Sigmund Kripp

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Sigmund Kripp (* 1928 in Absam) ist ein österreichischer Sozialpädagoge.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sigmund Kripp besuchte das Franziskanergymnasium Bozen und maturierte in Frascati bei Rom. 1951 trat er den Jesuiten bei und begann sein Noviziat im Schloss Kollegg in Sankt Andrä in Kärnten. Er studierte Philosophie und Theologie an der Universität Innsbruck und schloss am Weston College in Massachusetts mit dem Magister der Theologie ab. Er wurde in folgender Abfolge Erzieher im Kollegium Kalksburg in Wien, in der School for Juvenile Delinquents in Lincolndale New York, in einem Jugendzentrum in Santa Clara Kalifornien und in El Paso Neu Mexiko.

1959 übernahm er den Aufbau und die Leitung der Marianischen Kongregation der Gymnasialjugend in Innsbruck. Ebendort war er 1964 Bauherr vom John-F.-Kennedy-Haus, ein Jugendzentrum, welches in den besten Zeiten 1500 Mitglieder hatte. Kripp verzichtete auf eine „Pädagogik von oben“ als Anpassungsinstrument an herrschende Normen. Er zielte dagegen auf eine „Pädagogik ohne Belehrung“, welche Erfahrung, kritische Reflexion und Diskurs sowie konsequente demokratische Selbstverwaltung förderte. Die Jugendlichen gestalteten selbst die Zeitschrift „Wir diskutieren“, wo sie offen ihre Probleme ansprachen und ungeschönte Diskussionsbeiträge mit ihren Meinungen veröffentlichten. Mit seinem ersten Buch Abschied von morgen geriet er in eine endgültige Konfrontation mit Bischof Paulus Rusch, welcher in Absprache mit dem Generaloberen der Gesellschaft Jesu Pedro Arrupe seine Absetzung als Erzieher in Innsbruck erreichte.

In der Folge ging Kripp nach München, wo anfänglich eine Entsendung als Missionar nach Katmandu vorbereitet wurde. Dazu kam es nicht, Kripp ging mit Genehmigung seiner Ordensoberen über eine Die Zeit-Annonce in die Stadt Fellbach in Baden-Württemberg, um dort ein Jugendhaus aufzubauen und zu leiten. Seine Erfahrungen ebendort veröffentlichte er mit dem Buch Lächeln im Schatten. 1980 erhielt er eine Professur für Sozialpädagogik an der Fachhochschule Esslingen.

Als er es wagte, Vorschläge zur Demokratisierung des Jesuitenordens zu unterbreiten, wurde er 1984 gegen seinen Willen aus der Societas Jesu ausgeschlossen. Dazu veröffentlichte er mit Als Jesuit gescheitert.

1985 ging er als politischer Berater des Sozialministeriums nach Nicaragua, Sozialminister war damals Fernando Cardenal, in einer offiziellen Funktion als Fortbildner für Erzieher und Sozialpädagogen. Nach seiner Pensionierung wirkte er als Lektor zu Fragen der Entwicklungspolitik an der Universität Klagenfurt.

In Nicaragua gründete er ein Ferienresort in einem sehr strukturschwachen, ländlichen Gebiet an der Westküste nahe der Grenze zu Costa Rica. Das Resort trägt den Namen des Strands, Playa el Coco. Die dortigen Angestellten sind alle aus der näheren Umgebung, für deren Familien gibt es teilweise auch Unterkünfte im Resort, sowie eine kleine Schule (Unterstufe). Ziel des Projekts ist, ein Tourismusunternehmen zu gründen, welches durch Einheimische betrieben wird, und sich selbst erhält.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dietmar Larcher: LAUDATIO FÜR SIGMUND KRIPP Universität Klagenfurt, abgerufen am 21. Jänner 2018