Benemerenti (Päpstliche Verdienstmedaille)

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Benemerenti
Verdienstmedaille Benemerenti
Verliehen von Heiliger Stuhl
Art Verdienstmedaille
Voraussetzung Alter: 35 Jahre[1]
Verliehen für Verdienste um die katholische Kirche
Status wird verliehen
Daten
Stiftungsjahr 1832
Stifter Gregor XVI.
Rangfolge
Nächsthöhere Auszeichnung Pro Ecclesia et Pontifice
Nächstniedrigere Auszeichnung Jerusalem-Pilgerkreuz
Bandschnalle der Verdienstmedaille Benemerenti

Die päpstliche Verdienstmedaille Benemerenti („dem Wohlverdienten“) ist auch unter Bene merenti und Benemerenti-Medaille bekannt. Diese Medaille ist ein päpstliches Ehrenzeichen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Verdienstmedaille geht auf verschiedene Traditionen päpstlicher Auszeichnungen mit dem Namen „Benemerenti“ oder „Bene Merenti“ zurück, die sowohl zivile als auch militärische Leistungen würdigten. 1891 wurden diese von Papst Leo XIII. zur „Päpstlichen Verdienstmedaille Benemerenti“ zusammengeführt, der der Auszeichnung einen permanenten Charakter verlieh.[2]

  • Militärische Traditionslinie: Die „Medaille Benemerenti“ wurde erstmals während des Pontifikats von Papst Pius VI. (1775–1799) verliehen.[3] Mit ihr wurden militärische Verdienste gewürdigt. Papst Gregor XVI. (1831–1846) stiftete 1832 mit der „Verdienstmedaille Benemerenti“ eine Auszeichnung für Soldaten der päpstlichen Armee: für Offiziere in Gold und Unteroffiziere in Silber.[4] 1856 stiftete Pius IX. eine weitere militärische Auszeichnung.[4]
  • Zivile Traditionslinie: Das von Papst Pius VII. (1800–1823) gestiftete „Ehrenzeichen Benemerenti“ wurde an katholische Laien, die sich in ihren Pfarrgemeinden und Pfarreien „wohlverdient“ gemacht hatten, verliehen. Die zivile Medaille existierte zunächst nur als nicht tragbare Ausführung, was sich erst während des Pontifikats von Pius IX. änderte.[5] Die erstmals von Papst Leo XIII. (1878–1903) verliehene Auszeichnung „Bene Merenti“ war ursprünglich eine Anerkennung für langjährige und verdiente Mitglieder der Kirchenchöre.

Sie gilt heute als Zeichen der Anerkennung von Personen im Dienst der Kirche: zivile und militärische Laien sowie Geistliche.[3] Der militärische Charakter bezieht sich nach der Aufhebung des Kirchenstaates im Jahr 1870 allerdings de facto nur noch auf die Verleihungen an die Schweizer Garde.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aktuelle Gestaltungsform der Medaille geht zurück auf einen Entwurf des italienischen Künstlers Enrico Manfrini aus den Jahren 1970/71.[6] Die Medaille besteht aus einem goldenen Kreuz mit quadratischem Umriss am gelb-weißen Band – den päpstlichen Farben. Auf der Vorderseite befindet sich ein Bild des Heiligen Petrus. Die Rückseite ist mit dem päpstlichen Wappen und der darüber liegenden Inschrift BENEMERENTI versehen.

Vorherige Versionen und Varianten bestanden überwiegend aus einer runden Medaille mit dem Porträt des regierenden Papstes auf dem Avers und der umkränzten Inschrift BENEMERENTI bzw. BENE MERENTI auf dem Revers.[7] Das Band der Medaille zeigte stets die Farben Weiß und Gelb. Die Anordnung auf dem Band und die Faltung des Bandes selbst variierten allerdings.[7]

Verleihung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verdienstmedaille kann an Laien, Ordensleute und Diakone verliehen werden, die haupt- oder ehrenamtlichen Dienst für Diözese und Kirche geleistet haben, der über die berufliche bzw. amtliche Pflicht hinausging.[1]

Die Bistümer und Diözesen haben in ihren Ehrenordnungen das Verleihungsverfahren festgelegt. In der Regel leitet der Diözesanbischof den Verleihungsvorschlag an den Heiligen Stuhl weiter: vgl. dazu etwa Bistum Basel[8] bzw. Diözese Rottenburg-Stuttgart.[1]

Dieses Ehrenzeichen gilt in der Schweiz als eine begehrte Auszeichnung.[9] Mitglieder der Schweizer Garde erhalten die Medaille bei guter Führung in der Regel im dritten Dienstjahr. Wegen des Ordensverbotes in der Schweiz ist die Rechtsmeinung zu Tragegenehmigungen von ehemaligen und aktiven Gardisten wechselnd.[10]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Ordnung zur Verleihung kirchlicher Ehrentitel und Ehrenzeichen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart (Ehrungsordnung) (Memento vom 10. August 2012 im Internet Archive)
  2. Hyginus Eugene Cardinale: Orders of knighthood awards and the Holy See. 3. Ausgabe, van Duren, Gerrards Cross 1985, S. 74
  3. a b Ulrich Nersinger: Der unbekannte Vatikan. Media Maria, Illertissen 2014, ISBN 978-3-9816344-1-9 (google.de [abgerufen am 2. Juni 2018]).
  4. a b Friedrich Marquis Guigue de Champvans de Farémont: Geschichte und Gesetzgebung der Ritterorden, Ehrenzeichen und Medaillen des Heiligen Stuhles nach amtlichen Quellen. Hrsg. vom Institut Historique et Hèraldique de France, Paris 1932, S. 33.
  5. Michael Autengruber: Orden und Ehrenzeichen aus aller Welt. Heiliger Stuhl und Vatikan. Die Sammlung Dr. Norbert Herkner, Fritz Rudolf Künker GmbH & Co. KG, Kassel 2015, S. 212.
  6. Michael Autengruber: Orden und Ehrenzeichen aus aller Welt. Heiliger Stuhl und Vatikan. Die Sammlung Dr. Norbert Herkner, Fritz Rudolf Künker GmbH & Co. KG, Kassel 2015, S. 218.
  7. a b Michael Autengruber: Orden und Ehrenzeichen aus aller Welt. Heiliger Stuhl und Vatikan. Die Sammlung Dr. Norbert Herkner, Fritz Rudolf Künker GmbH & Co. KG, Kassel 2015, S. 212–218.
  8. Bistum Basel: Richtlinien für die Abgabe von Verdienstauszeichnungen im Bistum Basel (pdf) In: www.bistum-basel.ch. 1. Februar 2013. Abgerufen am 20. August 2018.
  9. Eine päpstliche Verdienstmedaille für ausserordentliche Leistung im Cäcilienchor (Memento vom 10. März 2016 im Internet Archive)
  10. Andreas Wicky: Die Schweizergarde unter dem Ordensverbot der alten Bundesverfassung (PDF) 2000. Abgerufen am 17. Dezember 2017.