Henri de Laborde de Monpezat

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Prinz Henrik, 2010
Wappen von Prinzgemahl Henrik

Henri Graf de Laborde de Monpezat (* 11. Juni 1934 in Talence im Département Gironde, Südfrankreich), seit 1967 Prinz Henrik von Dänemark, ist Prinzgemahl der dänischen Königin Margrethe II. Am 31. Dezember 2015 gab Königin Margrethe in ihrer Neujahresansprache bekannt, dass sich ihr Mann nach 40 Jahren Wirken für Dänemark und dänische Interessen aus seinem eigenen Entschluss heraus ab dem 1. Januar 2016 aus den meisten öffentlichen Ämtern zurückziehe. Er wolle "kürzer treten" (dän: drosle ned) und gehe in Pension.[1][2] Am 15. April 2016 verkündete der dänische Hof, dass Prinz Henrik seinen Titel Prinzgemahl (dän. Prinsgemal) zurückgegeben habe und nur noch den Titel Prinz tragen wolle, um seiner neuen Rolle mit reduzierten Repräsentationsaufgaben zu entsprechen.[3][4]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Henri (voller Taufname Henri Marie Jean André) wurde geboren als Sohn von André de Laborde de Monpezat (1907–1998) und dessen Frau Renée Doursenot (1908–2001). Er verbrachte seine ersten Jahre in Indochina, wo sein wohlhabender Vater einige Industrieunternehmen geerbt hatte. 1939 kehrte seine Familie nach Frankreich in das Stammhaus Le Cayrou in Cahors zurück. Henri ging bis 1947 zur Jesuiten-Klosterschule in Bordeaux und besuchte von 1948 - 1950 das Gymnasium von Cahors. 1950 ging er nach Hanoi und war bis 1952 Schüler des französischen Gymnasiums in Hanoi. Von 1952 - 1957 studierte er Jura und Staatslehre an der Pariser Sorbonne, dann französische Literatur, Chinesisch und Vietnamesisch an der École Nationale des Langues Orientales. Das Sprachstudium setzte er 1957 an der Universität in Hongkong und 1958 mit einem Studienaufenthalt in Saigon fort.[5]

Seine Wehrpflicht erfüllte er bei der Infanterie in Algerien von 1959 - 1962. Heute hat Prinz Henrik den Rang eines Generals und Admirals in den dänischen Streitkräften inne.[6]

Prinz Henrik und Margrethe II. (rechts) mit George W. Bush und seiner Frau Laura auf Schloss Frederiksborg im Juli 2005

Als Sekretär der französischen Botschaft in London lernte Henri die dänische Kronprinzessin Margrethe kennen. Sie heirateten am 10. Juni 1967. Für die Ehe konvertierte er vom katholischen zum evangelisch-lutherischen Glauben, wurde dänischer Staatsbürger und nahm den Namen Prinz Henrik von Dänemark an (dän: Henrik, Hans Kongelige Højhed Prinsgemalen - Titel: H.K.H. Prins Henrik af Danmark)[7].

In einer Autobiografie äußerte sich Henrik über seine ersten Jahre in Dänemark:

Wenige Monate nach meiner Ankunft wurde alles, was ich tat, kritisiert. Mein Dänisch war schwankend, ich bevorzugte Wein statt Bier, Seidenstrümpfe statt Stricksocken, Citroën statt Volvo, Tennis statt Fußball. Selbst für die Gauloises, die ich anstelle von Virginia-Tabak rauchte und die hierzulande den Ruf hatten, die Marke gesellschaftskritischer Intellektueller zu sein, konnte ich nicht auf Nachsicht hoffen. Ich war anders. Ich schien mit dieser Position zufrieden zu sein und mich nicht zu schämen. Das waren gleich zwei Fehler![8]

Prinz Henrik kritisierte öffentlich die Diskriminierung von Ehemännern regierender Königinnen. Er hoffe, Männer würden die gleichen Rechte erhalten wie Mädchen, ließ er die Zeitung Ekstra Bladet 2009 wissen, nachdem eine Volksabstimmung den Vorrang von Prinzen vor ihren Schwestern abgeschafft hatte. 2015 wiederholte er in Le Figaro seine Forderung nach mehr protokollarischer Gleichstellung im Königshaus und brachte den Titel Königgemahl ins Spiel.[9]

Prinz Henrik war bis 2012 in seiner Freizeit Regattasegler in der Drachen-Klasse. Zudem ist der Prinzgemahl ein bekennender Weinliebhaber und produziert in den Weinbergen von Château de Cayx bei Cahors eigenen Rebsaft. Er engagiert sich im Naturschutz und ist Präsident von WWF Dänemark. Prinz Henrik schreibt Gedichte, die bisher jedoch auf ein geteiltes Echo gestoßen sind.[10][11]

