Shirley (Film)

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Filmdaten
OriginaltitelShirley
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2020
Länge107 Minuten
Stab
RegieJosephine Decker
DrehbuchSarah Gubbins
ProduktionSarah Gubbins,
David Hinojosa,
Simon Horsman,
Elisabeth Moss,
Sue Naegle,
Jeffrey Soros
MusikTamar-kali
KameraSturla Brandth Grøvlen
SchnittDavid Barker
Besetzung

Shirley ist ein Thriller von Josephine Decker, der im Januar 2020 beim Sundance Film Festival seine Premiere feierte. Die Filmbiografie erzählt von der US-amerikanischen Schriftstellerin Shirley Jackson, die von Elisabeth Moss verkörpert wird.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte des 20. Jahrhunderts in einer Kleinstadt in Vermont. Shirley Jackson hat gerade die Kurzgeschichte The Lottery im New Yorker veröffentlicht und sich damit als Autorin einen Namen gemacht. Sie lebt mit ihrem Ehemann Stanley Hyman, der am Bennington College, einer Hochschule für ausschließlich weibliche Studierende als Professor tätig ist, in einem geräumigen Haus. Zu einer ihrer berühmten Cocktailpartys, die Shirley nur widerwillig über sich ergehen lässt, hat er auch Rosemary und Fred Nemser eingeladen. Der Doktorand Fred ist sein neuer Lehrassistent in befristeter Anstellung.

Stanley bietet dem frischvermählten Paar an, in ihrem Haus unterzukommen, bis sie eine eigene Wohnung gefunden haben. Rose soll sich um Shirley kümmern und bei den Hausarbeiten helfen, was jedoch keine leichte Aufgabe ist, da sie schon zum Essen nur äußerst ungerne aus dem Bett kriecht. Bereits beim ersten Abendessen wirft sie ihren neuen Mitbewohnern einige Unverschämtheiten an den Kopf. Sie leidet unter einer Schreibblockade und hat das Haus seit Ewigkeiten nicht mehr verlassen. Als sie zu einer Fakultätsparty geht, die von der Frau des Dekans veranstaltet wird, gießt Shirley absichtlich Rotwein auf eine schicke Couch. Die entsetzt herbeieilende Gastgeberin kann es kaum fassen, dass Shirley versucht, den Fleck durch Reiben heraus zu bekommen, und nicht durch Tupfen, wie man dies als perfekte Hausfrau tut.

Rose und Fred sind zu dauerhaften Hausgästen geworden. Im Laufe der Monate haben sich Rose und Shirley einander angenähert. Shirley sieht in Rose eine Art Muse, die sie wieder zum Schreiben gebracht hat. Sie arbeitet nun an ihren zweiten Roman, inspiriert von dem Verschwinden der Bennington-Studentin Paula Jean Welden im Jahr 1946. Auch wenn Stanley der vertrauenswürdigste Kritiker seiner Ehefrau ist und auch wollte, dass sie zum Schreiben zurückfindet, kann das von ihr verfasste Manuskript über eine verschwundene Studentin an seinem College nicht gut heißen.[1][2][3][4][5]

Biografisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Shirley Jackson wurde vor allem durch ihre Horrorromane und -geschichten bekannt

Die im Film porträtierte US-amerikanische Schriftstellerin Shirley Jackson wurde vor allem durch ihre Kurzgeschichte The Lottery und die Romane The Haunting of Hill House und We Have Always Lived in the Castle bekannt.[2] Obwohl sie sich durch die Schaffung einer Atmosphäre von Unbehagen als Autorin von Horrorromane und -geschichten einen Namen machte, wurde ihre Arbeit für die Allegorie und den sozialen Kommentar geschätzt, den sie mit einem geschickten Fingerspitzengefühl praktizierte.[6] Zudem schrieb sie zwei humorvolle Bücher über Kindererziehung mit den Titeln Life Among the Savages und Raising Demons[7] mit Tipps für junge Mütter. Ihre Elternbücher waren erfolgreiche Vorläufer von Büchern wie Jean Kerrs Please Don't Eat the Daisies oder später die Essays von Nora Ephron.[7]

Shirley Jackson heiratete 1940 den Literaturkritiker und Dozenten am Bennington College Stanley Edgar Hyman und hatte mit ihm vier Kinder. In einem Interview sagte sie, dass trotz ihrer schriftstellerischen Karriere immer die Familie, die Erziehung der Kinder und der Haushalt im Vordergrund ständen und das Schreiben nur fünfzig Prozent ihres Lebens ausmache. Sie starb 8. August 1965 in North Bennington in Vermont im Alter von 49 Jahren.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film basiert auf dem Roman Shirley: A Novel von Susan Scarf Merrell, der im Juni 2014 von Blue Rider/Penguin Books veröffentlicht wurde. In ihm erzählt Merrell von der jungen Schriftstellerin Shirley Jackson, die 1964 mit ihrem Ehemann Stanley Edgar Hyman in ihrem Haus in Bennington lebt.

Regie führte Josephine Decker, während Sarah Gubbins Merrells Roman für den Film adaptierte.[8] Wie das Buch sei auch der Film eher eine biografisch-literarische Fantasie, die Fakt und Fiktion frei vermische, so Justin Chang auf NPR.[5] Auch Roger-Ebert-Kritikerin Sheila O'Malley bemerkt, Shirley sei kein Biopic, sondern eher ein Film über Jackson, der im Stil einer von ihren Kurzgeschichten erzählt werde.[7] So traf Decker etwa die Entscheidung, Shirley und Stanley als kinderloses Paar darzustellen. In Wirklichkeit hatten sie vier Kinder.[7]

Elisabeth Moss übernahm die Rolle von Shirley Jackson, Michael Stuhlbarg spielt ihren Ehemann Stanley Hyman.[9] Odessa Young und Logan Lerman spielen ihre Hausgäste Rose und Fred Nemser.

Die Dreharbeiten fanden im Herbst 2018 statt.[9] Die Filmmusik steuerte die Singer-Songwriterin Tamar-kali bei.

Die Premiere erfolgte am 25. Januar 2020 beim Sundance Film Festival.[10] Ab 24. Februar 2020 wurde Shirley bei den Filmfestspielen in Berlin in der neu eingeführten Wettbewerbssektion Encounters gezeigt[11] und war zudem auch für die Teddy Awards nominiert.[12] Mitte April 2020 sollte der Film im Rahmen des Tribeca Film Festivals gezeigt werden.[13] Einen Monat vor Beginn des Festivals wurde dieses aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagt und auf einen bislang unbekannten Zeitpunkt verschoben.[14] Seit 5. Juni 2020 ist der Film in den USA auf verschiedenen Streaming-Plattformen verfügbar.[6]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den auf Rotten Tomatoes gelisteten Kritiken sind 94 Prozent eher positiv, wobei der Film eine durchschnittliche Bewertung von 7,9 der möglichen 10 Punkte erhielt.[15]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationale Filmfestspiele Berlin 2020

  • Nominierung im Arthouse-Wettbewerb „Encounters“[16]
  • Nominierung für den Teddy Award

Sundance Film Festival 2020

  • Nominierung im U.S. Dramatic Competition (Josephine Decker)
  • Auszeichnung mit dem U.S. Dramatic Special Jury Award – Auteur Filmmaking

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.sundance.org/projects/shirley
  2. a b Mark Olsen: Elisabeth Moss and Josephine Decker reveal ‘inner sorcery’ of Sundance premiere ‘Shirley’. In: Los Angeles Times, 25. Januar 2020.
  3. Todd McCarthy: 'Shirley': Film Review. In: The Hollywood Reporter, 25. Januar 2020.
  4. https://variety.com/2020/film/reviews/shirley-review-elisabeth-moss-1203480045/
  5. a b Justin Chang: Elisabeth Moss Shines As Writer Shirley Jackson In This Smart, Surprising Film. In: npr.org, 4. Juni 2020.
  6. a b Ann Hornaday: In 'Shirley', Elisabeth Moss delivers a ferocious star turn as writer Shirley Jackson. In: The Washington Post, 2. Juni 2020.
  7. a b c d Sheila O'Malley: Shirley. In: rogerebert.com, 3. Juni 2020.
  8. Mike Fleming Jr: Elisabeth Moss And Michael Stuhlbarg To Star In Feature Thriller 'Shirley'. In: deadline.com, 16. Mai 2018.
  9. a b David Ehrlich: Sundance Wish List: 60 Films We Hope Will Head to Park City in 2020. In: indiewire.com, 18. November 2019.
  10. Sundance Film Festival 2020: Programm. In: sundance.org. Abgerufen am 21. Dezember 2019. (PDF; 1,1 MB)
  11. Encounters-Programm komplett: Vitalität des Kinos in all ihren Formen. In: berlinale.de, 17. Januar 2020.
  12. Spielfilm. In: teddyaward.tv. Abgerufen am 11. Februar 2020.
  13. Rebecca Rubin: Hugh Jackman, Pete Davidson Movies to Screen at Tribeca Film Festival. In: Variety, 3. März 2020.
  14. Marc Malkin: Tribeca Film Festival Postponed Due to Coronavirus. In: Variety, 12. März 2020.
  15. Shirley. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 2. Juni 2020.
  16. Arthouse für Kenner und Neugierige: die Berlinale-Reihe „Encounters“. In: Der Tagesspiegel, 17. Januar 2020.