Benemerenti (Päpstliche Verdienstmedaille)

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Benemerenti
Verliehen von Heiliger Stuhl
Art Verdienstmedaille
Voraussetzung Alter: 35 Jahre[1]
Verliehen für Verdienste um die katholische Kirche
Status wird verliehen
Daten
Stiftungsjahr 1832
Stifter Gregor XVI.
Rangfolge
Nächsthöhere Auszeichnung Pro Ecclesia et Pontifice
Nächstniedrigere Auszeichnung Jerusalem-Pilgerkreuz

Die päpstliche Verdienstmedaille Benemerenti („Dem Wohlverdienten“) ist auch unter Bene merenti und Benemerenti-Medaille bekannt. Diese Medaille ist ein päpstliches Ehrenzeichen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Medaille Benemerenti wurde erstmals von Papst Pius VI. (1775–1799) verliehen, mit ihr wurden militärische Verdienste gewürdigt.

Papst Gregor XVI. (1831–1846) zeichnete mit der Verdienstmedaille Benemerenti verdiente Soldaten der päpstlichen Armee aus, die in Ferrara, Bologna und Wien im Einsatz waren und sich besonders verdient gemacht hatten.

Das von Papst Pius VII. (1800–1823) gestiftete Ehrenzeichen Benemerenti wurde an katholische Laien, die sich in ihren Pfarrgemeinden und Pfarreien „wohlverdient“ gemacht hatten, verliehen.

Die erstmals von Papst Leo XIII. (1878–1903) verliehene Auszeichnung Bene Merenti war ursprünglich eine Anerkennung für langjährige und wohlverdiente Mitglieder der Kirchenchöre.

Diese vier Auszeichnungen wurden 1925 unter dem Pontifikat von Pius XI. (1922–1939) zur „Päpstlichen Verdienstmedaille Benemerenti“ zusammengeführt. Sie gilt heute als Zeichen der Anerkennung von Personen im Dienst der Kirche, zivile und militärische Laien und Geistliche gleichermaßen.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aktuelle Gestaltungsform der Medaille geht zurück auf einen Entwurf des italienischen Künstlers Enrico Manfrini aus den Jahren 1970/71.[2] Die Medaille besteht aus einem goldenen Kreuz mit quadratischem Umriss am gelb-weißen Band - den päpstlichen Farben. Auf der Vorderseite befindet sich ein Bild des Heiligen Petrus. Die Rückseite ist mit dem päpstlichen Wappen und der darüber liegenden Inschrift BENEMERENTI versehen.

Vorherige Versionen und Varianten der Medaille bestanden überwiegend aus einer runden Medaille mit dem Porträt des regierenden Papstes auf dem Avers und der umkränzten Inschrift BENEMERENTI bzw. BENE MERENTI auf dem Revers.[3]

Verleihung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verdienstmedaille kann an Laien, Ordensleute und Diakone verliehen werden, die haupt- oder ehrenmamtlichen Dienst für Diözese und Kirche geleistet haben, der über die berufliche bzw. amtliche Pflicht hinausging, und mindestens 35 Jahre alt sind.[1]

Die Bistümer und Diözesen haben in ihren Ehrenordnungen das Verleihungsverfahren festgelegt. In der Regel leitet der Diözesanbischof den Verleihungsvorschlag an den Heiligen Stuhl weiter: vgl. dazu etwa Bistum Basel[4] bzw. Diözese Rottenburg-Stuttgart[1].

Dieses Ehrenzeichen gilt im schweizerischen Gemeindeleben als eine sehr begehrte und ehrenvolle Auszeichnung.[5] Mitglieder der Schweizer Garde erhalten erhalten die Medaille bei guter Führung in der Regel im dritten Dienstjahr. Wegen des Ordensverbotes in der Schweiz ist die Rechtsmeinung zu Tragenehemigungen von ehemaligen und aktiven Gardisten wechselnd.[6]

Stellung innerhalb der Rangordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gilt folgende Rangordnung der päpstlichen Verdienstorden und Ehrenzeichen:

  1. Christusorden (1319 bestätigt von Johannes XXII., 1905 erneuert von Pius X.) (nur eine Klasse, im Regelfall nur an Staatsoberhäupter)
  2. Orden vom Goldenen Sporn (Stifter und Stiftungsjahr unbekannt, 1905 erneuert von Pius X.) (nur eine Klasse)
  3. Piusorden (1847 gestiftet von Pius IX.) (vier Klassen)
  4. Gregoriusorden (1831 gestiftet von Gregor XVI.) (vier Klassen)
  5. Silvesterorden (1841 gestiftet von Gregor XVI.) (vier Klassen)
  6. Pro Ecclesia et Pontifice (1888 gestiftet von Leo XIII.; Verdienstkreuz, nur eine Klasse)
  7. Benemerenti
  8. Jerusalem-Pilgerkreuz (1901 gestiftet von Leo XIII.) (drei Klassen)

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Ordnung zur Verleihung kirchlicher Ehrentitel und Ehrenzeichen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart (Ehrungsordnung)
  2. Michael Autengruber: Orden und Ehrenzeichen aus aller Welt. Heiliger Stuhl und Vatikan. Die Sammlung Dr. Norbert Herkner, Fritz Rudolf Künker GmbH & Co. KG, Kassel 2015, S. 218.
  3. Michael Autengruber: Orden und Ehrenzeichen aus aller Welt. Heiliger Stuhl und Vatikan. Die Sammlung Dr. Norbert Herkner, Fritz Rudolf Künker GmbH & Co. KG, Kassel 2015, S. 212-218.
  4. Richtlinien für die Abgabe von Verdienstauszeichnungen im Bistum Basel. In: Schweizerische Kirchen-Zeitung, 33-34/2006.
  5. http://www.glarus24.ch/Kultur.102+M5f661816ae8.0.html
  6. http://www.schweizergarde.ch/downloads/ordensverbot-in-der-schweiz.pdf