Schirmherrschaften und gemeinnützige Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prinz Henrik engagiert sich in zahlreichen Organisationen, die wirtschaftliche, wissenschaftliche, kulturelle, ökologische und soziale Interessen fördern. Neben seiner Präsidentschaft von WWF Dänemark ist er Vorsitzender verschiedener Stiftungen und Komitees. Außerdem ist Prinz Henrik Vorstandsmitglied der königlich-dänischen Sammlung, die mehrere Museen umfasst, sowie der Stiftung Dronning Margrethes og Prins Henriks Fond, die wissenschaftliche, kulturelle und soziale Projekte fördert. Darüber hinaus ist Prinz Henrik Schirmherr von rund 70 Organisationen. Dazu gehören die dänisch-französische Handelsgesellschaft, das Albert Schweitzer-Komitee Dänemark, die Handwerks- und Industriemesse, das dänische Rote Kreuz, das dänisch-chinesische Wirtschaftsforum u.v.a.[12]

Dänische Königsfamilie
Royal coat of arms of Denmark.svg

IM Königin Margrethe II
SKH Prinzgemahl Henrik

IKH Prinzessin Benedikte

IM Königin Anne-Marie von Griechenland


IH Prinzessin Elisabeth

künstlerische Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prinz Henrik als Autor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Pseudonym H.M. Vejerbjerg übersetzte Prinz Henrik gemeinsam mit Königin Margrethe im Jahr 1981 den Roman von Simone de Beauvoir Tous les hommes sont mortels (deu: Alle Menschen sind sterblich) ins dänische ("Alle mennesker er dødelige").[13]

Henrik hat mehrere Gedichtbände veröffentlicht:[14]

  • Chemin faisant (1982)
  • Cantabile (2000)
  • Les escargots de Marie Lanceline (2003)
  • Murmures de vent (2005)
  • Les bleues à l’âme – TARNIMI TUNGUJORTUT – Blå mærker på sjælen (2009) auf französisch, grönländisch und dänisch
  • Roue-Libre (dän: ”Frihjul”, de: „Freilauf“, 2010) mit Illustrationen von Königin Margrethe und Maja Lisa Engelhardt
  • Fabula (2011) mit Fotografien seiner eigenen Skulpturen
  • Dans mes nuits sereines (2013)
  • Dans mes nuits sereines in dänischer Übersetzung (2014) (dän: "I mine lykkelige nætter", de: "In meinen glücklichen Nächten")

Frederik Magles sinfonische Suite Cantabile basiert auf dem gleichnamigen Gedichtband von Prinz Henrik.[15]

Prinz Henrik sagte über das Schreiben von Poesie:

»Ich sehe Poesie als Möglichkeit sich zu vertiefen, in einer oberflächlichen Zeit, geprägt von Nachrichten und Unterhaltung, die uns wurzel- und rastlos werden lassen. Poesie führt uns näher an das wahre Wesen der Welt heran, in der Poesie kann man sich den ewigen Fragen um Liebe, Einsamkeit und Tod nähern.«[16]

Prinz Henrik veröffentlichte auch mehrere Kochbücher:[17]

  • "Ikke Altid Gåselever" (de: "Nicht immer Gänseleber") (1999)
  • "Til glæde for ganen - nye opskrifter til et kongeligt køkken" (de: "Zur Gaumenfreude – neue Kochrezepte für die königliche Küche") (2005)
  • ein Geschichtsbuch gemeinsam mit der Historikerin Barbara Zalewski (2007): ”Helt magnifique – franske kokke ved det danske hof” (de: "Insgesamt großartig – französische Küche am dänischen Hof")

Prinz Henrik als Bildhauer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skulptur Dronning (de: Königin) von Prinz Henrik in Gravenstein
Skulptur Torso von Prinz Henrik im Park von Schloss Marselisborg

Seit den 1970er Jahren kontaktierte der Prinz Henrik die Kunstakademie und studierte bei dem Bildhauer Poul Holm Olsen. Es entstanden eine Reihe von kleinen Fabeltieren und abstrakte Figuren. Eines der Werke, ein abstrakter Frauentorso wurde im Skulpturenpark des Schlosses Marselisborg aufgestellt. Die Zeitung Jyllands-Posten lud im Jahr 2002 Jens Erik Sørensen, den Leiter des ARoS Aarhus Kunstmuseum zu einem Rundgang ein. Ohne zu wissen, wer der Künstler war sagte der Museumsdirektor: „Eine verwunderliche Verbindung von klassik-antik und etwas Roboter-ähnlichem science fiction. Es ist nicht ein Winkel uninteressant. Auch ist es eine Skulptur, die sich nicht so leicht erschließt. Sie erfordert viel Nachdenken, um sie in ihrer Gesamtheit zu verstehen.“ Der Museumsdirektor erinnerte sich an die Skulptur und stellte sie in der Ausstellung Sculpture by the Sea in Århus im Jahr 2009 aus. Dies war die Feuertaufe für den Prinz Henrik als Bildhauer und er erntete harte Kritik von der etablierten Kunstscene. Später wurden eine Reihe der kleineren Skulpturen in Bronze gegossen und vorzugsweise in den königlichen Schlossparken aufgestellt. Das Portrait von Königin Margrethe II. mit dem Titel Dronning (de: Königin) steht öffentlich zugänglich am See der königlichen Sommerresidenz in Gravenstein. Im Jahr 2015 verkaufte Prinz Henrik zum ersten Mal eine Bronzeskulptur mit dem Titel Fabeltier (dän. Fabeldyret) an Christina und Claus Hembo, Eigentümer von Christina Jewelry & Watches in Herning (DK).[18] Im gleichen Jahr im Juli präsentierte Prinz Henrik seine erste große Soloausstellung in der Galerie Augustiana im Schloss Augustenborg auf der Insel Alsen[19]

