Schweinsohr (Pilz)

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Schweinsohr
Schweinsohr (Gomphus clavatus)

Schweinsohr (Gomphus clavatus)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Phallomycetidae
Ordnung: Schweinsohrartige (Gomphales)
Familie: Schweinsohrverwandte (Gomphaceae)
Gattung: Schweinsohren (Gomphus)
Art: Schweinsohr
Wissenschaftlicher Name
Gomphus clavatus
(Pers.) Gray

Das Schweinsohr oder der Purpurleistling (Gomphus clavatus) ist ein Pilz aus der Ordnung der Schweinsohrartigen. Früher stellte man ihn wegen der leistenartigen Fruchtschicht in die Nähe der Pfifferlingsartigen. Die Gattung Gomphus besteht in Europa aus nur einer Art. Das Schweinsohr ist Pilz des Jahres 1998[1].

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pigmentlose Varietät des Schweinsohrs

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 6–10 cm hohe und 6 cm breite Fruchtkörper ist kreisel- bis keulenförmig, abgestutzt oder trichterartig vertieft. Die Ränder sind etwas hochgeschlagen und unregelmäßig gelappt. Die Oberseite ist anfangs blasslila, später lilagrau und schließlich ocker- bis olivfarben. Die Außenseite ist mit unregelmäßigen, gabelig verzweigten Leisten versehen, die eine fleischig-hellviolette, später gelbliche Farbe besitzen. Sie laufen fast bis zur Stielbasis herab, welche verjüngt ist und eine glatte Oberfläche hat. Das Sporenpulver ist kräftig ockerfarben. Das Fleisch ist weiß, zart und von mildem Geschmack.

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sporen sind mit feinen Warzen besetzt und in der Form länglich, spindelig mit Hilarappendix. Die Größe beträgt etwa 9–12 × 4–5,5 μm.

Ökologie und Phänologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweinsohren kommen von Sommer bis Herbst meist büschelig verwachsen in Hexenringen oder Reihen vor allem in Bergnadelwäldern mit Kalkböden vor. Sie sind recht selten. Die Art bildet eine Mykorrhiza mit Fichte, Tanne und Rotbuche.[2][3]

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schweinsohr gilt als sehr guter Speisepilz. Mit dem Alter werden die Pilze etwas bitter. Eine Verwechslung mit giftigen Arten ist nahezu ausgeschlossen. Gelegentlich werden sie auf Märkten angeboten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gomphus clavatus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pilz des Jahres 1998: Schweinsohr. In: dgfm-ev.de. Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V., abgerufen am 20. August 2020.
  2. Andreas Gminder, Armin Kaiser, German Josef Krieglsteiner, Wulfard Winterhoff: Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen- und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige. In: G. J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 2. Eugen Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3531-0, S. 62.
  3. Reinhard Agerer, Ludwig Beenken, Josef Christan: Gomphus clavatus (Pers.: Fr.) S. F. Gray. + Picea abies (L.) Karst. In: Descriptions of Ectomycorrhizae. Band 3, 1998, S. 25–29.