Schwedische Widerstandsbewegung

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Flagge der Schwedischen Widerstandsbewegung mit Tiwaz-Rune
Infostand im Juli 2017 in Visby, Gotland

Die Schwedische Widerstandsbewegung (schwedisch Svenska Motståndsrörelsen, SMR) ist eine neonazistische[1] und antisemitische[2] militante[3] Organisation in Schweden. Das Ziel der Vereinigung ist die Bildung einer Nordischen Republik, mithilfe einer Revolution und eines Nordischen „Freiheitskrieges“.[4]

Die geschlossene, sektenähnliche Organisation wurde 1997 gebildet und propagiert die Holocaustleugnung.[1][3][4] Seit Dezember 2015 wird sie von Simon Lindberg geführt, der in der Vergangenheit innerhalb der Nationalsocialistisk front (NSF) und deren Nachfolgeorganisation Folkfronten aktiv war.[1] Ein weiteres bekanntes Mitglied ist Magnus Söderman,[5] gegen den Russland im Mai 2015 ein Einreiseverbot verhängt hat.[6]

Im Januar 2017 verübten drei Mitglieder der Schwedischen Widerstandsbewegung einen Bombenanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Göteborg. DNA-Spuren der Männer wurden auf Fragmenten des Sprengkörpers gefunden. Anklage wurde gegen den Anführer der Göteborger Zelle erhoben, Viktor Melin, und gegen zwei weitere SMR-Mitglieder, Anton Thulin und Jimmy Jonasson. Kurz vor dem Anschlag waren die Männer nach Russland gereist, um dort mit einer russischen paramilitärischen Einheit zu trainieren, die zuvor im russisch-ukrainischen Krieg gegen die Ukraine gekämpft hatte. Gerichtsunterlagen zeigen, dass Melin und Thulin am paramilitärischen Programm „Partisan“ in Sankt Petersburg teilnahmen, das von der „Russkoje Imperskoje Dwischenije“ (Russische Imperiale Bewegung, RID) organisiert wird. Zur RID pflegt die SMR seit Jahren Kontakte. Auf der VKontakte-Seite der RID wurden Bilder von Melin und Thulin veröffentlicht, auf denen die beiden Männer bewaffnet posieren. Bei einer Razzia in Melins Wohnung wurden Notizen in russischer Sprache zu Bomben und Waffen beschlagnahmt. Der verwendete Sprengstoff war identisch mit den Sprengkörpern, die im November 2016 bei einem Angriff auf eine linke Organisation und im Januar 2017 bei einem Anschlag auf eine andere Flüchtlingsunterkunft eingesetzt wurden. Laut der Staatsanwaltschaft war das paramilitärische Training in Russland der entscheidende Schritt bei der Radikalisierung der Täter. Während dieses Trainings haben die Männer gelernt, Bomben herzustellen, so der Staatsanwalt. Im Juli 2017 wurden die Angeklagten zu Haftstrafen zwischen anderthalb und achteinhalb Jahren verurteilt.[7][8][9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Svenska Motståndsrörelsen (schwedisch), Online-Präsenz der Expo, aufgerufen am 4. Februar 2016
  2. Verfassungsschutzbericht Bayern 2017 S. 117
  3. a b De är Svenska Motståndsrörelsen (schwedisch), Sveriges Radio, aufgerufen am 4. Februar 2016
  4. a b Organiserad intolerans i Finland och Sverige (PDF) (schwedisch), Expo Research, Seite 30ff, aufgerufen am 4. Februar 2016
  5. „Schwedens Rechtsradikale machen mobil“, taz, 24. November 2003.
  6. RUS: Russische Visasperrliste. In: yle.fi. 26. Mai 2015, abgerufen am 18. Februar 2017 (PDF 23 KB).
  7. Medlemmer av nazigruppe som marsjerte i Norge har fått våpentrening i Russland. In: TV 2, 1. August 2017.
  8. These Swedish Nazis Trained In Russia Before Bombing A Center For Asylum Seekers. In: BuzzFeed News, 22. Juli 2017.
  9. White Russians: Russian Extremists Are Training Right-Wing Terrorists From Western Europe. In: The Daily Beast, 8. Februar 2017.