Seggiano

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Seggiano
Wappen
Seggiano (Italien)
Seggiano
Staat Italien
Region Toskana
Provinz Grosseto (GR)
Koordinaten 42° 56′ N, 11° 33′ OKoordinaten: 42° 55′ 45″ N, 11° 33′ 30″ O
Höhe 491 m s.l.m.
Fläche 49,53 km²
Einwohner 961 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte 19 Einw./km²
Postleitzahl 58038
Vorwahl 0564
ISTAT-Nummer 053025
Volksbezeichnung Seggianesi
Schutzpatron San Bartolomeo (24. August)
Website Gemeinde Seggiano
Panorama von Seggiano
Panorama von Seggiano

Seggiano ist eine Gemeinde mit 961 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) in der Provinz Grosseto, Region Toskana in Italien.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage von Seggiano in der Provinz Grosseto

Die Gemeinde erstreckt sich über rund 50 km². Sie liegt etwa 40 km nordöstlich von Grosseto und 100 km südlich von Florenz in der Nähe des Monte Amiata. Die Gemeinde liegt im Orciatal und im Weinbaugebiet des Montecucco. Die Flüsse Ente, Vetra und Vivo durchqueren das Gemeindegebiet.[2] In der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden liegt der Ort in der Zone E, 2204 GG[3].

Einziger Ortsteil ist der ca. drei km südöstlich gelegene Ort Pescina am Fuße des Amiata. Er liegt bei 747 Höhenmetern und hat ca. 150 Einwohner.[4]

Die Nachbargemeinden sind Abbadia San Salvatore (SI), Castel del Piano und Castiglione d’Orcia (SI).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wird der Ort 903 als Besitztum des Klosters in Abbadia San Salvatore und gelang dann am Anfang des 13. Jahrhunderts an die Abtei Sant’Antimo und in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts unter die Kontrolle der Salimbeni aus Siena. Ab dem 15. Jahrhundert bis zur Niederlage der Seneser Republik 1555 gegen die Republik Florenz stand Seggiano unter dem Einfluss der ebenfalls aus Siena stammenden Ugurgeri. Danach fiel der Ort ebenfalls (wie Siena) dem Herzogtum Toskana zu.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Santuario della Madonna della Carità
  • Castello del Potentino, ca. 1 km südwestlich von Seggiano am Fluss Vivo gelegene Burg. Wurde erstmals 1042 erwähnt und gelang am Anfang des 13. Jahrhunderts durch Otto IV. in den Einflussbereich des Bischofs von Chiusi. Unterwarf sich 1213 der Republik Siena, unterhielt aber weiterhin Kontakte zur Abtei in Abbadia San Salvatore und zu den Aldobrandeschi. Fiel im 15. Jahrhundert endgültig an Siena und diente als Außenposten von Santa Maria della Scala.[5]
  • Chiesa del Corpus Domini, im 18. Jahrhundert entstandene Kirche. Wurde 1869 restauriert
  • Chiesa di San Bartolomeo, Kirche aus dem Jahr 1216, 1860 restauriert. Enthält das Werk Madonna col Bambino in trono e i Santi Bartolomeo, Giovanni Evangelista e Michele Arcangelo von Bartolomeo Bulgarini
  • Chiesa di Santa Maria in Villa, 1486 restaurierte Kirche, wahrscheinlich älteren Ursprungs, enthält das Werk Madonna col Bambino von Andrea Vanni.
  • Convento del Colombaio, bereits 1251 erwähnter Konvent der Franziskaner.
  • Il Giardino, Skulpturengarten des Künstlers Daniel Spoerri mit Skulpturen von Spoerri und rund 40 befreundeten Künstlern
  • Oratorio di San Rocco, Oratorium kurz außerhalb der Stadtmauern nahe der Porta del Mercato. Entstand zwischen 1486 und 1490. Im Inneren befinden sich Fresken des seneser Künstlers Girolamo di Domenico (1493 entstanden).
  • Santuario della Madonna della Carità, zwischen 1588 und 1603 entstandenes Sanktuarium kurz außerhalb der Stadtmauern.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Giuseppe Guerrini/Amministrazione Provinciale di Grosseto: Torri e Castelli della provincia di Grosseto. Nuova Immagine Edizioni, Siena 1999, ISBN 88-7145-154-6.
  • Lucio Niccola/Fiora Bonelli: Paesi dell’Amiata, Cesare Moroni Edizioni, 2003, S. 103–114.
  • Felicia Rotundo/Bruno Santi: Seggiano. In: Bruno Santi: Guida Storico-Artistica alla Maremma. Nuova Immagine Edizioni, Siena 1995, ISBN 88-7145-093-0.
  • Emanuele Repetti: Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana Onlineausgabe der Universität Siena zur Gemeinde Seggiano
  • Bruno Santi: I luoghi della Fede. L’Amiata e la Val d’Orcia, Arnoldo Mondadori Editore, Mailand 1999, ISBN 88-04-46780-0, S. 169–175.
  • Touring Club Italiano: Toscana. Mailand 2003, ISBN 88-365-2767-1, S. 688.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Seggiano – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
  2. Offizielle Webseite des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zu den Flüssen in Seggiano, abgerufen am 5. März 2013 (ital.)
  3. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 28. Oktober 2012 (ital.) (PDF; 330 kB)
  4. Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Grosseto, abgerufen am 28. Oktober 2012 (ital.)
  5. vgl. Guerrini S. 128