Fürstenberg (westfälisches Adelsgeschlecht)

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Dieser Artikel behandelt das rheinisch-westfälische Adelsgeschlecht derer von Fürstenberg. Für das gleichnamige südwestdeutsche Adelsgeschlecht, siehe Fürstenberg (schwäbisches Adelsgeschlecht).
Stammwappen der von Fürstenberg

Die Freiherren von Fürstenberg sind ein rheinisch-westfälisches Adelsgeschlecht. Es führt seinen Namen nach der kurkölnischen Landesburg Fürstenberg in Ense-Höingen im Kreis Soest, und wird 1295 mit Hermannus de Vorstenberg erstmals urkundlich erwähnt. Die Familie ist nicht mit dem süddeutschen Fürstenhaus Fürstenberg verwandt.

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Die sichere Stammreihe beginnt mit Wilhelm von Vorstenberg (erwähnt 1319–1349), Richter und Burgmann zu Werl. Stammverwandt waren sie mit den um 1200 erscheinenden Herren von Binolen. Im 13. und 14. Jahrhundert waren die Familienangehörige Gefolgsleute der Kurfürsten von Köln und auch der Grafen von der Mark. Seit dem 14. Jahrhundert dienten sie vor allem den Kurfürsten und sicherten die Grenze zur Grafschaft Mark. Als solche stellten sie Burgmänner für die Burgen ihrer Landesherren etwa auf der namensgebenden Burg Fürstenberg oder in Werl.

Burg Waterlappe bei Fürstenberg (Mutmaßlicher Zustand vor 1680). Kupferstich von Fr. Wlh. v. Schorlemer (19. Jhd.)

Neben der Verbindung mit dem übrigen Niederadel gab es auch Berührungspunkte mit dem städtischen Bürgertum. Seit dem 14. Jahrhundert sind zahlreiche Stadthäuser oder Adelssitze der Familie nicht nur im Herzogtum Westfalen, sondern auch etwa in Dortmund, Soest, Osnabrück und sogar in Köln und Mainz bekannt.

Die Familie Fürstenberg stieg während der Fehden des 14. und 15. Jahrhunderts zu einem wohlhabenden und wichtigen Geschlecht mit Besitzungen an Ruhr und Hellweg auf. Ihr Hauptsitz wurde die Burg Waterlappe im Norden des Fürstenbergs. War die Familie im 14. Jahrhundert vor allem auf Burg Waterlappe konzentriert, bildete sie im 15. und 16. Jahrhundert verschiedene Linien aus. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstanden die Linien Höllinghofen und Neheim. Von der Linie Höllinghofen spaltete sich die Linie Büderich-Hörde ab, aus der wiederum die kurländische Linie in Meddum (Medumu, Bezirk Daugavpils) abstammte. Aus der Linie Waterlappe gingen im 16. Jahrhundert die Linie Stirpe hervor. Weitere Linien des 16. Jahrhunderts waren die in Geldern, Neheim-Neufürstenberg und hervorgehend aus der Linie Neheim die Linie Neheim-Senden. Viele der Linien starben aus. Von den Familienzweigen in Westfalen existierte im 17. Jahrhundert noch die in Waterlappe.[1]

Die Heiratskreise im Spätmittelalter umfassten vor allem den Ritteradel im Herzogtum Westfalen und den angrenzenden Gebieten. Hinzu treten Patrizierfamilien etwa aus Soest, Dortmund und Osnabrück. Die Nachkommen des früheren Kanonikers Gotthard von Fürstenberg verbanden sich stark mit städtischen Führungsfamilien eher kleinerer Städte. Nur einmal ist eine Eheverbindung zwischen zwei Linien der Familie nachweisbar.[2]

Der Grundbesitz konzentrierte sich im späten Mittelalter im Bereich des Herzogtum Westfalen inklusive der an die Grafschaft Mark gefallenen Soester Börde. Auch in der übrigen Grafschaft Mark hatte die Familie Besitzungen. Weiter entfernt lebten die Linien in Geldern, Senden oder Werne. Die meisten der Besitzungen außerhalb der Kerngebiets kamen durch Heirat an die Familie. Anders war es mit dem käuflichen Erwerb von Besitzungen und Weinbergen am Rhein unter anderem in der Nähe von Mainz seit dem 16. Jahrhundert.[3]

