Esther Kinsky

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Esther Kinsky auf der Leipziger Buchmesse 2018

Esther Kinsky (* 12. September 1956 in Engelskirchen) ist eine deutsche literarische Übersetzerin und Autorin von Romanen und Lyrik. Sie war 2016–2017 für zwei Semester Poetikdozentin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bei Bonn aufgewachsene Slawistin Kinsky studierte in Bonn und in Toronto. Sie arbeitet seit 1986 als literarische Übersetzerin aus dem Polnischen, Englischen und Russischen, seit 2007 vorwiegend als Autorin von Prosa und Lyrik. Nach Jahren in London lebt sie derzeit in Berlin und Battonya, Ungarn.

Zu ihren Veröffentlichungen gehören Naturschutzgebiet, Gedichte und Fotografien (2013), der Roman Am Fluss (2014) und, gemeinsam mit Martin Chalmers, die zweistimmige Reiseerzählung Karadag Oktober 13 (2015). Sowohl für ihre übersetzerische als auch für ihre schriftstellerische Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet. 2015 erhielt sie u. a. den Kranichsteiner Literaturpreis sowie den Preis der SWR-Bestenliste für Am Fluss. Wiederkehrende Themen ihrer Arbeit sind die Erfassbarkeit der Wahrnehmung durch Sprache und die damit verbundenen Erinnerungsprozesse, vor allem im Kontext von Fremde.

Zum Sommersemester 2016 übernahm Kinsky die auf ein Jahr befristete Thomas Kling-Poetikdozentur an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.[1]

2018 erschien Hain: Geländeroman, in dem sie den Blick eines trauernden Menschen auf die Welt beschreibt.[2] In der Sendereihe Essay und Diskurs des Deutschlandfunks grenzte sie diesen Roman von der literarischen Form des nature writing ab.[3] Hain: Geländeroman gewann den Preis der Leipziger Buchmesse 2018 in der Kategorie „Belletristik“.

Kinsky war verheiratet mit dem deutsch-schottischen Literaturübersetzer Martin Chalmers (1948–2014).

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Ich sehe Übersetzer von Literatur als Künstler an der Sprache. Es ist eine schwierige Gratwanderung natürlich, zu sagen, wo ist Kunst, wo ist Handwerk dabei, damit habe ich mich ja auch länger auseinandergesetzt, aber ich glaube nicht, dass es für mein Verständnis dieser Tätigkeit – und ich möchte da auch wirklich ganz speziell nur von mir sprechen, zuträglich ist so einer Rollenzuweisung.“

Kinsky: im Interview mit Susanne Burg, Deutschlandradio, 13. August 2013[4]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Übersetzerin (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Autorin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Herausgeberin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen und Stipendien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Als sechste Thomas Kling-Poetikdozentin wird Esther Kinsky berufen. Germanistisches Seminar, Bonn, abgerufen am 7. Oktober 2016
  2. „Tröstliche Landschaften“, Hain von Esther Kinsky vorgestellt von Andrea Gerk, ndr.de am 1. März 2018
  3. Katharina Teutsch: Nature Writing: Über Natur schreiben heißt über den Menschen schreiben. Deutschlandfunk, 28. Januar 2018, abgerufen am 28. Januar 2018.
  4. „Künstler an der Sprache“ – Die Autorin Esther Kinsky über das Übersetzen
  5. Zuerst eine Veranstaltungsreihe in der Buchhandlung buch/bund, Berlin-Neukölln. Moderation der Lesungen E. K. Ausgewählte Gedichte wurden zweisprachig vorgetragen und sind hier abgedruckt, dazu Gespräche mit den Dichtern.