Schwere Colts in zarter Hand

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Filmdaten
Deutscher TitelSchwere Colts in zarter Hand
OriginaltitelCalamity Jane
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1953
Länge97 Minuten
AltersfreigabeFSK 6
Stab
RegieDavid Butler
DrehbuchJames O’Hanlon
ProduktionWilliam Jacobs
MusikRay Heindorf
(musikalischer Direktor)
KameraWilfred M. Cline
SchnittIrene Morra
Besetzung

Schwere Colts in zarter Hand (Originaltitel: Calamity Jane) ist eine US-amerikanische Westernkomödie mit musikalischen Showeinlagen von David Butler aus dem Jahr 1953. Die Titelrolle der Calamity Jane wird von Doris Day gespielt, Howard Keel ist als Wild Bill Hickok zu sehen. Uraufgeführt wurde der Film in den USA am 4. November 1953. In Deutschland wurde er erstmals am 16. August 1963 in den Kinos gezeigt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bekannte Westernheldin Calamity Jane trifft in dem Städtchen Deadwood in South Dakota ein, in der auch ihr Bekannter Wild Bill Hickok lebt. In der Stadt herrscht Männerüberschuss. Henry Miller, der Betreiber des Saloons „Golden Garter“, sucht verzweifelt nach Frauen, die mit ihren Auftritten die Männer unterhalten sollen. Die letzte Show war ein Reinfall, nachdem sich die Akteurin Frances Fryer als Transvestit Francis Fryer entpuppt hat. Jane verspricht dem Besitzer, die bekannte Sängerin Adelaide Adams, die zur selben Zeit in Chicago gastiert, in die Stadt zu holen. Der skeptische Hickok glaubt nicht, dass Jane es schaffen wird, und verspricht, sollte sie es doch schaffen, als Squaw verkleidet auf die Bühne zu steigen.

In Chicago gibt Adelaide Adams ihre Abschiedsvorstellung. In der Umkleide probiert ihr Dienstmädchen Katie Brown ihr Kostüm an und singt. In dem Augenblick kommt Jane hinzu und stellt ihre Anfrage. Katie, die von einer Bühnenkarriere träumt, gibt sich als Adelaide aus und reist mit Jane nach Deadwood. Auf der Reise werden sie von Indianern angegriffen, doch Jane kann die Indianer in die Flucht schlagen. Bei Katies erstem Auftritt wird Jane misstrauisch, denn Katie hört sich anders an als Adelaide auf der Bühne. Noch während des Auftritts spricht Jane mit Katie über ihre Zweifel, woraufhin Katie zusammenbricht und vor dem Publikum ihren Betrug gesteht. Den daraufhin einsetzenden Tumult beendet Jane mit einem Schuss in die Luft. Die Leute lassen Katie die Vorstellung beenden und sind von ihr begeistert. Jane wird von Hickok in seiner Verkleidung als Squaw gefesselt und an das Geländer des Treppenaufganges gehängt.

Kate und Jane freunden sich an. Jane bietet ihr an, das Zimmer, das sie bewohnt, mit ihr zu teilen. An einem Abend werden beide von Hickok und dessen Freund, Leutnant Danny Gilmartin, in den Jane verliebt ist, zu einer Party nach Fort Scully mitgenommen. Als sie sieht, dass sich Katie und Danny küssen, stürmt die eifersüchtige Jane nach Hause und wirft Katies Sachen in Koffer. Beim nächsten Auftritt von Katie fordert sie diese auf, die Stadt zu verlassen. Doch Katie ist gelassen. Sie nimmt einen Colt und lässt Jane ein Glas hochhalten. Ein Schuss fällt, das Glas ist getroffen. Jedoch war es nicht Katie, die geschossen hat, sondern Hickok, dessen Schuss allerdings den Leuten nicht aufgefallen ist. Er überlässt Katie das Lob, während Jane aus dem Saloon stürmt. Doch bevor Jane ihr Pferd besteigen kann, wird sie von Hickok gepackt und auf einen Pferdewagen gelegt, mit dem Hickok die Stadt verlässt.

Im Wald versucht Hickok mit Jane zu sprechen. Er erklärt ihr, dass er das Glas zerschossen habe. Jane fühlt sich beschämt und erzählt Hickok von ihren Gefühlen zu Danny, dem sie einmal das Leben gerettet habe, als er von Indianern gefangen wurde. Hickok gesteht ihr daraufhin, sich in Katie verliebt zu haben. Die beiden umarmen sich. Auf die Frage, was nun mit dem Leutnant geschehen solle, antwortet Jane, sie habe nie etwas von ihm gehört.