Schwedisches Freiherrliches Wappen (1731) der pommerschen Fürstenbergs in der Kirche Groß Bünzow

Die Familie gehörte seit dem Mittelalter zum Stiftsadel. Zahlreiche nachgeborene Söhne und Töchter traten in den geistlichen Stand ein. Damit einher ging für diejenigen, die ein höheres kirchliches Amt anstrebten, meist eine universitäre Ausbildung. Der Kanoniker Hermann von Fürstenberg etwa studierte um 1497 in Bologna. Präbenden hatte die Familie häufig im Kloster Himmelpforten, wo Ursula von Fürstenberg um 1514 Äbtissin war, im Kloster Oelinghausen, im Kloster Paradies, im Kloster Siegburg (1516 war Johann von Fürstenberg Abt) oder im Kloster Scheda inne. Margarete von Fürstenberg war um 1542 Äbtissin im Kloster Welver und Cordula von Fürstenberg um 1560 im Stift Geseke. Daneben gingen aus der Familie eine Reihe von Weltgeistlichen hervor. Erst seit 1471 gelangten mit Friedrich von Fürstenberg in Hildesheim erste Mitglieder der Familie auf Domherrenstellen.[4]

Die Fürstenberger dienten auch im Spätmittelalter vornehmlich den Erzbischöfen von Köln als Landesherren im Herzogtum Westfalen. Einige von ihnen waren im 15. Jahrhundert Freischöffen beim Oberfreistuhl in Arnsberg. Auch an anderen Gerichten waren Mitglieder der Familie Richter. Wennemar von Fürstenberg war um 1371/72 Amtmann in Arnsberg. Bereits früh traten Mitglieder der Familie als Kreditgeber für ihre fürstlichen Herren auf. Wennemar von Fürstenberg († 1387) schuldeten die Erzbischöfe von Köln 700 Gulden. Gotthard von Fürstenberg hat 1445 ein Darlehen von 5000 Gulden vergeben. Dafür erhielt er als Pfand Burg und Stadt Neheim. Dieses Pfand blieb 120 Jahre bei der Familie. In der Folge waren die Fürstenberger dort Amtmann beziehungsweise Drost mit Wohnsitz im Drostenhof (Neheim). Ebenfalls im Amt Werl stellte die Familie seit dem späten 15. Jahrhundert den Drost. Mit der Entstehung der Landstände hatten die Fürstenbergs bedeutenden Einfluss auch auf dem Landtag. Einige Angehörige der Familie waren 1437 an der ersten Erblandesvereinigung zur Begrenzung der Macht des Landesherren beteiligt.[5]

Eine hohe Zahl von Familienangehörigen kamen als Deutschordensritter bis nach Livland. Besonders aus der Linie Höllighofen-Büderich-Hörde kamen seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts eine Reihe von Ordensrittern. Aus einer Neheimer Linie stammte etwa der Landmeister Livlands Johann Wilhelm von Fürstenberg. Dieser geriet 1560 durch Verrat in russische Gefangenschaft, erkannte dennoch die Herrschaft von Iwan dem Schrecklichen nicht an und starb 1568 in Moskau. Nach dem Ende der Ordensherrschaft entwickelten sich Angehörige der Familie zu weltlichen Gutsbesitzern und bildeten neue Linien aus.[6]

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Grundzüge der Familienpolitik[Bearbeiten]

Friedrich von Fürstenberg (1510-1567), (* um 1510/11 auf Burg Waterlappe; † 1567), kurkölnischer Rat und Drost
Kaspar von Fürstenberg (1545-1618), Herr auf Waterlappe, Erwerber von Burg Schnellenberg, kurkölnischer Drost zu Bilstein, Fredeburg und Waldenburg, Kurmainzer Amtmann zu Fritzlar und Naumburg, seit 1613 Landdrost des Herzogtums Westfalen
Burg Schnellenberg, Sauerland
Statue des Dietrich von Fürstenberg über dem Portal der von ihm gegründeten Akademia Theodoriana (heutiges Gymnasium Theodorianum)

Den Veränderungen der Neuzeit passte sich die Familie Fürstenberg in bemerkenswerter Weise an. Etwa seit dem 16. Jahrhundert erhielten fast alle männlichen Familienmitglieder eine gute, meist akademische Ausbildung. Diese Tradition endete erst am Ende des 18. Jahrhunderts. Die Ausbildung empfahl die Mitglieder der Familie für anspruchsvolle Aufgaben im Dienst der Landesherren oder der Kirche.

