Schloss Fredensborg

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Schloss Fredensborg, Blick durch den Hof
Schloss Fredensborg, die Gartenfassade

Schloss Fredensborg (Fredensborg Slot) liegt im Norden der Insel Seeland in Dänemark. Es gilt als ein Beispiel des nordischen Barock und „dänisches Versailles“.

Schloss Fredensborg 1728

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend um das heutige Schloss nutzte König Christian V. gerne für die Jagd. Sein Sohn Friedrich IV. ließ an der Stelle des damaligen Hofs Østrup zwischen 1720 und 1722 eine kleine Sommerresidenz und Jagdschloss erbauen. Architekt war der Hofgärtner Johan Cornelius Krieger. Das damals noch kleine Schloss besaß eine annähernd quadratische Grundfläche, hatte nur anderthalb Stockwerke und war mit einer Kuppel überwölbt. Der achteckige Platz vor dem Schloss wurde mit niedrige Gebäuden für die Dienerschaft umgeben.[1] Entsprechend dem französischen und italienischen Stil grenzte das Schlösschen direkt an den Garten, der bis zum Ufer des Esromsees reicht. Krieger legte den Barockgarten entlang der Jagdwege von Christian V. an.[2] Der Name Fredensborg (Friedensschloss) soll an den zwischen Dänemark und Schweden geschlossenen Frieden nach Ende des Großen Nordischen Krieges erinnern.

Christian VI. und vor allem Friedrich V. ließen das Schloss erweitern. Das Hauptgebäude wurde um zwei Stockwerke erhöht und durch Seitenflügel ergänzt. Auch die Gebäude um den achteckigen Platz wurden aufgestockt. Fredensborg wurde Lieblingswohnsitz von Friedrich V. Hier heiratete er 1752 seine zweite Frau Juliane. Ab 1760 ließ er den angrenzenden Park von Nicolas-Henri Jardin neu gestalten. Nach seinem Tod wurde Fredensborg Julianes Witwensitz.

Unter Christian IX. wurde Fredensborg ein beliebter Ferienaufenthalt der europäischen Königsfamilien.[1] Auch heute wird Schloss Fredensborg üblicherweise im Frühjahr und Herbst von der dänischen Königsfamilie bewohnt; ist die Familie anwesend, findet vor dem Schloss täglich die Wachablösung statt. Während die Innenräume nur im Juli für Führungen geöffnet werden, ist der Park ganzjährig zugänglich.

Prinz Henrik (1934–2018), Gemahl von Königin Margrethe II., starb am 13. Februar 2018 auf Schloss Fredensborg.[3]

Schlosskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1726 wurde das Schloss um die Schlosskapelle erweitert. Der Architekt war ebenfalls Johan Cornelius Krieger. Bei einigen der korinthischen Säulen sind die Akanthusblätter durch Elefantenstoßzähnen ersetzt, möglicherweise ein Hinweis auf den Elephantenorden.[4] Die Kirche und ihre Ausstattung befinden sich heute noch weitgehend im Originalzustand. Hier wurden mehrere Mitglieder der Königsfamilie getauft, konfirmiert und getraut. In der Kirche findet am Sonntag der Gottesdienst der Kirchengemeinden Asminderød-Grønholt statt.[5] Das Deckengemälde stammt von 2006.[4]

Die Orgel der Schlosskirche wurde 1848 von der Orgelbaufirma Marcussen & Søn erbaut. Das Instrument hat 17 Register auf zwei Manualwerken und Pedal.[6]

I Hauptwerk C–f3
1. Bordun 16’
2. Principal 8’
3. Rørfløjte 8’
4. Oktav 4’
5. Quint 223
6. Oktav 2’
7. Terz 135
8. Mixtur II-IV
9. Trompet 8’
II Brustwerk C–f3
10. Gedakt 8’
11. Fløjte 4’
12. Gemshorn 2’
13. Oktav 2′
Pedal C–d1
14. Subbas 16’
15. Gedakt 8’
16. Fløjte 4’
17. Fagot 16’

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste von Burgen, Schlössern und Festungen in Dänemark

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fredensborg Slot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Fredensborg Palace
  2. Fredensborg Palace Gardens
  3. Death of HRH Prince Henrik. In: Website des dänischen Königshauses. 14. Februar 2018, abgerufen am 15. Februar 2018 (englisch).
  4. a b Fredensborg Palace Church
  5. Fredensborg Palace
  6. Informationen zur Orgel der Schlosskirche auf der website der Orgelbaufirma

Koordinaten: 55° 58′ 57″ N, 12° 23′ 43″ O