Chiusi

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Chiusi
Wappen
Chiusi (Italien)
Chiusi
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Siena (SI)
Koordinaten: 43° 1′ N, 11° 57′ O43.01666666666711.95398Koordinaten: 43° 1′ 0″ N, 11° 57′ 0″ O
Höhe: 398 m s.l.m.
Fläche: 58 km²
Einwohner: 8.726 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 150 Einw./km²
Stadtviertel Chiusi Scalo, Montallese, Macciano, Querce al Pino
Angrenzende Gemeinden Castiglione del Lago (PG), Cetona, Chianciano Terme, Città della Pieve (PG), Montepulciano, Sarteano
Postleitzahl: 53043 Chiusi città (capoluogo), 53044 Chiusi stazione (Chiusi Scalo), 53040 Montallese
Vorwahl: 0578
ISTAT-Nummer: 052011
Volksbezeichnung: Chiusini
Schutzpatron: Santa Mustiola und San Secondiano (3. Juli)
Website: Gemeinde Chiusi

Chiusi ist eine Stadt mit 8726 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) in der Toskana und liegt in der italienischen Provinz Siena zwischen Trasimenischem und Bolsenasee.

Geografie[Bearbeiten]

Bahnhof Chuisi-Chianciano

Der Ort erstreckt sich über 58 km². Zu seinen Ortsteilen zählen Chiusi Scalo, Montallese, Macciano und Querce al Pino. Die Nachbargemeinden sind Castiglione del Lago (PG), Cetona, Chianciano Terme, Città della Pieve (PG), Montepulciano und Sarteano.

Geschichte[Bearbeiten]

Antike[Bearbeiten]

Chiusi, etruskisch Camars bzw. Clevsin, lateinisch Clusium, geht auf etruskische Ursprünge zurück. Hüttenreste und Keramikfunde reichen bis in die Endbronzezeit und Villanovakultur, Nekropolen um die entstehende Stadt über dem Tal des Chiana stammen aus der Villanovazeit und der orientalisierenden Epoche, Kammergräber treten zuerst gegen Ende des 7. vorchristlichen Jahrhunderts auf. Damals war Clusium schon ein bedeutender Ort in Etrurien, Zentrum von Agrarwirtschaft, Handel und Gewerbe, Hauptort eines etruskischen Stadtstaates, Mitglied im etruskischen Zwölfstädtebund und wohl oligarchisch regiert. Einen archäologisch fassbaren Höhepunkt in der Entwicklung des Ortes stellt das 6. Jahrhundert v. Chr. dar.

Auch die römische Historiografie berichtet von 'Clusium'. Danach rückte Lars Porsenna, der König der Stadt, nach dem Sturz des römisch-etruskischen Königs Tarquinius Superbus (510 v. Chr.) auf Rom vor, er belagerte die Stadt und nahm sie wohl auch ein. Von Rom aus soll Porsenna versucht haben, seine Herrschaft über Latium auszudehnen, doch erlitt sein Sohn Aruns Porsenna vor der latinischen Stadt Aricia durch Latiner und Griechen unter dem Tyrannen Aristodemos von Kyme eine Niederlage (504/503 v. Chr.). Der Vater musste sich daraufhin aus Rom wieder zurückziehen und kehrte wohl nach Clusium zurück, wo er wahrscheinlich zu Beginn des 5. Jahrhunderts verstarb.

Inwieweit die politischen Rückschläge des 5. Jahrhunderts v. Chr. (Niederlage der Etrusker bei Cumae, 474 v. Chr.) Chiusi beeinflussten, bleibt unklar. Römischer Geschichtsschreibung zufolge hat die Stadt im 4. Jahrhundert v. Chr. eine Rolle beim Galliereinfall nach Mittelitalien gespielt: Ein Chiusiner Bürger namens Arruns habe die Gallier zum Einfall verleitet. Chiusi wurde angegriffen (390 v. Chr.), die Einwohner wandten sich nach Rom um Hilfe, der römische Gesandte Quintus Fabius Ambustus tötete den Anführer der Gallier, worauf sich diese gegen Rom wandten. Archäologisch wird im weiteren Verlauf des 4. Jahrhunderts v. Chr. ein Verfall Chiusiner Macht sichtbar.

296/295 v. Chr. war das Chiusiner Territorium Schauplatz der Kämpfe zwischen Römern, Etruskern, Galliern und Umbrern (Schlacht von Sentinum). In der Folgezeit wurde Chiusi immer mehr in den römischen Staat einbezogen, freilich bei Erhalt seiner aristokratisch-oligarchischen Ordnung. Im Jahr 205 v. Chr., im 2. Punischen Krieg (218 – 201 v. Chr.) beteiligte sich die Stadt an der Ausrüstung des römischen Heeres, das in Nordafrika gegen Karthago zum Einsatz kommen sollte.

Nach dem römischen Bundesgenossenkrieg (91 – 89 v. Chr.) wurden die Chiusiner, nunmehr römische Bürger, der Tribus Arnensis zugeordnet. Der römische Dictator Sulla (82 – 79 v. Chr.) gründete auf Chiusiner Territorium eine Veteranenkolonie. Chiusi war nun eine römisch-etruskische Stadt im unter römischer Herrschaft geeinten Italien, ein Verkehrsknotenpunkt zwischen Arno- und Tibertal, zwischen toskanischer Küste und dem Hinterland.

Mittelalter[Bearbeiten]

Seit dem 11. Jahrhundert stand Chiusi unter der Herrschaft seiner Bischöfe, später unter dem Einfluss von Orvieto. 1231 kam es an Siena, 1556 an das Großherzogtum Toskana.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Umland von Chiusi befinden sich einige etruskische Hügelgräber. Das Etruskische Museum ist einer der wichtigsten Aufbewahrungsorte Italiens für etruskische Kultur.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung Chiusis

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Giovannangelo Camporeale: Die Etrusker. Geschichte und Kultur, Düsseldorf-Zürich 2003, S. 398–415.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chiusi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.