Silber/Tabellen und Grafiken

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Weltförderung 1900–2006

Hier werden Tabellen und Grafiken mit genauen Angaben zum Thema Silber dargestellt.

Überblick

Im Jahr 2010 betrug die weltweite Silberförderung 22.200 Tonnen (2009 = 21.800 Tonnen). Das entspricht gegenüber 2009 einem Anstieg um 1,8 Prozent. Die größten Silberproduzenten waren Peru (4000 Tonnen), Mexiko (3500 Tonnen), die Volksrepublik China (3000 Tonnen), Australien (1700 Tonnen) und Chile (1500 Tonnen), deren Anteil an der Weltförderung 61,7 Prozent betrug. Deutschland, das noch 1970 mit 131 Tonnen zu den zehn Staaten mit der größten Förderung gehörte, stellte die Gewinnung 1993 ein. Die förderfähigen Reserven wurden vom United States Geological Survey (USGS) im Jahr 2010 auf weltweit 510.000 Tonnen geschätzt. Davon entfielen auf Peru 120.000 Tonnen, auf Chile 70.000 Tonnen und auf Australien sowie Polen jeweils 69.000 Tonnen. Alle vier Staaten hatten zusammen einen Anteil von 64,2 Prozent an den Weltreserven. Bei gleich bleibender Förderung könnte noch für etwa 23 Jahre Silber gewonnen werden.

Gediegenes Silber tritt meist in Form von Körnern oder als drahtig verästeltes Geflecht in hydrothermal gebildeten Erzgängen auf. Das meiste Silber wird aber aus Silbererzen, die oft zusammen mit Blei-, Kupfer- und Zinkerzen als Sulfide oder Oxide vorkommen, gewonnen. Wichtigste Verbraucherländer von Silber sind die USA, Japan und Deutschland. Neben der Minenproduktion beruht etwa ein Drittel des Silberangebots auf der Aufarbeitung und Rückgewinnung (insbesondere aus Filmen, eingeschmolzenen Münzen, Schmuck und dergleichen).

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde rostfreier Stahl entwickelt, der dann aufgrund seiner Gebrauchsfreundlichkeit und des attraktiven Preises nach dem Ersten Weltkrieg in die Einsatzbereiche des Silbers vordrang, etwa Servierplatten, Bestecke, Leuchter und Küchengerät. Gegenläufig dazu hat sich der Bereich Fotografie und Fotochemie unter Verwendung der Silbersalze während des ganzen 20. Jahrhunderts breit entwickelt, verliert aber seit Anfang des 21. Jahrhunderts im Zuge der Umstellung auf die digitale Abbildungstechnik wieder an Bedeutung.

Förderung und Reserven

Der Geologische Dienst der Vereinigten Staaten (United States Geological Survey) bietet hierzu folgende Definition: Die Vorratsbasis (reserve base) ist jener Teil einer identifizierten Ressource, welche die spezifischen physikalischen und chemischen Mindestkriterien für die gegenwärtigen Bergbau- und Produktionspraktiken erfüllt, einschließlich jener für Gehalt, Qualität, Mächtigkeit und Teufe. Die Reserven (reserves) sind jener Teil der Vorratsbasis, der zu einer bestimmten Zeit wirtschaftlich gewonnen oder produziert werden könnte. Der Begriff muss nicht bedeuten, dass Gewinnungsanlagen installiert sind und arbeiten. Reserven beinhalten nur ausbeutbare Stoffe.

Aufgeführt sind die Länder mit der größten Förderung und den höchsten Reserven in Tonnen sowie deren Anteil an den Weltreserven in Prozent. Die Publikation von Daten zur Vorratsbasis wurde 2009 eingestellt.

Angaben in Tonnen (2010)[1]
Rang Land Förderung Reserven Anteil in %
1. Peru 4.000 120.000 23,5
2. Mexiko 3.500 37.000 7,3
3. China 3.000 43.000 8,4
4. Australien 1.700 69.000 13,5
5. Chile 1.500 70.000 13,7
6. Russland 1.400 k.A. k.A.
7. Bolivien 1.360 22.000 4,3
8. USA 1.280 25.000 4,9
9. Polen 1.200 69.000 13,5
10. Kanada 700 7.000 1,4
11. Andere Länder 2.600 50.000 9,8
Welt 22.200 510.000 100,0

Förderung nach Ländern

Alle Zahlen beziehen sich auf die Staaten in ihren heutigen Grenzen.

Förderung in Tonnen[2][3]
Rang
(2009)
Land 1970 1980 1990 2000 2007 2008 2009
1. Peru 1.239 1.337 1.762 2.438 3.493 3.686 3.854
2. Mexiko 1.332 1.473 2.352 2.620 3.135 3.236 3.554
3. China 25 60 150 1.600 2.700 2.800 2.900
4. Australien 808 767 1.173 2.060 1.880 1.926 1.633
5. Russland 697 844 1.475 370 1.200 1.300 1.400
6. Bolivien 180 190 311 434 525 1.114 1.326
7. Chile 74 299 655 1.242 1.936 1.405 1.301
8. USA 1.400 1.006 2.121 1.980 1.281 1.250 1.239
9. Polen 70 766 832 1.148 1.200 1.161 1.150
10. Kanada 1.376 1.070 1.501 1.212 860 755 631
11. Kasachstan 437 529 925 927 723 646 618
12. Argentinien 64 73 83 78 256 356 415
13. Indonesien 9 22 67 256 269 226 327
14. Schweden 123 166 243 329 323 293 289
15. Türkei 0 6 27 110 315 286 286
16. Marokko 21 81 241 289 178 201 210
17. Indien 2 11 32 41 81 105 135
18. Guatemala 0 0 0 0 88 99 128
19. Südkorea 46 63 16 50 57 76 82
20. Südafrika 110 222 161 144 70 75 78
21. Finnland 23 48 29 25 45 70 70
22. Usbekistan 47 57 100 90 60 60 60
23. Honduras 119 55 31 32 54 59 58
24. Bulgarien 0 24 54 54 55 55 55
25. Papua-Neuguinea 1 37 115 73 49 48 55
26. Iran 0 0 38 20 40 40 40
27. Mazedonien 0 0 0 10 30 40 35
28. Philippinen 53 61 47 24 28 14 34
29. Griechenland 13 52 63 37 38 36 30
30. Portugal 9 1 1 20 27 29 22
Deutschland 131 85 28 0 0 0 0

Förderung nach Unternehmen

Aufgeführt sind das Land, in dem sich der Hauptsitz des Unternehmens befindet und die geförderte Menge.

Förderung in Tonnen (2010)[4]
Rang Unternehmen Land Menge
1. BHP Billiton Australien/Großbritannien 1.449,4
2. Fresnillo plc Mexiko 1.200,6
3. KGHM Polska Miedź Polen 1.160,2
4. Pan American Silver Kanada 755,8
5. Goldcorp Kanada 715,4
6. Volcan Compañía Minera Peru 622,1
7. Hochschild Mining Peru 553,6
8. JSC Polymetal Russland 538,1
9. Coeur Mining USA 522,5
10. Sumitomo Group Bolivien 447,9
11. Kazakhmys Großbritannien 438,6
12. Minas Buenaventura Peru 419,9
13. Southern Copper USA 391,9
14. Xstrata Schweiz 360,8
15. Teck Cominco Kanada 357,7
16. Eti Gümüş Türkei 357,7
17. Kinross Gold Kanada 351,5
18. Hecla Mining USA 329,7
19. Yamana Gold Kanada 311,0
20. Industrias Peñoles Mexiko 286,2

Förderung nach Bergwerken

Aufgeführt sind das Bergwerk, das Land und die geförderte Menge.

Förderung in Tonnen (2010)[4]
Rang Bergwerk Land Menge
1. Cannington Australien 1.200,6
2. Fresnillo Mexiko 1.116,9
3. Gümüşköy Türkei 356,4
4. Dukat Russland 345,2
5. Pallancata Peru 315,4
6. Uchucchacua Peru 288,3
7. Arcata Peru 251,9
8. Greens Creek USA 224,3
9. Imiter Marokko 223,9
10. San Bartolomé Bolivien 208,7
11. Alamo Dorado Mexiko 207,8
12. Pirquitas Argentinien 196,0
13. Palmarejo Mexiko 183,2
14. San José Argentinien 165,5
15. Ying China 134,4

Weltförderung

Weltförderung in Tonnen[5]
Jahr Prod.
1900 5.400
1901 5.380
1902 5.060
1903 5.220
1904 5.110
1905 5.360
1906 5.130
1907 5.730
1908 6.320
1909 6.600
1910 6.900
1911 7.040
1912 6.980
1913 7.010
1914 5.240
Jahr Prod.
1915 5.730
1916 5.250
1917 5.420
1918 6.140
1919 5.490
1920 5.390
1921 5.330
1922 6.530
1923 7.650
1924 7.450
1925 7.650
1926 7.890
1927 7.900
1928 8.020
1929 8.120
Jahr Prod.
1930 7.740
1931 6.080
1932 5.130
1933 5.340
1934 5.990
1935 6.890
1936 7.920
1937 8.640
1938 8.320
1939 8.300
1940 8.570
1941 8.140
1942 7.780
1943 6.380
1944 5.740
Jahr Prod.
1945 5.040
1946 3.970
1947 5.220
1948 5.440
1949 5.570
1950 6.320
1951 6.210
1952 6.700
1953 6.900
1954 6.670
1955 7.000
1956 7.020
1957 7.190
1958 7.430
1959 6.910
Jahr Prod.
1960 7.320
1961 7.370
1962 7.650
1963 7.780
1964 7.730
1965 8.010
1966 8.300
1967 8.030
1968 8.560
1969 9.200
1970 9.360
1971 9.170
1972 9.380
1973 9.700
1974 9.260
Jahr Prod.
1975 9.430
1976 9.840
1977 10.300
1978 10.700
1979 10.800
1980 10.700
1981 11.200
1982 11.500
1983 12.100
1984 13.100
1985 13.100
1986 13.000
1987 14.000
1988 15.500
1989 16.400
Jahr Prod.
1990 16.600
1991 15.600
1992 14.900
1993 14.100
1994 14.000
1995 14.900
1996 15.100
1997 16.500
1998 17.200
1999 17.600
2000 18.100
2001 18.900
2002 18.800
2003 18.800
2004 20.000
Jahr Prod.
2005 20.800
2006 20.300
2007 21.100
2008 21.300
2009 21.800
2010 23.100
2011 23.300
2012 25.500
2013 26.000
2014 26.100

Physische Nachfrage und Förderung

Alle Zahlen beziehen sich auf die tatsächliche physische Förderung und Nachfrage in Tonnen. Nichtphysischer Handel, wie der Handel mit Zertifikaten, Minenaktien und Finanzderivaten, die ein Vielfaches des physischen Handelsvolumens betragen, werden hier nicht betrachtet.

In der folgenden Tabelle, basierend auf Datenerhebungen der VM-group[6], ist das Förderung/Nachfrage-Verhältnis nicht ausgeglichen. Nach Aussagen der VM-group ist dies eine Bestätigung folgender Sachverhalte:

  1. Eine Gesamtübersicht über den Markt ist unmöglich, jeder Anschein, beispielsweise der Darstellung eines ausgeglichenen Angebot/Nachfrage-Verhältnisses, wäre irreführend. Insbesondere im Bereich der Münzprägung und Absicherungsrücklagen bestätigt die VM-group die Unvollständigkeit ihrer Angaben.
  2. Es existiert eine nicht bezifferbare Menge von gestohlener oder geschmuggelter Ware.
  3. Ein weiterer nicht unerheblicher Anteil, wie private Anlagen und andere Formen von physischen Rücklagen, sind ebenfalls nicht oder sehr ungenau messbar.
Physische Nachfrage und Förderung[7][8][9][10]
Physische Förderung in Tonnen 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
(Schätzung)
Minenförderung 18.950 18.402 18.869 20.045 20.510 20.362 20.924 21.398 22.117 22.523 24.184 25.000
Recycling - Schmuck 2.659 3.461 3.343 3.897 3.102 3.319 3.324 3.268 3.350 3.431 3.481 3.414
Recycling - Fotografie 4.204 3.746 3.637 3.531 3.428 3.328 3.210 3.121 2.794 2.412 2.198 2.044
Recycling - Münzen 137 135 134 133 131 130 129 141 187 195 169 152
Recycling - Andere (Industrie) 2.336 2.920 3.650 4.563 5.124 5.722 6.360 6.421 6.422 5.940 5.495 5.083
Verkauf aus Regierungsbeständen 500 500 500 500 500 500 500 500 500 250 350 450
Förderung gesamt: 28.785 29.164 30.132 32.669 32.796 33.361 34.446 34.849 35.369 34.752 35.877 36.143
Physische Nachfrage in Tonnen 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
(Schätzung)
Schmuck und Silberwaren 11.458 10.666 10.265 10.491 11.142 8.651 8.801 7.784 7.068 6.971 7.201 7.417
Fotografie 5.832 5.120 4.982 4.848 4.718 4.591 4.468 4.327 3.553 3.259 3.019 2.758
Elektronik 4.258 4.479 4.711 4.956 5.640 5.901 6.207 6.600 6.260 6.460 6.817 6.954
Silber Hartlot 1.122 1.143 1.164 1.187 1.209 1.232 1.255 1.293 1.270 1.437 1.452 1.481
Katalysator 1.414 1.428 1.442 1.457 1.471 1.486 1.501 1.516 560 657 756 870
Andere Anwendungen (gesamt): 1.486 1.714 1.934 2.154 2.278 2.470 2.729 3.198 3.017 3.295 3.655 4.177
    - Solarpanels ?? 66 140 187 250 327 432 603 1.357 1.391 1.453 1.519
    - Wasserreinigung 382 449 529 622 672 726 784 846 487 584 701 946
    - Holzkonservierung 0 0 0 0 0 0 0 0 855 898 942 990
    - Batterien 439 483 493 503 482 505 545 589 501 568 628 649
    - Spiegel und verspiegeltes Glas 439 448 457 467 476 485 495 515 372 288 209 151
    - Plasmabildschirme 191 225 264 311 317 324 330 413 0 0 0 0
    - Lebensmittelhygiene 5 10 10 16 23 35 52 61 73 88 132 198
    - Medizinische Anwendungen 15 15 20 25 31 39 49 61 36 65 118 148
    - RFID tags 0 2 5 8 11 14 26 36 48 47 52 62
    - Lagermetall 16 16 16 16 16 16 16 16 64 76 90 135
    - Chemische Entgiftung 0 0 0 0 0 0 0 8 9 10 10 11
    - Fasern / Textilstoffe 0 0 0 0 0 0 0 50 48 47 52 62
Indexfonds (ETFs) 0 0 0 0 0 3.768 2.162 2.325 4.099 2.722 250 750
Münzprägung 275 368 353 361 388 481 565 1.470 2.020 2.726 3.135 3.104
Nachfrage gesamt: 25.845 24.917 24.853 25.454 26.847 28.851 27.689 28.512 28.645 28.261 26.983 28.159
verbleibend (Förderung minus Nachfrage) 2.940 4.247 5.279 7.215 5.949 4.780 6.758 6.337 6.724 6.490 8.894 7.984

Siehe auch

Literatur

  • Fischer-Taschenbuch-Verlag: Fischer-Weltalmanach. Zahlen-Daten-Fakten, 1960 ff.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. United States Geological Survey: World Mine Production and Reserves (PDF; 28 kB)
  2. British Geological Survey: World mineral statistics archive
  3. United States Geological Survey: Silver Statistics and Information
  4. a b The Silver Institute: Production
  5. United States Geological Survey: World Production (PDF; 278 kB)
  6. VM-group: Offizielle Website
  7. VM-group: Silverbook 2007 (PDF; 2,1 MB) abgerufen am 26. September 2011
  8. VM-group: Silverbook 2008 (PDF; 628 kB) abgerufen am 26. September 2011
  9. Fortis Bank Nederland / VM-group: Silver Book - June 2010 (PDF; 399 kB) abgerufen am 26. September 2011
  10. Fortis Bank Nederland / VM-group: Silver Book - July 2011 (PDF; 708 kB) abgerufen am 26. September 2011