Schwört bei dieser blanken Wehre

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Rudolf Baumbach

Schwört bei dieser blanken Wehre (auch Burschenschafterlied oder seit 1897 auch Ehre, Freiheit, Vaterland!) ist ein ursprünglich österreichisches Studentenlied und die inoffizielle Hymne der Deutschen Burschenschaft. Verfasst wurde der Text 1879 von Rudolf Baumbach, die Vertonung übernahm noch im selben Jahr Hans Treidler.

Geschichte des Liedes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rudolf Baumbach, damals ein bekannter Dichter, schuf den Text des Liedes 1879 für einen Wettbewerb der Wiener Studentenzeitschrift Alma mater, der die drei besten österreichischen Studentenlieder auszeichnen sollte. Der Wettbewerb war dazu gedacht, die Schaffung eines rein österreichischen Kommersbuches zu ermöglichen, und war gegen die in Österreich deutschfreiheitlich und großdeutsch eingestellte Burschenschaft gerichtet. Baumbach, selbst Corpsstudent, gewann mit Schwört bei dieser blanken Wehre unter 202 Mitbewerbern den ersten Preis, obwohl das Lied auf dem Wahlspruch der Burschenschaft Ehre, Freiheit, Vaterland aufbaut, und der Dichter kein Österreicher, sondern Reichsdeutscher war. Hans Treidler, Chormeister des Wiener Akademischen Gesangvereins und ein Mitglied der Preiskommission, vertonte das Lied noch im selben Jahr mit der auch heutige noch gängigen Melodie.

Österreich-Ungarn und die Adria Ende des 19. Jahrhunderts

In einem ersten Entwurf lautete der Anfang der dritten Strophe „Österreich, du Land der Ehre“. Mit den in dieser Strophe erwähnten Meeren („Deinen Fuß benetzen Meere“) war daher ursprünglich die Adria gemeint, an welche Österreich damals grenzte (siehe auch: Österreichisches Küstenland). Der endgültige und preisgekrönte Text lautete allerdings bereits wie heute auf „Vaterland, du Land der Ehre“, wobei die Preisrichter wohl wie selbstverständlich auf Österreich schlossen.

Nachdem dieses Lied in Österreich aber nicht den erwarteten Erfolg erreichte und durch die Änderung zu Vaterland auch auf (das ganze) Deutschland anzuwenden war, adaptierte es die Deutsche Burschenschaft und verwendete es seit etwa 1885 als ihre Verbandshymne, allerdings ohne je darüber einen Beschluss zu fassen. Seit 1897 ist das Lied unter dem Titel „Ehre, Freiheit, Vaterland“ Teil des Allgemeinen Deutschen Kommersbuches.

Melodie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


\relative c' { \key c \minor  
             es4. d8 es8 g8 bes8 c8| c4 bes4 r4 g8 f8 | es4. es8 aes4. aes8 | f2 r4 g8 aes8 |
             bes4 bes4 c4. bes8 | es4 g,4 r4 g8 a8 | bes4. g8 a4. d8 | g,2 r4 g8 g8  
             \bar "||" | \time 3/4 aes4 aes4 c8 c8 | b4 g4 a8 b8 \bar "||" | \time 4/4
             c4 d4 es4 c4 | d2 r2 | \bar "|:" es4. es8 es4 d4 | c4. c8 c4 bes 4 |
             aes4 c4 bes4 es,4 | g2. f4 | es2 r2 \bar ":|"
}
\addlyrics {
     Schwört bei die -- ser blan -- ken | Weh -- re, schwört, ihr Brü -- der, all -- zu -- | mal: Flec -- ken -- | rein sei un -- sre | Eh -- re wie ein | Schild von lich -- tem | Stahl. Was wir | schwu -- ren, sei ge -- | hal -- ten treu -- lich | bis zur letz -- ten | Ruh. | Hört's, ihr Jun -- gen, |hört's, ihr Al -- ten, | Gott im Him -- mel, | hör's auch | du!
}

Text[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Liedtext im Allgemeinen Deutschen Kommersbuch
1.

 Schwört bei dieser blanken Wehre,
 schwört, ihr Brüder, allzumal:
 Fleckenrein sei unsre Ehre,
 wie ein Schild von lichtem Stahl.
 Was wir schwuren, sei gehalten
 treulich bis zur letzten Ruh';
 |: Hört's, ihr Jungen, hört's, ihr Alten,
 Gott im Himmel, hör's auch du! :|
2.
 Freiheit, duft'ge Himmelsblume,
 Morgenstern nach banger Nacht!
 Treu vor deinem Heiligtume
 stehn wir alle auf der Wacht.
 Was erstritten unsre Ahnen,
 halten wir in starker Hut;
 |: Freiheit schreibt auf eure Fahnen,
 für die Freiheit unser Blut! :|

3.

 Vaterland, du Land der Ehre,
 stolze Braut mit freier Stirn!
 Deinen Fuß benetzen Meere,
 deinen Scheitel krönt der Firn.
 Laß um deine Huld uns werben,
 schirmen dich in unsrer Hand;
 |: dein im Leben, dein im Sterben,
 ruhmbekränztes Vaterland! :|
4.
 Schwenkt der Schläger blanke Klingen,
 hebt die Becher, stoßet an!
 Unser Streben, unser Ringen,
 aller Welt sei's kundgetan.
 Laßt das Burschenbanner wallen,
 haltet's hoch mit starker Hand,
 |: brausend laßt den Ruf erschallen:
 Ehre, Freiheit, Vaterland! :|

Gebrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Hymne der Deutschen Burschenschaft wird Schwört bei dieser blanken Wehre als „Burschenschafterlied“ alljährlich zum Abschluss der Verhandlungen des Burschentages gesungen. Die Häufigkeit des Gebrauchs ist in den einzelnen Mitgliedsburschenschaften zwar sehr unterschiedlich, das Lied wird von Mitgliedern der Deutschen Burschenschaft aber stets im Stehen gesungen.

In seiner Eigenschaft als österreichisches Studentenlied wird Schwört bei dieser blanken Wehre bei vielen katholisch-österreichischen Studentenverbindungen auch heute noch gesungen.[1] Abweichend von der im Österreichischen Kommersbuch abgedruckten offiziellen Version fügen viele katholische Couleurstudenten in der letzten Zeile der vierten Strophe das Wort „Gott“ ein: Gott, Ehre, Freiheit, Vaterland, um sich auf diese Weise von nichtkatholischen Korporationen abzusetzen.

Es ist außerdem das Kompanie-Lied der 6. Ausbildungs-Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 232 der Deutschen Bundeswehr.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Österreichisches Kommersbuch, Edition Helbling 1984, Seite 158. Das Buch ist herausgegeben vom MKV namens des ÖCV und des KÖL.