Schloss Schwarzenfeld

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Schloss Schwarzenfeld
Schloss Schwarzenfeld 1681

Schloss Schwarzenfeld ist ein Schloss im Markt Schwarzenfeld und war Sitz der Grafen von Holnstein aus Bayern. Es wurde im 14. Jahrhundert erbaut und erlangte im 19. Jahrhundert seine endgültige Form im Baustil des romantischen Historismus. Es ist das Wahrzeichen von Schwarzenfeld.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss wurde im Jahre 1372 von Conrad Pullenhofer erbaut und bewohnt, ehe es in den Besitz des Adelsgeschlechts der Plankenfelser überging. Diese erweiterten den eher unscheinbaren Bau und fügten im 15. Jahrhundert vier Türme hinzu, die wohl während des Dreißigjährigen Kriegs zerstört und seitdem nicht mehr aufgebaut wurden.

Im Jahr 1707 zerstörte ein Brand das Schloss sowie die umliegenden Gebäude, so dass es vollständig neu an anderer Stelle errichtet werden musste, auf die Grundmauern des ehemaligen Schlosses wurde ein neues Gebäude, „Plankenfelser Schlössl“ genannt, gebaut. Es wurde mit Treppengiebeln der damaligen Zeit angepasst. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erhielt das Hauptgebäude durch die Entfernung der Treppengiebel zugunsten eines Walmdaches die jetzige Form. Es wurden ferner zwei kleine Türme mit Zwiebelspitze hinzugefügt.

1794 gelangte die Gemeinde Schwarzenfeld und somit auch das Schloss in den Besitz der Grafen von Holnstein und es wurde ab dem Jahre 1857 von Graf Maximilian Karl Theodor von Holnstein bewohnt, der als Reichsrat, persönlicher Vertrauter und Oberststallmeister des bayerischen Königs Ludwig II. von Bayern eine wichtige Rolle in der damaligen Politik im Königreich Bayern spielte. Maximilian von Holstein galt als Freund Preußens und war an der Erstellung des sogenannten Kaiserbriefs, der Zustimmung König Ludwigs zur Gründung des deutschen Kaiserreichs im Jahr 1871, beteiligt. Er ließ den Schlossbau in den Jahren 1890 mit 1892 durch Julius Hofmann um das Nebengebäude und um die beiden Türme im Stile des damals populären Baustils des Historismus erweitern. Zeitweilig waren bis zu 160 Arbeiter am Umbau beteiligt, der dem Schloss nun sein endgültiges Aussehen gab. Dabei wurden auch umliegende Gebäude abgebrochen, um den Blick auf das Schloss freizugeben.

Kurz nach der Fertigstellung nutzte der Graf das Schloss als Ruhesitz. Er starb im Jahr 1895. Seine Witwe Maximiliane von Holnstein (geborene von Gumppenberg, 1850–1937) und seine Nachfahren bewohnten das Schloss nur noch wenige Jahre und nach dem Auszug der Gräfin Maximiliane im Jahr 1907 blieb das Schloss bis auf kurzzeitige Verpachtungen lange ungenutzt. Wirtschafts- und Finanznöte zwangen Gräfin Maximiliane von Holnstein 1936, es an die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV, Berlin) zu verkaufen.

Das Schloss von Osten mit Hauptgebäude und Türmen (links) und dem Nebengebäude (rechts)

Nutzung nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Schloss mehrere Jahre als Notunterkunft für Vertriebene und Flüchtlinge sowie als temporäre Unterbringung von Schulsälen und als Altersheim. Weitere Möglichkeiten, es langfristig zu nutzen, scheiterten über lange Zeit. Es wurde als Tanzlokal, Näherei und später als Reithalle genutzt.

Der Markt Schwarzenfeld ersteigerte 1954 das Grundstück mit der Prämisse, „das Schloss dem Markte als Wahrzeichen unserer Heimat zu erhalten und das äußere Erscheinungsbild nicht verändern zu lassen“.[1] Versuche, das Schloss als Ämtergebäude für die Landpolizei oder das Bayerische Rote Kreuz zur Verfügung zu stellen, blieben ebenfalls ohne Erfolg. Durch diverse Zwangsversteigerungen wechselte es oft den Besitzer, ehe es 1979 als Diskothek umgebaut wurde.

In der Nacht vom 24. auf den 25. Juni 1982 brannte das Schloss vollständig aus, lag über viele Jahre als Bauruine brach und musste mehrmals saniert werden, um die Bausubstanz zu erhalten. 1995 wurde es an einen privaten Träger verkauft, der es vollständig entkernte, renovierte und das Schloss zu einem Tagungshotel ausbaute, welches 1996 eröffnet wurde. Es trägt den Namen Hotel Schloss Schwarzenfeld.

Das Hofmarkschloss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schwarzenfeld existierte früher auch das seit langem untergegangene Hofmarkschloss.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Irl, Peter Bartmann: Schloss Schwarzenfeld und das Vermächtnis der Grafen von Holnstein aus Bayern. November 1996.
  • Oswald Wilhelm: Chronik Schwarzenfeld 1015–1990. 1989.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Schwarzenfeld – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Resolution des Heimat- und Verschönerungsvereins vom 27. März und 4. April 1955
  2. Eintrag zu Schloss Schwarzenfeld (Hofmarkschloss) in der privaten Datenbank „Alle Burgen“

Koordinaten: 49° 23′ 22″ N, 12° 8′ 29″ O