Schweriner Volkszeitung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schweriner Volkszeitung
Verlagshaus in Schwerin
Beschreibung Tageszeitung in Mecklenburg-Vorpommern
Verlag Zeitungsverlag Schwerin GmbH & Co. KG

Gutenbergstraße 1
19061 Schwerin

Erstausgabe 10. April 1946
Erscheinungsweise täglich von Montag bis Samstag
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2017, Mo–Sa)
81.144 Exemplare
Reichweite (MA 2009) 0,28 Mio. Leser
Chefredakteur Michael Seidel
Weblink www.svz.de
ZDB 43291-x

Die Schweriner Volkszeitung (kurz: SVZ) ist eine Abonnement-Tageszeitung für Westmecklenburg, Teile der Prignitz, das Amt Neuhaus in Niedersachsen (entsprechen zusammen dem ehemaligen Bezirk Schwerin) und Rostock. In der Region Rostock erscheint sie als Norddeutsche Neueste Nachrichten (kurz: NNN) mit demselben Mantelteil als Publizistische Einheit. In der Prignitz wird Der Prignitzer vertrieben. Zusammen mit der Ostsee-Zeitung und dem Nordkurier aus Neubrandenburg ist das gesamte Land Mecklenburg-Vorpommern lokal aufgeteilt und abgedeckt.

Die verkaufte Auflage beträgt 81.144 Exemplare, ein Minus von 43,7 Prozent seit 1998.[1] Das Blatt wird pro Ausgabe von rund 280.000 Menschen gelesen (Gesamtverbreitung, Media-Analyse 2009). Mittwochs wird die kostenlose Wochenzeitung express an alle Haushalte im Kernverbreitungsgebiet verteilt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. April 1946 erschien die erste Ausgabe der Landes-Zeitung – Organ des Landesvorstandes des SED in Mecklenburg-Vorpommern. Die Zeitung erhielt umfangreiche Papierzuteilungen und konnte 1946 eine Auflage von 100.000 Exemplaren drucken, die sich 1947 auf 170.000 Exemplare steigerte. Gleichzeitig wurden die genehmigten Auflagen der Wettbewerber, dies waren Der Demokrat (CDU) und die Norddeutsche Zeitung (LDPD), von der Sowjetischen Militäradministration durch Papierzuweisungen auf 20.000 Exemplare begrenzt. Erste Chefredakteure wurden Heinz Alois Pohlmeyer (SPD) und Erich Glückauf (KPD)[2]. Mit der Auflösung der Länder und der Bildung der Bezirke wurde aus der Landeszeitung die SVZ. Die SVZ trug seit 1952 den Untertitel „Organ der Bezirksleitung der SED“ und verfügte im Nordwesten der DDR über elf Lokalredaktionen, die insgesamt eine tägliche Auflage von 173.800 Exemplaren produzierten.

Der Burda-Verlag, in dem Zeitschriften wie Bunte, Focus und Freundin erscheinen, kaufte 1991 von der Treuhandanstalt neben dem Rostocker Blatt Norddeutsche Neueste Nachrichten die Schweriner Volkszeitung. Im Jahre 2005 wurde das Blatt vom Burda-Konzern an den Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z) veräußert und ist heute, wie der sh:z, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der medien holding:nord GmbH mit Sitz in Flensburg.[3] Seit August 2012 tritt der Zeitungsverlag schwerin unter der Dachmarke medienhaus:nord auf. Damit sollen die gemeinsamen Kompetenzen der drei starken Zeitungstitel (SVZ, NNN, Der Prignitzer), der Wochenzeitungen und moderner, zukunftsweisender Digitalangebote gebündelt werden, wie Geschäftsführer Andreas Gruczek bei der Einführung der Dachmarke sagte.

Die Schweriner Volkszeitung ging am 5. Mai 1995 zu Werbezwecken mit redaktionellen Beiträgen online[4] und war damit neben der taz – die tageszeitung die erste deutsche Tageszeitung im Internet.[5] Seit dem 2. Juli 2007 erscheint die Zeitung auch als E-Paper. Aktuell nutzen rund 280 000 Unique User monatlich die digitalen Angebote des medienhaus:nord.

Von Oktober 2008 bis März 2013 wurde der Mantel der Zeitung durch die ausgelagerte mv:m Mantelredaktion GmbH erstellt, die seit April 2009 auch den Nordkurier beliefert. An der mv:m waren Nordkurier und Schweriner Volkszeitung mit jeweils 50 Prozent beteiligt.[6] Im Frühjahr 2013 zog sich der Nordkurier aus der Gemeinschaftsredaktion zurück. „Verschiedene redaktionelle Neuausrichtungen“ hätten „in andere publizistische Ansprüche als zu Beginn der Kooperation“ gemündet, hieß es damals aus Neubrandenburg. Seither produzierte die mv:m Mantelredaktion GmbH wieder ausschließlich für die Zeitungen des medienhaus:nord. Ende 2014 wurden die verbleibenden Mantelredakteure und -mitarbeiter in das medienhaus:nord eingegliedert.

Auflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schweriner Volkszeitung hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 43,7 Prozent gesunken.[7] Sie beträgt gegenwärtig 81.144 Exemplare.[8] Das entspricht einem Rückgang von 63.035 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 83,2 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[9]


Inhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Printausgabe besteht aus dem Zeitungsmantel (der Hauptteil der Zeitung mit überregionalen Nachrichten aus dem Land, Deutschland und der Welt, aus regionaler Wirtschaft, Sport, Kultur und Gesellschaft) und dem Familienmagazin (mit Ratgeber, Themen-, Special Interest und der täglichen Kinderseite) sowie aus dem Lokalteil. Je nach Wohnort des Lesers gibt es folgende Lokaltitel: „Zeitung für die Landeshauptstadt“, „Zeitung für Lübz-Goldberg-Plau“, „Anzeiger für Sternberg-Bruel-Warin“, „Güstrower Anzeiger“, „Bützower Zeitung“, „Parchimer Zeitung“, „Gadebusch-Rehnaer Zeitung“, „Ludwigsluster Tageblatt“ und „Hagenower Kreisblatt“. Da Teile der zu Brandenburg zählenden Prignitz bis zur Wende zum Bezirk Schwerin und damit zum Vertriebsgebiet der SVZ gehörten, erscheint das Blatt hier als Der Prignitzer – Brandenburger Allgemeine, mit eigenständigen brandenburgischen Mantelseiten. In der Hansestadt Rostock erscheint das Blatt mit variierten Inhalten und Formen als „Norddeutsche Neueste Nachrichten – Rostocker Anzeiger“ im Wettbewerb mit der zur Madsack-Gruppe gehörenden Ostsee-Zeitung.

Die Schweriner Volkszeitung ist Stifterin des Publikumspreises beim Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern.

Seit Mitte der 1990er Jahre veranstaltet die SVZ unter dem Motto „Zeitung in der Schule – ZiSch“ ein Schulzeitungsprojekt. Dabei werden den Schülern der angemeldeten Schulklassen Kenntnisse zum Thema Journalismus, Zeitungsproduktion und Medienkompetenz vermittelt. Die Schüler haben die Möglichkeit, im Rahmen des Projektes selbst Artikel zu verfassen, welche regelmäßig auf Sonderseiten veröffentlicht werden. Im Jahr 2015 nehmen rund 7000 Kinder und Jugendliche an dem Projekt teil.

Zum Portfolio des medienhaus:nord gehören außerdem regelmäßig Sonderpublikationen und saisonale Magazine sowie zahlreiche Veranstaltungen für Leser und ausgewählte Zielgruppen. Darüber hinaus engagiert sich das medienhaus:nord in zahlreichen Medienpartnerschaften für die Region. Zu den Verlagsdienstleistungen zählt u.a. die adressierte Zustellung von Briefen sowie Flyern und Prospekten. Als 100%iges Tochterunternehmen der medienholding:nord (Flensburg) stehen darüber hinaus zahlreiche weitere Produkte und Dienstleistungen zur Verfügung.

Chefredakteure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chefredakteure der Landeszeitung bzw. Schweriner Volkszeitung (unvollständig):

Zeitraum Name
1946–1948 Heinz Alois Pohlmeyer (SPD) & Erich Glückauf (KPD); paritätisch
1948–1949 Wilhelm Müller
1949–1951 Karl Jakobi
1952–1954 Fritz Waasner
1954–1959 Hans Mahle; erst mit der Leitung beauftragt, ab 1956 Chefredakteur
1959–1960 Karl Klenke; kommissarisch
1960–1967 Kurt Neheimer
1967–1971 Ernst Parchmann
1971–1989 Hans Brandt
1990–2004 Christoph Hamm †
2004–2005
2005–2009 Thomas Schunck
2010–2012 Dieter Schulz
seit 2012 Michael Seidel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schweriner Volkszeitung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  2. Martin Broszat, Gerhard Braas, Hermann Weber: SBZ-Handbuch. 1993, ISBN 3-486-55262-7, Seite 512 u.a.
  3. Mediendatenbank: medien holding:nord gmbh. Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich, abgerufen am 27. Januar 2014.
  4. Katja Riefler: Zeitung Online. Neue Wege zu Lesern und Anzeigenkunden. ZV Zeitungs-Verlag Service GmbH, Bonn 1995, ISBN 3-929122-18-9
  5. Katja Riefler: Klicken statt Blättern. taz, 7. Dezember 1995, abgerufen am 20. August 2015.
  6. Nordkurier löst Mantel-Redaktion auf. (Memento vom 5. August 2009 im Internet Archive) ddp, 13. Januar 2009, abgerufen am 20. August 2015.
  7. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  8. laut IVW, zweites Quartal 2017, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  9. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)