Friedrich von Fürstenberg hat durch sein Testament von 1564 die Familienpolitik für die kommenden Jahrhunderte vorgezeichnet. In dem Testament wurde die Unteilbarkeit des Besitzes festgelegt. Diesen sollte ein Erbe erhalten. Die anderen männlichen Söhne wurden mit Kirchenpfründen versorgt. Im Jahr 1660 wurde das Testament zum Vorbild eines neu gegründeten Familienfideikommiss. Dieser war der zweite in ganz Westfalen. Danach ging das Erbe nicht automatisch auf den ältesten Sohn über. Der Erblasser hatte vielmehr das Recht, einen Erben zu bestimmen. Streitigkeiten hat ein informeller Familienrat, dem die angesehensten Familienmitglieder angehörten, geklärt.

Neben dem kirchlichen Dienst spielte das Militär oder der Hofdienst keine Rolle. Die Töchter, sofern sie nicht verheiratet wurden oder in ein Stift eintraten, wurden abgefunden. Von 29 männlichen Fürstenbergern, seit der Zeit Friedrichs bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches, hatten 23 geistliche Stellen, meist als Domherren. Vertreten waren sie vor allem in den Domkapiteln von Paderborn, Hildesheim, Münster aber auch in Mainz und Salzburg. Die Angewiesenheit der Familie zur Versorgung auf Klöster und Stifte verstärkte ihre Parteinahme für den Katholizismus noch.

Die Familie war mit ihrer Hinwendung zum Dienst in der Kirche einerseits und der Verbundenheit mit dem Herzogtum Westfalen andererseits ausgesprochen erfolgreich. Allein drei Familienmitglieder wurden zu geistlichen Landesherren gewählt (Dietrich, Ferdinand, Franz Egon). Bei weiteren scheiterte dies nur an den politischen Gegebenheiten (Wilhelm, Johann Gottfried). Weitere zwei Fürstenberger stiegen in führende Ministerstellen in einem geistlichen Staat auf (Franz, Friedrich Christian). Ebenfalls zwei waren als Landdrosten Vertreter des Kurfürsten im Herzogtum Westfalen (Kaspar, Friedrich). Sechs Familienmitglieder wurden Dompropst.

Die Konzentration auf den kirchlichen Dienst zwangen dazu, die Stiftsfähigkeit zu erhalten. Die Domkapitel verlangten eine Ahnenprobe, die mindestens 16 adelige Vorfahren aufweisen musste. Heiraten kam daher nur im Kreis dieses Stiftsadels in Frage. Nicht zuletzt diese Einengung der Heiratskreise führte dazu, dass die verschiedenen noch im 16. und 17. Jahrhundert bestehenden Linien bis auf die der Fürstenberg-Herdringen ausstarben. Erst im 19. Jahrhundert kam es wieder zur Ausbildung von Seitenlinien.[7]

Entwicklung[Bearbeiten]

Den eigentlichen Grundstein für den Bedeutungsgewinn der Familie legte Friedrich. Er erwarb die Pfandschaft der Ämter Bilstein und Waldenburg. Sein Sohn Kaspar fügte noch die Pfandschaft des Amtes Fredeburg hinzu. Diese Ämter blieben über Generationen im Besitz der Familie. Hinzu kam die Erbvogtei über die Klöster Grafschaft und Ewig sowie das Gericht Oberkirchen. Insgesamt kontrollierten die Fürstenbergs etwa ein Viertel des gesamten Herzogtums Westfalen. 1594 erwarb Kaspar die Burg Schnellenberg, die zum Hauptsitz wurde, bis dieser im 19. Jahrhundert auf das 1618 erworbene Schloss Herdringen verlegt wurde; beide befinden sich bis heute im Familienbesitz.

