Flugplatz Eichsfeld

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Flugplatz Eichsfeld
Logo LVG.jpg
Sonderlandeplatz EDHD.JPG
Kenndaten
ICAO-Code EDHD
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 3 km nördlich von Heilbad Heiligenstadt,
2 km westlich von Günterode,
20 km südöstlich von Göttingen
Straße A 38, L 1009
Basisdaten
Eröffnung 1991
Betreiber Luftsportvereinigung Göttingen (LVG)
Fläche 30 ha
Terminals 3 Hangars
Flug-
bewegungen
ca. 2200 [1]
(Segel-, Motor- und Geschäftsfliegerei)
Start- und Landebahnen
24/06 700 m × 15 m Asphalt
24/06 700 m × 30 m Gras



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Der Flugplatz Eichsfeld befindet sich nördlich der thüringischen Kreisstadt Heilbad Heiligenstadt. Er liegt ca. 20 Kilometer südöstlich von Göttingen und ist als Sonderlandeplatz zugelassen. Der Platz ist seit 1991 im Besitz der Luftsportvereinigung Göttingen (LVG) und wurde 2005 mit einer 700 Meter langen Asphaltbahn ausgestattet, die nun auch größeren Privatflugzeugen eine Landung ermöglicht.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz Eichsfeld liegt im Landkreis Eichsfeld etwa drei Kilometer nördlich der thüringischen Kreisstadt Heilbad Heiligenstadt in 363 m ü. MSL direkt an der A 38.

Geschichte des Flugplatzes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nutzung zu Zeiten der DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Agrarflugzeug Z-37

Zu Zeiten der Deutschen Demokratischen Republik wurde der Flugplatz Günterode von der Interflug als Agrarflugplatz genutzt. Dabei kamen Agrarflugzeuge vom Typ PZL M18 Dromader und Let Z-37 zum Einsatz, die in der Umgebung Felder aus der Luft bearbeiteten. Eine Z-37 war in Günterode fest stationiert.

Es landeten und starteten dort auch sehr oft Flugzeuge und Hubschrauber der Nationalen Volksarmee. Unter anderem wurden gesichtet:

Wegen seiner Grenznähe (4 km Luftlinie) war der Flugplatz sehr beliebt bei der NVA, zum einen, um Generäle der Grenztruppen abzuholen oder zu bringen, zum anderen, um bei Überwachungsflügen zu tanken. Dafür befand sich in Günterode extra eine Tankstelle.

Nutzung nach der Wende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

neues Towergebäude incl. Sozialgebäude, erbaut 2011

Gleich nach der Wende kaufte die Luftsportvereinigung Göttingen das Gelände. Im April 1991 bekam die LVG dann eine vorläufige Fluggenehmigung für das Segelfluggelände Günterode. Die luftrechtliche Zulassung wurde beantragt und Pacht- beziehungsweise Kaufverträge zwischen den Besitzern des Geländes in Günterode und dem Verein wurden geschlossen. Eine unbefristete Genehmigung des Platzes in Günterode wurde im September 1991 erteilt. Es folgte die Aufnahme in den Landesluftsportverband Thüringen des Deutschen Aeroclub und der Beginn der Schulung in Günterode. 1992 wurde die Baugenehmigung für eine Flugzeughalle erteilt. In etwa 8000 Baustunden wurde das Gebäude bis zum Herbst desselben Jahres errichtet. Am 17. Mai 1994 wurde die neue Flugzeughalle offiziell eingeweiht. Es begann ein regelmäßiger Flugbetrieb. Am 10. und 11. September 1994 wurde der erste Flugtag im Eichsfeld ausgetragen und ein fahrbarer Tower wurde gebaut. 1995 wurden weitere Grundstücke um den Flugplatz dazugekauft und 1998 wurde ein neues Benzinlager errichtet und eine zweite Halle an die erste angebaut.

Im Jahr 2005 wurde zusätzlich zur Graslandebahn eine 750 m lange Asphaltbahn gebaut. Damit können seitdem auch größere Geschäftsflugzeuge landen.

Anfang 2011 wurde dann der bis dahin als Segelfluggelände klassifizierte Platz als Sonderlandeplatz zugelassen und erhielt den ICAO-Code EDHD. Damit einher ging eine Namensänderung von Günterode/Heiligenstadt nach Heilbad Heiligenstadt. Weiterhin wurde 2011 eine weitere Flugzeughalle für private Ultraleichtflugzeuge errichtet und die bestehende Flugzeughalle um neue Vereinsräume und einen Tower erweitert.[2]

2012 wurde außerdem der Flugplatz in Flugplatz Göttingen-Heilbad Heiligenstadt umbenannt.[3] Seit dem 20. Juli 2016 gilt die Bezeichnung Eichsfeld.

Im Herbst 2012 wurde mit dem Bau einer weiteren Halle für private Geschäftsflugzeuge begonnen. Auswärtige Piloten, die die Region Göttingen oder das Eichsfeld privat oder geschäftlich besuchen möchten, nutzen den Flugplatz vielfach. Der Flugplatz entwickelt sich somit immer mehr hin zum Geschäftsflugplatz mit regionaler Bedeutung.[4]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bevölkerung wächst zusehends der Widerstand gegen den Flugplatz. Eine Bürgerinitiative von Einwohner des Dorfes Günterode hat sich gegründet. Es wird eine steigende Lärmbelästigung durch steigende Flugbewegungen, sowie eine Verlängerung der Start- und Landebahn befürchtet. Außerdem wird die fehlende Kommunikation zwischen der LSV Göttingen und den Bürgern der umliegenden Dörfer kritisiert.[5]

Flugbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ultraleichtflugzeuge auf dem Flugplatz
Pilatus PC-12 beim Rollen

Der Flugplatz ist Eigentum der Luftsportvereinigung Göttingen e.V., die dort Segelflugsport betreibt.

Der Flugplatz wird genutzt von:[6]

  • Segelflugzeugen und Motorgetriebenen Flugzeugen der Luftsportvereiniung Göttingen e.V.
  • Privat- und Geschäftsflugzeugen (z. B. die Pilatus PC-12)
  • Private Ultraleichtflugzeugen von Vereinsmitgliedern

Zulassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz ist zugelassen für Flugzeuge bis 5,7 t und Hubschrauber bis 2 t Gesamtgewicht, Segelflugzeuge, Motorsegeler, Ultraleichtflugzeuge und Fallschirmabsprünge. Der Flugplatz ist von außen nach vorheriger Anmeldung (PPR) anfliegbar.

Unfälle/Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben ein paar kleineren Unfällen ereignete sich bis jetzt nur ein Unfall mit Personenschaden:

  • Am 22. Juni 2008 prallte eine vereinsfremde Fallschirmspringerin infolge eines Steuerfehlers gegen die Giebelwand der Flugzeughalle. Sie überlebte schwerverletzt den Unfall und wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Göttingen geflogen. [7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flugplatz Eichsfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schätzung der Luftsportvereiniung Göttingen e. V. für 2009
  2. Extra Tip Göttingen vom 14. August 2011, Seite 6
  3. Neuer Name für Eichsfelder Flugplatz, TLZ vom 6. Juni 2012
  4. Wer wird denn gleich in die Luft gehen?; Blick Göttingen vom 13. September 2013
  5. Startbahn des Günteröder Flugplatzes soll verlängert werden, Thüringer Allgemeine vom 28. Januar 2014
  6. Thüringer Allgemeine, März 2011
  7. Fallschirmspringerin prallt gegen Giebel Aus: Thüringer Allgemeine, 23. Juni 2008