Sigismund Ernst von Hohenwart

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Sigismund Ernst Graf von Hohenwart, Bischof von Linz (1809–1825)
Wappen von Sigismund Ernst Graf von Hohenwart, Bischof von Linz (1809–1825)

Sigismund Ernst Graf von Hohenwart (* 7. Juni 1745 in Cilli, Untersteiermark; † 22. April 1825 in Linz) war katholischer Geistlicher und Bischof von Linz.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er entstammte einer alten Krainer Adelsfamilie, sein Vater Georg Sigismund Graf von Hohenwart war Gutsbesitzer, seine Mutter Maria Aloisia stammte aus der Familie der Killau Edlen von Ehrenstein. Er wurde auf den Namen Ferdinand Joseph Georg Sigismund getauft. Er besuchte das Gymnasium in Laibach und begann 1763 sein Noviziat im Augustinerchorherrenstift Gurk. Nach seiner Profeß nun Sigismund Ernst, studierte er seit 1764 an der katholischen Universität von Graz Theologie und erwarb 1768 den akademischen Grad eines Lic. theol. Am 24. Juni 1768 wurde er im Dom zu Görz zum Priester geweiht. Stationen seiner Laufbahn waren Novizenmeister, Konsistorialrat, Domkustos und 1785 Domdekan im Bistum Gurk. Nach Verlegung des Bischofssitzes nach Klagenfurt 1787 wurde er Generalvikar des Fürstbischofs Franz II. Xaver von Salm-Reifferscheidt-Krautheim in Klagenfurt. Er beschäftigte sich auch mit den Naturwissenschaften und nahm 1799 an der Erstbesteigung des Großglockners teil. Den Gipfel erreichte er allerdings nicht. Dort wurde eine Höhe nach ihm benannt: "Die Hohenwarte".

Am 13. Januar 1809 wurde er von Kaiser Franz I. von Österreich zum Bischof von Linz ernannt. Papst Pius VII. konnte allerdings erst am 19. Dezember 1814 die Wahl bestätigen. Konsekriert wurde er am 7. Mai 1815 durch den Erzbischof von Wien, Sigismund Anton von Hohenwart. Die Inthronisation in Linz fand am 15. Mai 1815 statt. Während seiner Regierung besuchte er alle vierhundert Pfarren seines Bistums.[1] Er war der für das Verfahren gegen den Pfarrer Martin Boos verantwortliche Bischof und ließ diesen ein Jahr lang einsperren, und setzte dessen Gegner als Nachfolger von Boos in Gallneukirchen ein. Die dortige Entstehung einer evangelischen Gemeinde war eine Spätfolge von Boos' Wirken sowie des bischöflichen Reagierens darauf.

Seine letzte Ruhestätte fand Hohenwart zunächst im Alten Dom zu Linz. Nach der Fertigstellung des Neuen Doms wurden seine sterblichen Überreste (ebenso wie die der übrigen im Alten Dom bestatteten Bischöfe von Linz) 1924 in die neue Kathedrale verlegt.

Auszeichnungen und Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rudolf Leeb, Maximilian Liebmann, Georg Scheibelreiter, Peter G. Tropper: Geschichte des Christentums in Österreich. Von der Spätantike bis zur Gegenwart (Reihe Österreichische Geschichte, hg. von Herwig Wolfram). Ueberreuter, Wien 2003, S. 339.
VorgängerAmtNachfolger
Joseph Anton GallBischof von Linz
1809–1825
Gregor Thomas Ziegler