Springstille

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Springstille
Springstille
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Springstille hervorgehoben
Koordinaten: 50° 41′ N, 10° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Verwaltungs­gemeinschaft: Haselgrund
Höhe: 370 m ü. NHN
Fläche: 7,08 km2
Einwohner: 590 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km2
Postleitzahl: 98587
Vorwahl: 036847
Kfz-Kennzeichen: SM, MGN
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 067
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hergeser Weg 1
98587 Springstille
Webpräsenz: www.springstille.de
Bürgermeister: Hans-Gert Reich (FWG)
Lage der Gemeinde Springstille im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
Altersbach Aschenhausen Belrieth Benshausen Bermbach Birx Breitungen Brotterode-Trusetal Christes Dillstädt Einhausen (Thüringen) Ellingshausen Erbenhausen Fambach Floh-Seligenthal Frankenheim/Rhön Friedelshausen Grabfeld Henneberg (Thüringen) Hümpfershausen Kaltensundheim Kaltenwestheim Kühndorf Leutersdorf Mehmels Meiningen Melpers Metzels Neubrunn Oberhof Oberkatz Obermaßfeld-Grimmenthal Oberschönau Oberweid Oepfershausen Rhönblick Rippershausen Ritschenhausen Rohr Rosa Roßdorf (Thüringen) Rotterode Schmalkalden Schwallungen Schwarza Springstille Steinbach-Hallenberg Stepfershausen Sülzfeld Unterkatz Untermaßfeld Unterschönau Unterweid Utendorf Vachdorf Viernau Wahns Wallbach Walldorf (Werra) Wasungen Wölfershausen Zella-Mehlis ThüringenKarte
Über dieses Bild

Springstille ist eine Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen und gehört der Verwaltungsgemeinschaft Haselgrund an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Viernau hat.

Quellteich der Stille
Dorfkirche in Springstille

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Südhang des Thüringer Waldes in der Nähe des Rennsteiges. Südöstlich des Dorfes liegt der Quellteich des Flüsschens „Stille“, worauf auch der Name des Ortes zurückzuführen ist. Der Ort liegt in etwa 380 m ü. NN in einem Tal am Fuße des östlichen Ausläufers des „Stiller Steins“ und des „Stiller Berges“.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Springstille wurde bereits im Jahre 948 erstmals urkundlich unter dem Namen „Stillaha“ erwähnt und feierte somit im Jahre 1998 ihr 1050-jähriges Bestehen. Zu Zeiten von Kaiser Otto dem I. gehörte der Ort nebst dem benachbarten Schwarza zur Abtei Hersfeld. Der Ort war die älteste Siedlung im Amt Hallenberg. Seit 1274 gehörten Teile des Ortes sowohl zum Amt Hallenberg, als auch zu Schmalkalden. Die nach Schmalkalden gehörenden Güter werden 1360 in einem Urbar des Amtes Schmalkalden genannt, welches sich seit diesem Jahr unter einer hennebergisch-hessischen Doppelherrschaft befand und seit 1583 komplett zur Landgrafschaft Hessen-Kassel gehörte.[2]

1384 wurde der Ort in Stillerspringen umbenannt. Zwischen 1500 und 1806 lag Springstille im Fränkischen Reichskreis. In einer Urkunde des Grafen von Henneberg wurde der Ort 1536 als Stilspringen erwähnt. 1545 erreichte die Reformation den Ort. Im Dreißigjährigen Krieg sank die Bevölkerung auf 22 Familien.

Springstille war 1659 von Hexenverfolgungen betroffen. Margaretha Schmidt, Witwe, über 70 Jahre alt, geriet in einen Hexenprozess.[3]

Vollständig zum Amt Hallenberg kam der Ort im Jahre 1791. Die Eisenbahnstrecke von Schmalkalden nach Steinbach-Hallenberg wurde 1891 gebaut. 1902 erfolgte die Gründung des Sportvereins „Jahn“, 1921 die des MGV „Liedertafel“. Mit der 1959/1960 vollzogenen Gründung der LPG wurde Springstille ein vollgenossenschaftliches Dorf, gefolgt von den Gründungen des Dorfclubs und des Karnevalvereins 1969. Die Hasenhohle wurde 1971 als Kulturzentrum ausgebaut. Einen Sendemast errichtete man 1981 auf dem 513 m hohen Rödelsberg im Osten des Ortes.

Eine Besonderheit wird in der Chronik von 1659 erwähnt: Margaretha Schmidt wurde in einem Hexenprozess angeklagt und freigesprochen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Gemeinderat aus Springstille setzt sich aus 8 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen, die alle der Freien Wählergemeinschaft Springstille angehören. (Stand: Kommunalwahl am 27. Juni 2004)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Hans-Gert Reich wurde am 27. Juni 2004 gewählt.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht eine Partnerschaft mit der finnischen Gemeinde Lappajärvi.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher lebte Springstille fast ganz von der Landwirtschaft, und auch heute gibt es im Ort noch einige Landwirte, die die Felder ringsum bewirtschaften. Durch die L 1118 ist der Ort mit Herges-Hallenberg und Schmalkalden angebunden. Die 1891 gebaute Eisenbahnstrecke führt über Mittelstille durch die nördlich des Ortes liegenden Berge beim Hirzberg zum Haltepunkt Altersbach und zum Bahnhof Steinbach-Hallenberg, hat jedoch keinen Haltepunkt in oder bei Springstille.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Springstiller Kirche gilt mit als eine der ältesten in der Herrschaft der Abtei Hersfeld. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie zerstört, nur der Turm blieb erhalten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jakob Richard Ruhl (1878–nach 1942), deutscher Reichsgerichtsrat, geboren in Springstille

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank Luck (* 1967), Olympiasieger und Weltmeister im Biathlon, nach ihm ist eine Straße im Gewerbegebiet des Ortes benannt

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Peter Heckert: Steinbach unter Hallenberg – Geschichte einer hessisch-thüringischen Stadt. 1990, S. 14, (PDF).
  3. Kai Lehmann: Unschuldig. Hexenverfolgung südlich des Thüringer Waldes. Über 500 recherchierte Fälle aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Wehry-Verlag, Untermaßfeld 2012, ISBN 978-3-9813902-8-5, S. 341 f.; Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“. Bereich Springstille, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum (= Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland. Bd. 2). DOBU-Verlag, Hamburg 2003, ISBN 3-934632-03-3, S. 244 f., (Zugleich: Marburg, Universität, Dissertation, 2000).

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Website der Gemeinde

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Springstille – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien