Sebastian Barry

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Sebastian Barry (* 5. Juli 1955 in Dublin) ist ein irischer Dramatiker und Roman-Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barry wurde 1955 als Sohn von Francis Barry und der irischen Schauspielerin Joan O’Hara in Dublin geboren, wo er auch aufwuchs. Er ging auf die Catholic University School und absolvierte das Trinity College in Dublin.

Seine schriftstellerische Laufbahn startete 1982 mit der Veröffentlichung des Romans Macker's Garden. Mehrere Gedichtbände sowie ein weiterer Roman, The Engine of Owl-Light, folgten, bevor der Autor sich 1986 und 1988 mit The Pentagonal Dream und Boss Grady's Boys auf das Dramatikerfach einließ. In der Theatersparte fand der Schriftsteller sein wichtigstes Standbein. Auch als Romancier wurde er mehrfach preisgekrönt.

Barry lebt im County Wicklow mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Alison Deegan, und den gemeinsamen drei Kindern; er ist Mitglied bei Aosdána.[1]

Barry schrieb unter anderem das Theaterstück The Steward of Christendom und den Roman The Whereabouts of Eneas McNulty, die beide die Unruhen zwischen loyalistisch-britischen Iren und Nichtloyalisten im Irland des frühen 20. Jahrhunderts thematisieren. Sein Großvater mütterlicherseits, Thomas Dunne, ist der Hauptcharakter von The Steward of Christendom.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barrys bekanntester Roman A Long Long Way kam in die engere Wahl für den Booker Prize 2005 und erhielt 2006 den Kerry Group Irish Fiction Award. Der Roman erzählt die Geschichte eines jungen Rekruten der Royal Dublin Fusiliers, Willie Dunne, während des Ersten Weltkrieges. Er verdeutlicht die geteilte Loyalität der Iren gegenüber Irland und England zur Zeit des Osteraufstands im Jahr 1916. 2008 kam Barry mit seinem Roman The Secret Scripture erneut in die Shortlist zum Booker Prize.[2] Allerdings hatte erst 2007 mit Anne Enright eine irische Autorin den Booker Prize erhalten.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prosa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Whereabouts of Eneas McNulty. Picador, London 1998, ISBN 0-330-35197-4.
  • Annie Dunne. Faber & Faber, London 2002, ISBN 0-571-20304-3.
  • A Long Long Way. A Novel. Faber & Faber, London 2005, ISBN 0-571-21800-8.
  • The Secret Scripture. Faber & Faber, London 2008, ISBN 0-571-21528-9.
    • dt.: Ein verborgenes Leben. Roman, deutsch von Hans-Christian Oeser. Steidl, Göttingen 2009, ISBN 978-3-86521-967-1.
  • On Canaan's Side. Faber & Faber, London 2011. ISBN 978-0-571-22653-5.
    • Mein fernes, fremdes Land, Roman; deutsch von Hans-Christian Oeser. Steidl, Göttingen 2012, ISBN 978-3-86930-513-4.
  • The Temporary Gentleman. Faber & Faber, London 2014.
    • dt.: Gentleman auf Zeit. Roman, deutsch von Hans-Christian Oeser. Steidl, angekündigt für April 2017
  • Days Without End. A novel. Faber & Faber, London 2016 [4][5]
    • dt.: angekündigt für 2018 bei Steidl

Stücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Only True History of Lizzie Finn / Steward of Christendom / White Woman Street: 3 Plays. Methuen Drama, London 1996, ISBN 0-413-69890-4
  • Hinterland: A Play. Faber & Faber, London 2002, ISBN 0-571-21003-1
  • Pride of Parnell Street. Faber & Faber, London 2007, ISBN 0-571-23868-8
  • Barry Plays: 1. A & C Black, 2007, ISBN 0-413-71120-X (zuerst bei Methuen Contemporary Dramatists, London 2003)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Porträt bei Aosdána
  2. The Irish Times: “Irish author Barry makes Booker prize shortlist”, 9. September 2008
  3. Sebastian Barry gewinnt zum zweiten Mal, boersenblatt.net, 1. Februar 2017, abgerufen am 1. Februar 2017
  4. Costa-Literaturpreis an Sebastian Barry für "Days Without End", derstandard.at, 31. Januar 2017, abgerufen am 2. Februar 2017
  5. Days Without End by Sebastian Barry review – a bravura journey into America’s past, theguardian.com, 28. Oktober 2016, abgerufen am 2. Februar 2017