Friedrichs Söhne Kaspar und Dietrich von Fürstenberg waren im 16./17.Jahrhundert entschiedene Gegner der Reformation und trugen dazu bei, dass das Herzogtum Westfalen und das Bistum Paderborn katholisch blieben. Beide waren auch für Hexenprozesse in ihrem Einflussbereich zumindest mitverantwortlich. Die Schwestern Ottilia und Anna waren nacheinander Äbtissinnen im Kloster Oelinghausen. Ottilia war zudem Äbtissin im Stift Heerse.

In der nächsten Generation war der Haupterbe Friedrich von Fürstenberg. Dieser war Landdrost des Herzogtums Westfalen und damit Stellvertreter des kölner Kurfürsten in diesem Gebiet. Sein Bruder Johann Gottfried war Domherr und Präsident des kurmainzischen Rates.

Der Stammhalter wurde in der folgenden Generation Friedrich. Dieser war westfälischer Rat und kurkölner Diplomat. Sein Bruder Caspar Dietrich war sowohl Kupferstecher und Maler, daneben aber auch Alchimist und Reiteroberst. Johann Adolf war Domherr, Diplomat und der Erbauer der Adolfsburg bei Oberhundem, die er seinem Neffen Ferdinand vererbte. Franz Wilhelm war Landkomtur der Deutschordens-Ballei Westfalen und Erbauer der Ordenskommende Mülheim a.d. Möhne. Wilhelm war Gesandter, päpstlicher Geheimkämmerer, Dompropst in Münster und Domdechant in Salzburg.

Einer der bedeutendsten Vertreter der Familie war Ferdinand von Fürstenberg. Der Fürstbischof von Paderborn und später auch Münster gilt als Vertreter des Barockkatholizismus und förderte maßgeblich Künste und Bildung im katholischen Westfalen. Im Gegensatz zu Dietrich von Fürstenberg gilt er als Friedensfürst[8] mit hervorragenden internationalen Kontakten, die nach Rom und Paris reichten.

Auch im 18. Jahrhundert spielten die Fürstenbergs eine bedeutende Rolle in Westfalen. Franz-Wilhelm (1729–1810) war der führende, aufklärerisch gesinnte Politiker (Minister) des Fürstbistums Münster und sein Bruder Franz-Egon (1737–1835) war letzter Fürstbischof von Paderborn und Hildesheim.

Seit Beginn ihrer Geschichte war die Familie auch im gewerblichen Bereich, etwa im Montanbereich, aktiv. Besonders engagiert war Christian Franz Dietrich in diesem Bereich. Er betrieb mehrere Hammerwerke, besaß Bergwerke und gründete Betriebe zur Farbenherstellung. Seit Ende des 18. Jahrhunderts konzentrierte sich die Familie aber mehr auf den Agrar- und Forstbereich.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Zum letzten Mal konnte Clemens Lothar von Fürstenberg (1725–1791) den Besitz des Hauses in einer Hand vereinigen. Nach seinem Tod kam es zur Aufteilung des Erbes. Friedrich-Leopold (1766–1835) setzte die Hauptlinie fort und bekam die westfälischen und rechtsrheinischen Güter. Er konnte durch den Kauf von Gütern, vor allem nach der Säkularisation, den Besitz stark vermehren (Kloster Grafschaft, Kloster Oelinghausen). Sein Bruder Theodor (1772–1828) wurde Begründer des rheinischen Familienzweigs mit Sitz in Stammheim bei Köln. Dazu gehörten auch die Besitzungen am Rhein, darunter auch die Herrschaft Sevenum. Der dritte Bruder Clemens bekam die Besitzungen an der Maas (mit Burg Obsinnich in Remersdaal). Nachdem dieser ohne Erben gestorben war, fielen die Güter an die Stammheimer Linie.