Prinz Henrik als Musiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prinz Henrik ist ein geschickter Pianist. Am 8. März 1970 spielte er den 2. Satz von Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 mit dem Königlichen Dänischen Orchester (dän: Det Kongelige Kapel), dirigiert von seinem Schwiegervater König Frederik IX.[20] Zur Eröffnung des Konzerthauses des Dänischen Rundfunks (Dansk Radio Koncerthuset) im Januar 2009 dirigierte Prinz Henrik das Symphonieorchester des Dänischen Rundfunks (DR Radiosymfoniorkestret).[21]

Im Jahr 2013 unternahm er eine unkonventionelle Zusammenarbeit mit der Rockband Michael Learns To Rock. Er spielte Klavier in einer Aufnahme für die Nummer Echo.[22]

Prinz Henrik hat auch kleine Kompositionen unter anderem für Jagdhorn komponiert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. offizielle Pressemitteilung des dän. Königshauses zur eigenen Pensionierung von Prinzgemahl Henrik (dänisch), abgerufen am 15. Januar 2016
  2. http://royalcentral.co.uk/europe/danish-queen-announces-husbands-retirement-in-new-years-speech-57001
  3. Hamburger Abendblatt: Der beleidigte Prinz: Henrik von Dänemark gibt Titel zurück, abgerufen am 22. April 2016
  4. rp-online: Henrik von Dänemark degradiert sich selbst, abgerufen am 22. April 2016
  5. Portrait Henrik, Hans Kongelige Højhed Prinsgemalen auf Website des dän. Königshauses (dänisch), abgerufen am 15. Januar 2016
  6. Portrait Henrik, Hans Kongelige Højhed Prinsgemalen auf Website des dän. Königshauses (dänisch), abgerufen am 15. Januar 2016
  7. Dän. Königliche Familie: H.R.H Prinzgemahl, abgerufen am 15. Januar 2016
  8. Prins Henrik: Skæbne forpligter, unter Beteiligung von Philippe Viguié Desplaces. Aschehoug, Kopenhagen 1996. Zitiert nach Kjeld Hybel, Politiken, 11. Juni 2009 abgerufen am 17. Januar 2012
  9. Unklar, was Prinz Henrik will (dän.), Berlingske, 16. Oktober 2015.
  10. Vergleiche etwa Erik Svendsen, Jyllands-Posten, 22. September 2010 abgerufen am 17. Januar 2012
  11. Das Erste/NDR: Henrik - Ein Prinz mit Liebe zur Poesie, abgerufen am 25. April 2016
  12. Hans Kongelige Højhed Prinsgemalen, offizielle Seite von Prinz Henrik (dänisch), abgerufen am 13. Juni 2014.
  13. H.R.H. Prinsgemalen auf der website des dän. Königshauses (dänisch), abgerufen am 15. Januar 2016
  14. H.R.H. Prinsgemalen auf der website des dän. Königshauses (dänisch), abgerufen am 15. Januar 2016
  15. Lotte Bichel: Komponist for prins Henrik Berlingske online, 10. Juni 2004, abgerufen am 21. März 2012.
  16. Prinz Henrik veröffentlicht Gedichte über das Leben (dän.) Danmarks Radio, 16. Juni 2010, abgerufen am 14. Juli 2012.
  17. H.R.H. Prinsgemalen auf der website des dän. Königshauses (dänisch), abgerufen am 15. Januar 2016
  18. Hernings Folkeblad: Prins Henrik afslørede sin skulptur i Herning (de: Prinz Henrik übergibt seine Skulptur in Herning), 27. Juni 2015, abgerufen am 25. April 2016
  19. facebook: Augustiana, Skulpturpark og Kunstcenter, abgerufen am 25. April 2016
  20. The Royal Danish Orchestra - Timeline 1970 (englisch), abgerufen am 26. April 2016
  21. DR 1. april 2008: Prins Henrik skal dirigere DR Radiosymfoniorkestret (Memento vom 30. September 2013 im Webarchiv archive.is), (dänisch)
  22. DR/Laura Marie Sørensen 1. Oktober 2013: Prinz Henrik spielt eine Nummer mit Michael Learns To Rock ein (dänisch), abgerufen am 26. April 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Henri de Laborde de Monpezat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien