Siegfried Bauer (Kirchenmusiker)

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Siegfried Bauer (* 1944 in Weissach im Tal) war evangelischer Landeskirchenmusikdirektor in Stuttgart und Hochschullehrer für Kirchenmusik in Tübingen. Gleichzeitig war er Städtischer Musikdirektor in Ludwigsburg.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Studium der Schulmusik, Pädagogik und Musikwissenschaft arbeitete Bauer ab 1968 zunächst als Kantor und Organist in Stuttgart-Bad Cannstatt, unterrichtete ab 1971 dann unter anderem Musikpädagogik auf der Karlshöhe Ludwigsburg. Er wurde 1982 zum Kirchenmusikdirektor ernannt; 1989 wurde er zum Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Landeskirche in Württemberg berufen. 2009 trat er in den Ruhestand. Sein Nachfolger war Landeskirchenmusikdirektor Bernhard Reich.

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauer stand bis 2009 dem Amt für Kirchenmusik im Stuttgarter Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in Württemberg als Landeskirchenmusikdirektor vor. Gleichzeitig unterrichtete er Kirchenmusik und Orchesterleitung an der Tübinger Hochschule für Kirchenmusik und wurde dort 2004 zum Professor ernannt.

Die Stadt Ludwigsburg verlieh Siegfried Bauer den Kulturpreis und 2006 den Titel eines Städtischen Musikdirektors in Anerkennung der Verdienste, die er sich durch die 40-jährige Orchesterleitung des Sinfonieorchesters der Stadt Ludwigsburg (1976–2016) und des Jugendsinfonieorchesters (1983–2006) erworben hat. 1971 gründete er die Kantorei der Karlshöhe Ludwigsburg, die er bis 2001 leitete, und war Chorleiter des Männergesangvereins 1825 e.V., Ludwigsburg. 1995 gründete er in der Ludwigsburger Partnerstadt das Kammerorchester Jewpatorija.2010 rief er das Projekt "Sing mit!" ins Leben.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orchesterprojekte in der Ukraine und seine musikalischen Aktivitäten in Frankreich, Israel, Polen, Schweden, Südafrika und Wales haben wesentlich zur Steigerung des Ansehens Deutschlands im Ausland beigetragen. So erhielt Bauer am 24. Mai 2000 auf Vorschlag des Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg durch den Bundespräsidenten das "Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" verliehen. Für seine musikalischen Aktivitäten in der Ludwigsburger Partnerstadt Jewpatorija, Krim, erhielt er den „Bürgermeister-Duwan-Orden“ und wurde zum Ehrenbürger ernannt. Für seine Verdienste um die Kirchenmusik und in der ökumenischen Zusammenarbeit wurde ihm 2011 zudem die päpstliche Verdienstmedaille Benemerenti verliehen.[1] Das Sinfonieorchester Ludwigsburg, das er von 1976 bis 2016 leitete, ernannte ihn am 21. Dezember 2016 zu seinem Ehrendirigenten. Zuvor war ihm nach dem Abschlusskonzert am 22. Oktober 2016 in Ludwigsburg die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg verliehen worden.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauer hat sich als Herausgeber verschiedener Notenausgaben und kirchenmusikalischer Lehrwerke einen Namen gemacht:

  • Geistliche Chormusik der Romantik, Chorheft 16, hrsg. von Siegfried Bauer, Stuttgart 1989
  • Eine kleine Melodie. Das Chorbuch für die Geselligkeit, hrsg. von Siegfried Bauer unter Mitarbeit von Dieter Kurz und Josef Michel, Strube-Verlag (Edition 1080) München 1989
  • Sing mit. Leichte Kanons zu den Liedern des Evangelischen Gesangbuches, hrsg. von Siegfried Bauer, Strube-Verlag (Edition 1320) München 1993
  • Probieren und Studieren. Lehrbuch zur Grundausbildung in der evangelischen Kirchenmusik, hrsg. von Siegfried Bauer und Ingo Bredenbach, Strube-Verlag (Edition 9024) München 1996, ISBN 3-921946-29-8
  • Singen und Sagen. Chorheft zu den Zwischentexten im Evangelischen Gesangbuch, hrsg. von Siegfried Bauer, Lothar Friedrich, Reinhold Meiser und Eberhard Kienast, München 2001, ISMN M-2009-2752-8
  • Tastenspiele. Das Klavierbuch zum Evangelischen Gesangbuch, hrsg. von Siegfried Bauer, Strube-Verlag München 2002, ISBN 3-89912-037-X
  • Unsere Kernlieder - 33 Lieder aus dem Evangelischen Gesangbuch, hrsg. von Siegfried Bauer, Strube-Verlag München 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zeichenhafte Gestalten mitten in unserer Gesellschaft, Pressemitteilung der Diözese Rottenburg-Stuttgart, 16. Dezember 2012.