Nach dem Tod von Friedrich Leopold wurde dessen Besitz noch einmal geteilt. Graf Franz Egon (1818–1902) setzte die Hauptlinie in Herdringen fort. Hinzu kamen eine Reihe von Gütern und die Gerechtsame im Sauerland. Er war auch Bauherr des 1844–1853 vom Kölner Dombaumeister Zwirner erbauten Schlosses Herdringen. Clemens (1791–1844) erhielt die Herrlichkeit Horst und zwei weitere Güter. Er wurde Begründer der Linie Fürstenberg-Borbeck. Theodor (1797–1879) wurde Begründer der Linie Fürstenberg-Heiligenhoven. Johann Friedrich (1799–1746) begründete die Linie Fürstenberg-Körtlinghausen. Von dieser Linie zweigten später weitere Zweige wie die Linie Fürstenberg-Gimborn. Franz Friedrich (1802–1860) war Begründer der Linie Fürstenberg-Eggeringhausen. Adolph (1805–1880) begründete die Linie Fürstenberg-Lörsfeld und Joseph (1810-1880) die Linie Fürstenberg-Muffendorf.[9]

Auch im 20. Jahrhundert hat die Familie bedeutende Kirchenmänner, u. a. den Kardinal Maximilian Freiherr v. Fürstenberg (1904–1988) oder den Vizepräsident der Deutschen Assoziation des Souveränen Malteser Ritter- und Hospital-Ordens und ehemaligen Botschafter Peter Freiherr von Fürstenberg, hervorgebracht.

Adelstitel[Bearbeiten]

Die Familie erhielt den Reichsfreiherrenstand in Wien am 26. April 1660 für mehrere Familienmitglieder.

Der aus einer der baltischen Linien stammende Andreas von Fürstenberg erhielt am 14. Juni 1731 den schwedischen Freiherrnstand. Da seine Söhne unverheiratet blieben, starb diese Linie schon 1761 im Mannesstamm aus, die Besitzungen kamen über seine Tochter Magdalene Euphemia (1710–1778) an die Familie von Kirchbach.[10]

Linie Herdringen: Preußischer Grafenstand als Graf von Fürstenberg-Herdringen, an den Fideikommiss-Besitz Herdringen gebunden (Primogenitur), am 16. Januar 1843 für Franz Egon Freiherr von Fürstenberg auf Herdringen, Mitglied des preußischen Herrenhauses und Erbtruchsess im Herzogtum Westfalen.

Linie Stammheim: Preußischer Grafenstand als Graf von Fürstenberg-Stammheim, an den Besitz Stammheim gebunden (Primogenitur), am 15. Oktober 1840 für den königlich preußischen Kammerherrn Franz Egon Freiherr von Fürstenberg auf Stammheim. Diese Linie starb 1925 aus.

Belgische Linie: Adelsnaturalisation als Baron de Furstenberg am 18. April 1887 für Clemens Freiherr von Fürstenberg. Belgischer Grafenstand als Comte de Furstenberg (Primogenitur) am 3. Januar 1964 für Landwirtschafts-Ingenieur Wenemar Freiherr von Fürstenberg.

Wappen der von Fürstenberg und der ausgestorbenen Edelherren von Grafschaft - sowie das Wappen der Fürstenbergs nach der Wappenvereinigung mit dem der Herren von Grafschaft mit Diplom von Leopold I. von 1660

Wappen[Bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Gold zwei rote Balken. Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken stehen zwei mit je zwei roten Balken belegte goldene Fasanenfedern.

Die Helmzier schwankte im Lauf der Entwicklung. Am Anfang standen zwei Hörner. Seit dem 14. und vor allem 15. Jahrhundert wurden diese von den genannten Federn ersetzt.[11]

Das freiherrliche Wappen von 1660 ist gevierteilt: 1 und 4 das Stammwappen, 2 und 3 in Gold zwei rote Pfähle (der ausgestorbenen Edelherren von Grafschaft). Zwei Helme mit rot-goldenen Decken, rechts der Stammhelm, auf dem linken zwei rote (oder goldenen) Büffelhorner mit Pfauenfedern an den Mündungen besteckt (von Grafschaft).

Linien und Besitzungen[Bearbeiten]

Zum Stammbesitz zählt die Burg Schnellenberg mit dem im 19. Jahrhundert zum Hauptwohnsitz umgestalteten Schloss Herdringen sowie Schloss Adolfsburg, alle im Sauerland gelegen.

