Schwarzwaldhochstraße

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Die Schwarzwaldhochstraße am Mummelsee. Am Horizont die Vogesen, davor im Nebel das Rheintal.
Blick von der Schwarzwaldhochstraße in die Rheinebene
Der Mummelsee
Liftbetrieb am Skihang Seibelseckle zwischen Mummelsee und Ruhestein

Die Schwarzwaldhochstraße ist die älteste und eine der bekanntesten Ferienstraßen in Deutschland. Sie ist Teil der Bundesstraße 500.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schwarzwaldhochstraße beginnt in Baden-Baden und steigt zunächst steil zum Hauptkamm des Nordschwarzwalds hinauf, den sie bei der Bühlerhöhe erreicht. Hier liegt das gleichnamige Luxushotel. Auf einem Felsen befindet sich eine kleine Marienkirche, im Volksmund Adenauerkapelle genannt, mit sehenswerten Glasfenstern. Bei klarem Wetter hat man einen umfassenden Blick über die Rheinebene bis zu den Vogesen.

Ab der Bühlerhöhe verläuft die Hochstraße auf 800 bis über 1000 Meter über Normalnull an mehreren Höhenhotels vorbei (Plättig, Sand, Hundseck – 2012 abgerissen[1], Unterstmatt, Mummelsee, Ruhestein, Schliffkopf, Zuflucht, Alexanderschanze), von denen nur noch wenige in Betrieb sind. Bei Sand am Mehliskopf wird neben einem von mehreren entlang der Schwarzwaldhochstraße gelegenen Skihängen eine Allwetterbobbahn ganzjährig betrieben. Hier befindet sich auch die Abzweigung zur nahe gelegenen Schwarzenbachtalsperre und zum Langlaufzentrum Herrenwies.

Bei Hundseck und Unterstmatt folgen weitere Skilifte und Gastronomiebetriebe.

Unterhalb des höchsten Berges im Nordschwarzwald, der 1164 Meter hohen Hornisgrinde, erreicht die Straße den fast kreisrunden Mummelsee, einen in der letzten Eiszeit entstandenen Karsee.

Im Naturschutzzentrum am Ruhestein ist die Verwaltung des Nationalparks Schwarzwald angesiedelt, den die Schwarzwaldhochstraße über weite Strecken begleitet bzw. durchquert. Neben Skiliften und Loipen befindet sich am Ruhestein eine Skisprungschanzen-Anlage. Westlich von Ruhestein führt der einzige Klettersteig des Nordschwarzwalds über den Karlsruher Grat. Einige Kilometer weiter südwärts an der Straße liegt der Lotharpfad, welcher die Folgen des Orkans Lothar demonstriert.

Über die Höhenzüge des Schliffkopfs und des Kniebis, vorbei an Zuflucht und der Alexanderschanze, führt die Straße schließlich nach Freudenstadt, ihrer Endstation.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung Schwarzwaldhochstraße wurde erstmals 1930 verwendet, als die Straße zwischen Hundseck und Unterstmatt fertiggestellt wurde, die ältere Fahrwege aus verschiedenen Tälern ins Höhengebiet miteinander verband. Der Bau diente dazu, die bereits bestehenden Höhenhotels besser für den aufkommenden Autotourismus erreichbar zu machen. Im Dritten Reich folgende Ausbauten hatten militärstrategische Bedeutung, insbesondere der damals unvollendete Bau des Abschnitts zwischen Ruhestein und Alexanderschanze durch ein Naturschutzgebiet in den Jahren 1938 bis 1941. Erst im Jahr 1952 war die Strecke von Baden-Baden bis Freudenstadt durchgängig befahrbar.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Kafka, Wolfgang Schlund: Die Schwarzwaldhochstraße – Geschichte und Geschichten. PK-Verlag, Freiamt 2007, ISBN 978-3981038514.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schwarzwaldhochstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. TourismusAbrissbirne statt Tafelsilber: Hotels der Schwarzwald-Hochstraße
  2. Ernst Kafka: Chronologie zum Bau der Schwarzwaldhochstraße, abgerufen am 7. Oktober 2012