Sparrige Zwergmispel

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Sparrige Zwergmispel
Cotoneaster-divaricatus.JPG

Sparrige Zwergmispel (Cotoneaster divaricatus)

Systematik
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Spiraeoideae
Tribus: Pyreae
Untertribus: Kernobstgewächse (Pyrinae)
Gattung: Zwergmispeln (Cotoneaster)
Art: Sparrige Zwergmispel
Wissenschaftlicher Name
Cotoneaster divaricatus
Rehder & E.H.Wilson

Die Sparrige Zwergmispel[1] oder Sparrig-Steinmispel[2] (Cotoneaster divaricatus) ist ein sommergrüner, bis zu 2 Meter hoher, rotfruchtiger Strauch aus der Gruppe der Kernobstgewächse (Pyrinae). Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art liegt in China, in Europa wurde sie eingebürgert. Sie wird häufig als Zierpflanze verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Sparrige Zwergmispel ist ein sommergrüner, bis zu 2 Meter hoher, aufrechter Strauch mit weit bogig abstehenden, dunkel rötlich braunen oder dunkel graubraunen, stielrunden, dünnen Zweigen, die anfangs striegelhaarig sind und später verkahlen. Die Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist 1 bis 2 selten bis 3 Millimeter lang und flaumig behaart. Die Nebenblätter sind linealisch-lanzettlich, leicht behaart und fallen früh ab. Die Blattspreite ist einfach, oval oder breit oval, selten verkehrt-eiförmig, 0,7 bis 2 Zentimeter lang und 0,5 bis 1 Zentimeter breit, mit spitzer oder selten mehr oder weniger stumpfer und manchmal stachelspitziger Blattspitze und breit keilförmiger Basis. Die Blattoberseite ist glänzend dunkelgrün, anfangs flaumhaarig, später beinahe kahl mit mehr oder weniger eingesenkten Blattadern; die Unterseite ist heller, anfangs ebenfalls flaumig behaart mit hervortretenden Blattadern. Die Herbstfärbung der Blätter ist braunrot.[3][4]

Die Blüten wachsen in 5 bis 6 Millimeter durchmessenden Blütenständen aus 2 bis 4 Blüten. Die Tragblätter sind linealisch-lanzettlich und leicht behaart. Die Blütenstiele sind leicht behaart und 1 bis 2 Millimeter lang. Die Blüten haben Durchmesser von 3 bis 4 Millimeter. Der Blütenbecher ist außen leicht behaart. Die Kelchblätter sind dreieckig, spitz und 1 bis 2 Millimeter lang. Die Kronblätter sind aufgerichtet, rosafarben, eiförmig oder länglich, 3 bis 4 Millimeter lang und 2 bis 3 Millimeter breit, mit stumpfer Spitze und kurz genagelter Basis. Die 10 bis 15 Staubblätter sind kürzer als die Kronblätter. Die Spitze des Fruchtknotens ist flaumig behaart. Die zwei freistehenden Griffel sind kürzer als die Staubblätter. Die Früchte sind rot, oval, leicht behaart und haben Durchmesser von 5 bis 7 Millimeter. Je Frucht werden meist zwei selten einer oder drei Kerne gebildet. Die Sparrige Zwergmispel blüht von April bis Juni, die Früchte reifen von September bis Oktober.[3][4]

Vorkommen und Standortansprüche[Bearbeiten]

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in den chinesischen Provinzen Anhui, Gansu, Guizhou, Hubei, Hunan, Jiangxi, Shaanxi, Sichuan, Xinjiang, Xizang, Yunnan und Zhejiang. In Österreich, Deutschland und Großbritannien ist die Art verwildert.[5] Die Sparrige Zwergmispel wächst in Bergwäldern und Strauchflächen in 1600 bis 3400 Metern Höhe auf mäßig trockenen bis frischen, schwach sauren bis stark alkalischen, sandig-kiesigen, sandig-lehmigen, felsigen und flachgründigen Böden an sonnigen bis lichtschattigen Standorten. Die Art ist frosthart.[4][3]

Systematik[Bearbeiten]

Die Sparrige Zwergmispel (Cotoneaster divaricatus) ist eine Art aus der Gattung der Zwergmispeln (Cotoneaster). Sie wird in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) der Unterfamilie Spiraeoideae, Tribus Pyreae der Untertribus der Kernobstgewächse (Pyrinae) zugeordnet.[6] Die Art wurde im Jahr 1912 von Alfred Rehder und Ernest Henry Wilson als Cotoneaster divaricata erstmals wissenschaftlich beschrieben.[5] Der Gattungsname Cotoneaster leitet sich vom lateinischen „cotoneum malum“ für die Quitte (Cydonia oblonga) ab. Die Endung „aster“ ist eine Vergröberungsform für Pflanzengruppen, die im Vergleich zu ähnlichen Gruppen als minderwertig betrachtet werden.[7] Das Artepitheton divaricatus stammt ebenfalls aus dem Lateinischen und bedeutet „auseinander gespreizt“ oder „sperrig“.[8]

Verwendung[Bearbeiten]

Die Sparrige Zwergmispel wird sehr häufig aufgrund ihrer bemerkenswerten Früchte und der auffallenden Herbstfärbung als Ziergehölz verwendet.[4]

Nachweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 9: Pittosporaceae through Connaraceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2003, ISBN 1-930723-14-8, S. 106.
  •  Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 229-230.
  •  Jost Fitschen: Gehölzflora. 12., überarbeitete und ergänzte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2007, ISBN 3-494-01422-1, S. 439.
  •  Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 543.
  •  Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutscher Name nach Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 229 und nach Fitschen: Gehölzflora , S. 439
  2. Deutscher Name nach Fischer, Oswald, Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol, S 543
  3. a b c Zhi-Yun Zhang, Hongda Zhang, Peter K. Endress: Cotoneaster divaricatus, in: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 9: Pittosporaceae through Connaraceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2003, ISBN 1-930723-14-8, S. 106.
  4. a b c d Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 229-230
  5. a b Cotoneaster divaricatus. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 29. April 2012 (englisch).
  6. D. Potter, T. Eriksson, R. C. Evans, S. Oh, J. E. E. Smedmark, D. R. Morgan, M. Kerr, K. R. Robertson, M. Arsenault, T. A. Dickinson, C. S. Campbell: Phylogeny and classification of Rosaceae. Plant Systematics and Evolution, Band 266, 2007, S. 5-43. doi:10.1007/s00606-007-0539-9
  7. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 181
  8. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 213

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cotoneaster divaricatus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Cotoneaster divaricatus. In: The Plant List. Abgerufen am 29. April 2012.