Ab 1835 entstanden aus der Herdringer Linie folgende Nebenlinien:

Familienmitglieder[Bearbeiten]

Ferdinand Freiherr von Fürstenberg (1626–1683), Fürstbischof von Paderborn und Münster
Franz Egon Freiherr von Fürstenberg (1737–1825), Fürstbischof von Paderborn und Hildesheim

Rezeption[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Wappen des paderbornischen Fürstbischofs Ferdinand von Fürstenberg auf dem Portal der Busdorfkirche in Paderborn (1667). Das Wappen der von Fürstenberg wechselt mit dem Wappen des Fürstbistums Paderborn (Aufnahme 2008).
  1. Fürstenbergsche Geschichte. Bd.2 Die Geschichte des Geschlechts von 1400 bis 1600 Münster, 1971 S.8
  2. Fürstenbergsche Geschichte. Bd.2 Die Geschichte des Geschlechts von 1400 bis 1600 Münster, 1971 S.9
  3. Fürstenbergsche Geschichte. Bd.2 Die Geschichte des Geschlechts von 1400 bis 1600 Münster, 1971 S.4
  4. Fürstenbergsche Geschichte. Bd.2 Die Geschichte des Geschlechts von 1400 bis 1600 Münster, 1971 S.18
  5. Fürstenbergsche Geschichte. Bd.2 Die Geschichte des Geschlechts von 1400 bis 1600 Münster, 1971 S.20-24
  6. Fürstenbergsche Geschichte. Bd.2 Die Geschichte des Geschlechts von 1400 bis 1600 Münster, 1971 S.25
  7. vergl dazu insbesondere: Horst Conrad: "Splendor familiae." Generationsdiziplin und Familie bei der Familie von Fürstenberg. In: Südwestfalenarchiv 6.Jg. 2006 S.105-126
  8. vgl. Norbert Börste, Jörg Ernesti (Hrsg.): Friedensfürst und Guter Hirte. Ferdinand von Fürstenberg – Fürstbischof von Paderborn und Münster. (= Paderborner Theologische Studien; Bd. 42). Schöningh, Paderborn 2004, ISBN 3-506-71319-1
  9. Kurzbeschreibung Archiv von Fürstenberg
  10. Friedrich von Klocke: Die Herkunft der schwedischen und pommerschen v. Fürstenberg. In: Zeitschrift für Niedersächsische Familienkunde 29 (1954), S. 89–95. ISSN 0172-1852
  11. Fürstenbergsche Geschichte. Bd.2 Die Geschichte des Geschlechts von 1400 bis 1600 Münster, 1971 S.9

Literatur[Bearbeiten]

  • Gosmann, Michael (Hrsg.): Fürstenberger Skizzen. Streifzug durch 700 Jahre westfälische Familien- und Landesgeschichte, Arnsberg 1995.
  • v. Klocke, Friedrich (Bearb.): Fürstenbergsche Geschichte, 1. Bd., Die Geschichte des Geschlechtes von Fürstenberg bis um 1400, 2. Auflage, Münster 1971.
  • v. Klocke, Friedrich und Theuerkauf, Gerhard: Fürstenbergsche Geschichte, 2. Bd., Die Geschichte des Geschlechtes von Fürstenberg von 1400 bis um 1600, Münster 1971.
  • Lahrkamp, Helmut/Richtering, Helmut u. a.(Bearb.): Fürstenbergsche Geschichte, 3. Bd., Die Geschichte des Geschlechtes von Fürstenberg im 17. Jahrhundert, Münster 1971.
  • Andernach, Norbert/Keinemann, Friedrich u .a. (Bearb.): Fürstenbergsche Geschichte, 4. Bd., Die Geschichte des Geschlechtes von Fürstenberg im 18. Jahrhundert, Münster 1979.
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Freiherrliche Häuser, Band XV, Seite 135–177, Band 69 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1989.
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band III, Seite 420, Band 61 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1975.
  • Horst Conrad: "Splendor familiae." Generationsdiziplin und Familie bei der Familie von Fürstenberg. In: Südwestfalenarchiv 6.Jg. 2006 S.105-126
  • Erich Trunz: Fürstenberg, von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 696 (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten]