Jewpatorija

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Jewpatorija
Євпаторія
Wappen von Jewpatorija
Jewpatorija (Ukraine)
Jewpatorija
Jewpatorija
Basisdaten
Oblast: Autonome Republik Krim
Rajon: Kreisfreie Stadt
Höhe: 10 m
Fläche: 120,7 km²
Einwohner: 123.777 (2012)
Bevölkerungsdichte: 1.025 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 297400 — 297490
Vorwahl: +380 6569
Geographische Lage: 45° 12′ N, 33° 22′ OKoordinaten: 45° 12′ 0″ N, 33° 21′ 36″ O
KOATUU: 110900000
Verwaltungsgliederung: 1 Stadt, 3 SsT
Bürgermeister: Andri Danylenko
Adresse: пр. Ленина 2
297416 г. Евпатория
Website: http://www.kalamit.info/
Statistische Informationen
Jewpatorija (Krim)
Jewpatorija
Jewpatorija
i1
Panorama von Jewpatorija

Jewpatorija oder auch Eupatoria[1] (ukrainisch Євпаторія; russisch Евпатория, krimtatarisch Kezlev, griechisch antik Kerkinitis (Κερκινίτις), armenisch Եվպատորիա) ist eine Küstenstadt in der Autonomen Republik Krim mit etwa 120.000 Einwohnern. [2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Westküste der Halbinsel Krim am Ufer des Schwarzen Meeres. Sie besitzt einen Seehafen, zwei Bahnhöfe und eine Straßenbahn. Zur Stadtratsgemeinde gehören, neben der Stadt selbst die drei Siedlungen städtischen Typs Saoserne (Заозерне), Myrnyj (Мирний) und Nowooserne (Новоозерне).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 5000 v. Chr. gründeten hier griechische Kolonisten aus Herakleia Pontike die antike Stadt Kerkinitis in einer wohl von Skythen und Sarmaten besiedelten Gegend. Im Jahr 2003 feierte die Stadt ihr 2500-jähriges Bestehen.

1915 wurde eine in Jewpatorija endende Zweigstrecke der Bahnstrecke Sewastopol–Charkiw eröffnet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammensetzung der Bevölkerung laut der Volkszählung aus dem Jahr 2001:

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land Stadt Seit
GriechenlandGriechenland Griechenland Ioannina 1989[4]
PortugalPortugal Portugal Figueira da Foz 1989
DeutschlandDeutschland Deutschland Ludwigsburg 1992
GriechenlandGriechenland Griechenland Zakynthos (Stadt) 2002
PolenPolen Polen Ostrowiec (Malechowo) 2004
TurkeiTürkei Türkei Silifke 2005
RusslandRussland Russland Rajon Krasnogorski 2006
GriechenlandGriechenland Griechenland Lamia (Griechenland) 2009[5]
RusslandRussland Russland Belgorod 2010

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

70-m-Radioteleskop RT-70
Dschuma-Dschami-Moschee in Jewpatorija
Kenessa in Jewpatorija

Jewpatorija hat touristische Bedeutung, es gibt eine gut ausgebaute Strandpromenade, ufernahe Parks sowie Alleen im Zentrum. In der Nähe von Jewpatorija, im Ort Popiwka fand bis 2013 das Technofestival KaZantip statt, das bis zu 100.000 Menschen anlockte. In der Stadt herrscht eine für die Krim typische kulturelle Vielfalt. Neben der 1898 gebauten russisch-orthodoxen Nikolaj-Kirche wird auch die um das Jahr 1600 vom türkischen Baumeister Sinan gebaute Moschee Dschuma-Dschami gepflegt. Auch befindet sich hier eine der wenigen noch aktiven Karäer-Gemeinden Osteuropas.

In Jewpatorija befindet sich der Bahnverfolgungs- und Messkomplex der ukrainischen Raumfahrtagentur NSAU.

Besonderheiten:

  • 70-m-Radioteleskop RT-70
  • Russisch-orthodoxe Nikolaj-Kirche
  • Dschuma-Dschami-Moschee
  • Kenessa, das Gotteshaus der Karäer
  • Denkmal der deutschen Besatzungsmacht
  • Denkmal von Khortizja
  • Wunderheilerstatue
  • Typische alte Läden
  • Alte US-amerikanische Botschaft
  • Ein Haus, in dem alle Pilger umsonst für eine Nacht schlafen dürfen

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Jewpatorija beginnt die nach Simferopol führende Hauptstraße P25.

Straßenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Gothaer Т57/В57-Wendezug an der Endhaltestelle Bahnhof Jewpatorija Kurort (2008)

Das 1914 eröffnete, meterspurige Straßenbahnnetz besteht heute aus vier Linien mit einer Gesamtlänge von 22 Kilometern. Die Linien 1 und 2 sind wichtige Durchmesserlinien, die Linie 3 eine 900 Meter lange Stichstrecke durch die Uliza Frunse, zwischen dem Kopfbahnhof Jewpatorija Kurort und Stadtmitte, wo eine Umstiegsmöglichkeit zur Linie 1 besteht. Die Linie 4 ist circa einen Kilometer lang, schließt an die Linie 1 an und führt entlang der Straße nach Simferopol bis in die Nähe des Eisenbahnhaltepunkts Pl 54km. Die Linien 2 und 4 werden nur in der Sommersaison betrieben.

Das Streckennetz wurde ursprünglich durchgehend eingleisig mit Ausweichen angelegt. Mit Ausnahme eines zweigleisigen Neubauabschnitts zwischen Uliza Internationalnaja und Sputnik-1 auf der Linie 1 ist das bis heute so. Seit Einrichtung von drei Wendeschleifen zur Beschleunigung des Betriebs in den 1950er Jahren wird die Linie 1 von Einrichtungsfahrzeugen bedient.

Der Wagenpark besteht aus Gothaer T57/B57-Zügen sowie Tatra KT4SU. Von den ursprünglich 23 Gothaer Trieb- und 21 Beiwagen sind noch fünf Trieb- und ein Beiwagen im Einsatz, sie verkehren auf den Linien 2, 3 und 4. Die Beiwagen wurden dabei zu Steuerwagen umgebaut. Von den ursprünglich 18 KT4SU sind noch 14 vorhanden. Von diesen wurden zwei 2006 und 2007 zu Zweirichtungsfahrzeugen mit Türen nur auf einer Seite umgebaut. Ergänzt wird die Straßenbahn von 22 Autobuslinien.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Stadt verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Kirchenmusiker Siegfried Bauer (* 1944), der 1995 das Kammerorchester Jewpatorija gründete, erhielt für seine musikalischen Aktivitäten den „Bürgermeister-Duwan-Orden“ und wurde zum Ehrenbürger ernannt.
  • Natalja Wladimirowna Poklonskaja (* 1980), Generalstaatsanwältin der Republik Krim, wuchs in der Stadt auf und lebte dort bis 2010.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jewpatorija – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Stadt erhielt im Jahre 1784 den russischen Namen "Евпатория" (Jewpatorija). Dieser Name leitet sich von dem Beinamen Eupator („von einem guten Vater“) her und bezieht sich hier auf Mithridates VI., König von Pontos
  2. www.cidct.org
  3. Дністрянський М. С. Етнополітична географія України. Львів: Літопис, 2006. С.452-453
  4. Рада міністрів Криму — Інформація про побратимські зв'язки міст та районів АРК
  5. http://www.kalamit.info/index.php?p=news&area=1&newsid=2389&print=1