Als Jane am nächsten Tag in die Stadt zurückkehrt, erfährt sie, dass Katie mit der Postkutsche zurück nach Chicago reist. Jane reitet hinter der Kutsche her und erreicht sie auch bald. Sie erzählt Katie, dass sie Hickok heiraten werde. Katie umarmt sie und folgt ihr zurück nach Deadwood. Eine Doppelhochzeit erfolgt. Hickok findet eine Waffe unter Janes Hochzeitskleid. Sie erklärt ihm, dass diese Waffe nur für den Fall da sei, dass noch mehr Sängerinnen aus Chicago eintreffen sollten. Die beiden glücklichen Paare reiten aus der Stadt.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioboss Jack L. Warner versuchte vergeblich, die Filmrechte an dem Drehbuch für Duell in der Manege zu kaufen, in dem Doris Day die Hauptrolle spielen sollte. Immerhin konnte er aber den Hauptdarsteller dieses Films, Howard Keel, als Partner von Doris Day verpflichten. Für Produzent William Jacobs war es die letzte Filmarbeit. Er starb sechs Wochen nach der Uraufführung des Films.

In einem Interview mit dem Hollywood Reporter anlässlich ihres 97. Geburtstags bezeichnete Day Schwere Colts in zarter Hand als ihren Lieblingsfilm unter ihren eigenen. Sie selbst sei in ihrer Kindheit und Jugend burschikos gewesen und die Figur daher lustig zu spielen gewesen, außerdem sei die Musik des Films herausragend.[1]

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Songs für dieses Westernmusical schrieben Sammy Fain (Musik) und Paul Francis Webster (Texte):

  • The Deadwood Stage – gesungen von Doris Day
  • Introducing Henry Miller – gesungen von Doris Day
  • Hive Full of Honey – gesungen von Dick Wesson
  • I Can Do Without You – gesungen von Doris Day und Howard Keel
  • It’s Harry I’m Planning to Marry – gesungen von Gale Robbins und Allyn Ann McLerie
  • Just Blew in From the Windy City – gesungen von Doris Day
  • Keep It Under Your Hat – gesungen von Allyn Ann McLerie
  • Higher Than a Hawk – gesungen von Howard Keel
  • A Woman’s Touch – gesungen von Doris Day und Allyn Ann McLerie
  • The Black Hills of Dakota – gesungen von Doris Day, Allyn Ann McLerie, Howard Keel und Philip Carey
  • Secret Love – gesungen von Doris Day

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Idealisierend und ohne Anspruch auf historische Treue. Die Komik der Geschichte entwickelt sich mehr und mehr zur Clownerie“, urteilte das Lexikon des internationalen Films.[2] Variety lobte zwar die farbenprächtigen Schauplätze und Kostüme, meinte aber, dass das Drehbuch nicht originell genug und die Dialoge banal seien. Doris Day habe „sehr hart“ dafür gearbeitet, wie Calamity Jane zu sein, sei dabei aber nicht glaubwürdig.[3] Bosley Crowther von der New York Times nannte den Film „einen schrillen und lächerlichen Musicalwestern“.[4]

Für Ken Hanke vom Mountain Xpress war Secret Love das musikalische Highlight des Films, der zwar „weder großartig und vielleicht nicht einmal sehr gut“, aber dennoch „ein charmantes Artefakt“ sei.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Song Secret Love, komponiert von Sammy Fain (Musik) und Paul Francis Webster (Text) und gesungen von Doris Day, wurde 1954 mit dem Oscar ausgezeichnet. In der Kategorie Beste Filmmusik war Ray Heindorf für den Oscar nominiert, in der Kategorie Bester Ton William A. Mueller.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Laurie Brookins: Doris Day, in Rare Interview, Talks Turning 97, Her Animal Foundation and Rock Hudson: “I Miss Him”. In: The Hollywood Reporter, 3. April 2019.
  2. Schwere Colts in zarter Hand. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 29. Mai 2019.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  3. Vgl. Calamity Jane. In: Variety, 1953.
  4. Bosley Crowther: Musical Western Horses Into Paramount With Calamity Jane Holding the Reins. In: The New York Times, 5. November 1953.
  5. Ken Hanke: Calamity Jane. In: Mountain Xpress, 28. Februar 2007.