auf Entwürfe Gröningers zurück.

Den Bau ermöglichte der Ankauf verschiedener Bauerngüter in Oberhundem durch Johann Adolf aus dem Besitz der Eheleute Wilhelm Heinrich von Bruch und Johanna Maria Stael von Holstein, darunter der so genannte Waltmanns- oder Brucher Hof. Durch Diplom vom 20. Februar 1676 erhob Kaiser Leopold I. das Schloss zum adeligen Herrensitz. Johann Adolf von Fürstenberg betrieb in und um Oberhundem intensiven Grunderwerb und arrondierte damit seinen dortigen Besitz.

Nach Johann Adolf, der von 1679 bis zu seinem Tod 1704 seinen ständigen Wohnsitz in Schloss Adolfsburg hatte, wohnten dort noch zwei weitere Generationen der Familie von Fürstenberg, und zwar Clemens Lothar (1725–1791) mit seiner Familie von 1758 bis zum Ende der 1780er Jahre und der 1766 dort geborene Friedrich Leopold von 1819 bis zu seinem Tod 1835.

Spätere Generationen der Familie von Fürstenberg nahmen ihren Stammsitz in Schloss Herdringen bei Arnsberg. Deshalb erfüllte die Adolfsburg für sie nur noch die Funktion eines Jagdschlosses. Um das Gebäude wieder einer kontinuierlichen Nutzung zuzuführen, wurde es 1919 an die Missionare von der Heiligen Familie vermietet, die dort ihre erste Missionsschule auf deutschem Boden errichteten. 1940 kam es zur Schließung der Schule durch die Nationalsozialisten. Während des Zweiten Weltkrieges waren in der Adolfsburg Evakuierte untergebracht. Außerdem waren hier aus Sicherheitsgründen Teile der Sammlung des Stadtmuseums Düsseldorf deponiert. Erst 1946 konnte die Missionsschule mit zunächst zehn Schülern ihren Betrieb wieder aufnehmen. Seitdem der Orden und die Schule in das 1956 bei Altenhundem errichtete Kloster und Gymnasium Maria Königin eingezogen waren, stand Schloss Adolfsburg über mehrere Jahrzehnte leer und war vom Verfall bedroht.

Nach jahrelangen intensiven Bemühungen um den Erhalt des Bauwerks gelang es Mitte der 1980er Jahre, einen Investor zu finden, der bereit war, das Schloss zu restaurieren und einer angemessenen Nutzung zuzuführen. Am 7. März 1985 wurde die Adolfsburg als Baudenkmal in die Denkmalliste der Gemeinde Kirchhundem eingetragen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Becker, Martin Vormberg: Kirchhundem. Geschichte des Amtes und der Gemeinde. Gemeinde Kirchhundem, Kirchhundem 1994, ISBN 3-923483-15-5.
  • Adolf Färber: Adolfsburg und Rüsper Wald. Olpe 1941.
  • Theo Hundt: Die Adolfsburg, ein Wasserschloss. In: Heimatstimmen aus dem Kreis Olpe. 69. Folge, Nr. 4, 1967, S.. 235–236.
  • Aloys Klein (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte. Kirchspiel und Gemeinde Oberhundem. Selbstverlag, Oberhundem 1972.
  • Albert Ludorff: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Olpe (= Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen. Band 14). Schöningh, Paderborn/Münster i. W. 1903, S. 82–83, Tafel 36–38 (online).
  • Margarete Lippe: Unbekannte Arbeiten von Johann Mauritz Gröninger auf der Adolfsburg und Schloss Herdringen. In: Westfalen. Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde. 21. Jahrgang, 1936, Heft 5, S. 207ff.
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler: Dehio-Handbuch, Nordrhein-Westfalen II: Westfalen. Herausgegeben in Zusammenarbeit mit der LWL-Denkmalpflege u. a.; unter wiss. Leitung von Ursula Quednau. Paderborn 2001, Artikel: Kriechendem, Adolfsburg
  • Martin Vormberg: Die Jagdbezirke von Schloss Adolfsburg. Historische Ortsansichten und Landschaftselemente im Südsauerland um 1743/44. Kirchhundem 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Adolfsburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Koordinaten: 51° 5′ 7″ N, 8° 10′ 11″ O