Spitzberg-Kaserne

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Spitzberg-Kaserne
Das hangabwärts gelegene Gebäude der Spitzbergkaserne (2014)

Das hangabwärts gelegene Gebäude der Spitzbergkaserne (2014)

Heute JVA und Wohnhaus
Gemeinde Koblenz
Koordinaten: 50° 21′ N, 7° 35′ OKoordinaten: 50° 20′ 54″ N, 7° 35′ 0″ O
Erbaut 1870/1914
Besitzer Justizvollzugsanstalt Koblenz
Ehemals stationierte Einheiten
Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4
Infanterieregiments Nr. 68
Reichsarbeitsdienst
Infanterie-Regiment 80
Deutsches ReichWar Ensign of Germany (1903-1918).svg
Deutsches ReichWar Ensign of Germany (1903-1918).svg
Deutsches ReichFlag of Germany (1935–1945).svg
Deutsches ReichWar Ensign of Germany (1935-1938).svg
Spitzberg-Kaserne (Rheinland-Pfalz)
Spitzberg-Kaserne

Lage der Spitzberg-Kaserne in Rheinland-Pfalz

Die Spitzberg-Kaserne in Koblenz war, zusammen mit der „Barackenkaserne“ und der „Fachwerkkaserne am Spitzberg“, ein Kasernenensemble der königlich preußischen Armee.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Spitzberg an der Simmerner Straße befand sich seit 1870 ein Barackenkasernement, bestehend aus sieben Mannschaftsbaracken, einer Wirtschaftsbaracke, dem Küchenhaus und einem Bürogebäude der Fortifikationsverwaltung. Belegt war diese Liegenschaft zunächst mit einem Bataillon des Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4, das 1894 durch das III. Bataillon des Infanterieregiments Nr. 68 ersetzt wurde. Die Nutzung endete 1898, die Baracken wurden dann abgebrochen. Bereits ab 1890 baute man zur Ergänzung einen einzelnen mehrstöckigen Kasernenbau mit einem Wirtschaftshaus. Diese Gebäude lagen unterhalb des Glacis der Feste Kaiser Alexander im I. Rayon und durften daher nach dem noch gültigen Rayonsgesetz von 1871 nur in schnell niederzulegender Fachwerkbauweise aufgeführt werden. Nach dem Tode der in Koblenz wohnenden Königin Augusta wurde deren Garde-Grenadier-Regiment abgezogen und nach Spandau verlegt. Danach bezog zunächst die 12. und später die 5. Kompanie des Infanterieregiments Nr. 68 die Kaserne. Im Jahre 1910 war das Gebäude soweit heruntergekommen, dass es wegen Baufälligkeit zunächst geräumt wurde. Allerdings war man bei Kriegsausbruch 1914 aus Platzmangel gezwungen hier nochmals eine Belegung durchzuführen, kurzzeitig wurde eine Kompanie des Reserve-Infanterieregiments Nr. 25 hier untergebracht. Die Gebäude existierten noch bis 1932 und wurden dann abgebrochen.

Als Ersatzbauten entstand bereits vorher unmittelbar an der Simmerner Straße eine neue Kaserne, die „Spitzbergkaserne“. Sie wurde in den Jahren 1911–1914 errichtet und bestand aus zwei, in einer Achse liegenden Mannschaftsblocks unterschiedlicher Größe, einem quer dazwischenliegenden Stabsgebäude, sowie einem dahinter liegenden Wirtschaftsgebäude. Hier zog das II. Bataillon des Infanterieregiments 68 ein.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das talabwärts gelegene, kleinere Gebäude in ein Wohnhaus umgebaut. Der Obere Block diente dem Reichsarbeitsdienst als Kaserne. Heute befindet sich hierin die Justizvollzugsanstalt Koblenz, was auch das ehemalige Stabs- und das Wirtschaftsgebäude einschließt.

Die gegenwärtige Architektur der beiden Häuser lässt darauf schließen, dass sie während der Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt wurden, da die Dächer und die Fassade ohne die, für die damalige Zeit typischen neubarocken Verzierungen erscheinen. Diese hat man beim Wiederaufbau solcher Zweckbauten meistens weggelassen (so z. B. bei der Langemarck-Kaserne und der Falckenstein-Kaserne).

Auf dem ehemaligen Kasernenareal wurden seither mehrere zusätzliche Bauten errichtet, so ein Gebäude innerhalb der JVA auf dem ehemaligen Exerzierplatz und drei Wohnhäuser außerhalb, eins steht an der Stelle des Mannschaftshauses der „Fachwerkkaserne am Spitzberg“.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rüdiger Wischemann: Die Festung Koblenz. Vom römischen Kastell und Preußens stärkster Festung zur größten Garnison der Bundeswehr. Rhenania Buchhandlung, Koblenz 1978.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Spitzberg-Kaserne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien