Schloss Wittgenstein

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Schloss Wittgenstein
Schloss Wittgenstein von Matthäus Merian in seiner Topographia Hassiae

Schloss Wittgenstein von Matthäus Merian in seiner Topographia Hassiae

Entstehungszeit: 1296
Burgentyp: Höhenburg
Ort: Bad Laasphe
Geographische Lage 50° 55′ 50″ N, 8° 23′ 48,5″ O50.9305555555568.3968194444444479Koordinaten: 50° 55′ 50″ N, 8° 23′ 48,5″ O
Höhe: 479 m ü. NN
Schloss Wittgenstein (Nordrhein-Westfalen)
Schloss Wittgenstein
Zeichnung von Laasphe mit Schloss aus dem Jahre 1834

Das Schloss Wittgenstein liegt zwischen Lahn und Laasphebach oberhalb der Stadt Bad Laasphe in Nordrhein-Westfalen auf einem 470 m hohen Berg.

Geschichtlicher Überblick[Bearbeiten]

Eine Burg wurde 1187 erstmals als „Widenkindigstein“ urkundlich erwähnt. Mit der Anlage dieser Burg sicherte das Haus Battenberg seinen Einfluss im Wittgensteiner Land an der oberen Lahn. Im Jahre 1190 schloss Graf Werner I. von Battenberg und Wittgenstein einen Vertrag mit dem Erzbischof von Mainz, Konrad I. von Wittelsbach, demgemäß er dem Erzstift gegen eine Geldzahlung die Burg Wittgenstein aufzutragen versprach und sie von diesem als Lehen zurückerhalten sollte. Der Erzbischof blieb jedoch einen Teil der Zahlung schuldig, sodass der Vertrag nicht in Kraft trat und Werner sich schon nach einigen Jahren wieder aus der damit verbundenen Abhängigkeit von Mainz befreien konnte. Erst in einem Vertrag mit Werners Söhnen Werner II., Widekind I. und Hermann vom 2. September 1223 gelang es dem neuen Erzbischof Siegfried II., die Auftragung der Burg Wittgenstein an das Erzstift zu erlangen und sie ihnen zu Lehen zu geben.[1]

Im Jahr 1238 folgte die Teilung des Hauses Battenberg in eine Battenberger und eine Wittgensteiner Linie durch die Söhne Widekinds I. Die Burg Wittgenstein und die Stadt Laasphe kamen an Siegfried I., der sich nunmehr Graf von Wittgenstein nannte. Mit dem Aussterben der Grafen von Wittgenstein im Mannesstamm 1359 fiel die Burg an das Haus Sayn-Wittgenstein. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde das Schloss 1634 besetzt und erheblich beschädigt, wurde jedoch wieder instand gesetzt. Bis 1950 diente es als Wohnsitz der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein.

Nachdem die Fürsten in das Schloss Schwarzenau umgezogen waren, wurde das Wohnheim eines Internats im Schloss untergebracht. Während der 1960er Jahre wurde dieses in das Gymnasium Schloss Wittgenstein umgewandelt. Inzwischen wurden viele Zimmer zu Klassenräumen umgebaut und es findet regulärer Schulunterricht statt. Für die Versorgung der Ganztagsschüler wurden die bestehende Internatsküche und der Speisesaal 2009 renoviert.[2]. Im März 2010 wurde ein Teil des Films „Dschungelkind“ am Schloss gedreht.[3][4]

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Die unregelmäßige Dreiflügelanlage des Schlosses erstreckt sich über eine Länge von ungefähr 125 Meter. Die Anlage wurde in mehreren Bauabschnitten errichtet und weist keinen einheitlichen Baustil auf. Überwiegend ist das Gebäude der Renaissance und dem Barock zuzurechnen.

Der Nordflügel (oder Mittelbau) des Schlosses stammt aus dem Ende des 16. Jahrhunderts. In seinem Westteil wurden die Grundmauern eines quadratischen Turms ausgegraben, wobei anzunehmen ist, dass dieser der ursprünglichen Burg aus dem 12. Jahrhundert zuzuordnen ist.

An den beiden Seiten des Nordflügels sind der Westflügel (oder Küchenflügel) und der Ostflügel (Kammerflügel) zu finden. Diese waren ursprünglich selbständige Gebäude, wurden aber Anfang des 18. Jahrhunderts mit dem Nordflügel verbunden. Der markante viergeschossige Pavillon am Ostflügel wurde 1783 erbaut.

Der Marstall des Schlosses stammt aus dem Jahr 1736, die übrigen Wirtschaftsgebäude sind jüngeren Datums.

Wenig bekannt ist, dass das Schloss auf einem Felsen erbaut ist, der für die Namensgebung der Region Wittgenstein Bedeutung hat. Der „Widukind“-Felsen ragt auch heute noch unbehandelt und roh in einen der Glasgänge hinein, die den inneren „Rosengarten“ umschließen. Innerhalb des Schlosses befand sich bis vor kurzem das fürstliche Archiv, das historische Dokumente aus den vergangenen Jahrhunderten verwahrt, vor allem ab dem 17. Jahrhundert. Dieses Archiv ist nach dem Eigentumsübergang in ein Gebäude der Rentkammer unterhalb des Schlosses verlegt worden. Unbewiesenen Gerüchten zufolge befindet sich zwischen dem Schloss und der städtischen Kirche ein Fluchttunnel, der bisher jedoch noch nicht gefunden wurde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alexander Thon, Stefan Ulrich, Jens Friedhoff: „Mit starken eisernen Ketten und Riegeln beschlossen ...“. Burgen an der Lahn. Schnell & Steiner, Regensburg 2008, ISBN 978-3-7954-2000-0, S. 178-181.
  •  Michael Losse: Die Lahn Burgen und Schlösser. Imhof Verlag, Petersberg 2007, ISBN 978-3-86568-070-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. August Heldmann, "Zur Geschichte des Gerichts Viermünden und seiner Geschlechter. I. Die Vögte von Keseberg. Mit einer Stamm- und Siegeltafel." In: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. Neue Folge, Fünfzehnter Band. Kassel, 1890 (S. 15).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatÜbermittagsbetreuung: Schlossschüler speisen künftig in historischem Ambiente. Gymnasium Schloss Wittgenstein, abgerufen am 12. März 2009.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKinostart ist am 17. Februar. Siegener Zeitung, abgerufen am 13. Januar 2011.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatEin kleiner Hauch von Hollywood. Siegerländer Wochen-Anzeiger (SWA/WWA), abgerufen am 13. Januar 2011 (PDF; 539 kB).