Nerchau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Nerchau
Stadt Grimma
Wappen der ehemaligen Stadt Nerchau
Koordinaten: 51° 16′ 15″ N, 12° 47′ 22″ O
Höhe: 140 m ü. NN
Fläche: 39,94 km²
Einwohner: 3860 (31. Dez. 2010)
Bevölkerungsdichte: 97 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 04668
Vorwahl: 034382
Nerchau, Luftaufnahme (2017)
Kirche Nerchau (Juni 2018)

Die Stadt Nerchau ist heute ein Ortsteil der Großen Kreisstadt Grimma im sächsischen Landkreis Leipzig.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nerchau liegt im Tal der Vereinigten Mulde zwischen Grimma und Wurzen im Landkreis Leipzig in Sachsen.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gänsemarkt
Bahndamm an der Mulde

Ortsteile von Nerchau waren:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ersterwähnung war durch Thietmar von Merseburg im Jahr 974 als Nirichua, welches König Otto II. dem Hochstift Merseburg überlässt.[1]

1232 wird der Burgward Nerechowe durch das Erzstift Magdeburg an das Hochstift Naumburg verkauft.[2] Somit ging bei der zwischenzeitlichen Auflösung des Merseburger Bistums 981 Nerchau an das Erzbistum und wurde bei der Wiederherstellung des Merseburger Bistums nicht wieder herausgerückt, was ja Thietmar in seiner Chronik beklagt.

Am 1. Januar 1952 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Gornewitz eingegliedert.

Am 1. Januar 2011 wurde die Fusion mit Grimma vollzogen.[3][4]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mulde-Regatta (August)
  • Muldentalhalbmarathon Wurzen–Grimma (April)
  • Gänsefest (November)
  • Airlebnistage (September/Oktober)

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich der Ortslage verläuft die Autobahn A 14, die nächstgelegenen Anschlussstellen sind Grimma und Mutzschen. Nerchau hatte einen Bahnhof an der inzwischen stillgelegten Bahnstrecke Glauchau–Wurzen (Muldentalbahn). Der Ortsteil Gornewitz besaß einen Halt an der heute ebenfalls stillgelegten Schmalspurbahn Mügeln–Neichen.

Nerchau ist vor allem durch die 1834 von den Gebrüdern Hessel gegründete Farbenfabrik bekannt, die heute zur britischen Daler-Rowney-Gruppe gehört und davor als VEB Kali-Chemie Farbenfabrik Nerchau einer der Hauptarbeitgeber der Region war.[5]

Außerdem ist in Nerchau seit 2011 die Brauerei Nerchauer Brauhaus aktiv. Neben anderen Sorten wird hier die seit dem 16. Jahrhundert bekannte regionale Spezialität Nerchauer Pumpernickel gebraut.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter Nerchaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werbung der Städtischen Beamtenschule (1906)

Varia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nerchau und die Kirche Nerchau sind eine Station auf dem Muldentalradweg und dem Muldentalbahnradweg.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bericht über den Stand und die Verwaltung der Gemeindeangelegenheiten der Stadt Nerchau. Nerchau 1890ff. (Digitalisat)
  • Karlheinz Blaschke: Zur Geschichte der Stadt Nerchau bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. In: Der Rundblick 22, 1975, S. 21–29. Wiederabdruck in: Peter Johanek (Hrsg.) unter Mitarbeit von Uwe John: Stadtgrundriß und Stadtentwicklung. Forschungen zur Entstehung mitteleuropäischer Städte. Ausgewählte Aufsätze von Karlheinz Blaschke (= Städteforschung : Reihe A, Darstellungen Bd. 44). Köln, Weimar, Wien: Böhlau 1997, S. 245–256. ISBN 3-412-06897-7 . 2., unveränderte Auflage ebd. 2001. ISBN 3-412-02601-8 .
  • Cornelius Gurlitt: Nerchau. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 20. Heft: Amtshauptmannschaft Grimma (2. Hälfte). C. C. Meinhold, Dresden 1898, S. 190.
  • Eine umfangreiche Überlieferung der Stadt Nerchau für den Zeitraum 1718–1951 zu Reichs-, Verfassungs- und Gemeindeangelegenheiten, Finanzen, Militär- und Kriegsangelegenheiten, Gesundheits- und Sozialwesen, Handel, Gewerbe, Industrie, Landwirtschaft, Ordnungs- und Sicherheitspolizei, Brandschutz, Statistik, Wahlen, Schule, Kirche, Bauverwaltung, Vereinen und dem Standesamt befindet sich im Sächsischen Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig, Bestand 20616 Stadt Nerchau.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nerchau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thietmar von Merseburg: Chronik. Hrsg.: Robert Holtzmann. Halle 2007, S. 50.
  2. Hans Patze und Josef Dolle: Urkundenbuch des Hochstifts Naumburg. Hrsg.: Hans K. Schulze. Band 2. Köln,Weimar, Wien 2000, S. 137.
  3. Grimma: Nerchau für Eingemeindung. Abgerufen am 16. September 2017 (deutsch).
  4. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2011
  5. VEB Kali-Chemie Farbenfabrik Nerchau bei archiv.sachsen.de, abgerufen am 6. März 2015.
  6. Muldental-Radweg Vereinte Mulde. Abgerufen am 16. September 2017.
  7. 20616 Stadt Nerchau. In: Staatsarchiv Leipzig. Abgerufen am 27. März 2020. (Infotext unter „Einleitung“)