Stechrochen

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Stechrochen
Blaupunktrochen (Taeniura lymma)

Blaupunktrochen (Taeniura lymma)

Systematik
Klasse: Knorpelfische (Chondrichthyes)
Unterklasse: Euselachii
Teilklasse: Plattenkiemer (Elasmobranchii)
ohne Rang: Rochen (Batoidea)
Ordnung: Myliobatiformes
Familie: Stechrochen
Wissenschaftlicher Name
Dasyatidae
Jordan, 1888

Die Stech- oder Peitschenschwanzrochen (Dasyatidae) sind eine Familie der Rochen. Die Familie umfasst fast 20 Gattungen mit über 90 Arten.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Art sind Stechrochen klein bis sehr groß (22 bis 260 cm breit). Die Rückenseite ist einfarbig oder mehr oder weniger stark gemustert und in der Regel dunkler als die Bauchseite. Der Körper ist unterschiedlich stark abgeflacht und zusammen mit den Brustflossen oval, annähernd rund oder rhombisch. Der Kopf ist vollständig in die Körperscheibe integriert. Die Schnauze ist eckig oder stumpf, manchmal auch stark verlängert. Die Rockartig um die Nasenöffnungen sitzenden Nasalhäute sind gut entwickelt. Stechrochen haben fünf Kiemenspalten. Der Schwanz kann kurz und kräftig sein aber auch mehr oder weniger lang mit einer schlanken Basis, manchmal auch sehr lang und peitschenartig. Die Rückenseite der Fische ist glatt oder sehr stachlig und trägt dornige Placoidschuppen oder Tuberkeln. Oft findet sich ein mittiges Dornenband. Rücken- und Schwanzflosse fehlen. Der Schwanz tägt einen bis vier Stacheln und mittig an der Unterseite, manchmal auch auf der Oberseite eine unterschiedlich stark entwickelte Hautfalte.[1]

Die Schwanzstacheln sind teilweise mit Widerhaken versehen und von Drüsengewebe umhüllt, das Gift enthält. Wie die Zähne der Rochen werden diese Stachel regelmäßig alle ein bis zwei Jahre ersetzt. Der stachelbewehrte Schwanz wird hauptsächlich zur Verteidigung eingesetzt und wird bei Gefahr nach vorne über den Körper geschlagen.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet der Stechrochen umfasst hauptsächlich den indopazifischen Raum zwischen dem Roten Meer und Ostafrika bis zu den Riffen vor der australischen Küste, aber auch im Atlantik gibt es Vorkommen, wie den Amerikanischen Stechrochen (Dasyatis americana) von den Kanaren bis vor die amerikanischen Küsten zwischen New Jersey und Brasilien oder den Gewöhnlichen Stechrochen (Dasyatis pastinaca) von der Nordsee bis zu den Kanaren. Die meisten Arten leben ausschließlich im Meer.

Anders als bei den Vertretern der Familie der Süßwasserstechrochen, die ausschließlich in Flusssystemen Südamerikas vorkommen, gibt es bei den Stechrochen auch Arten, die vom Meer aus die Flüsse hinauf wandern, wie etwa der Federschwanz-Stechrochen (Pastinachus sephen). Nur wenige Arten, wie der Laos-Stechrochen (Hemitrygon laosensis), leben ausschließlich in Flüssen.

Stachel eines Stechrochen

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Stechrochen werden etwa 90 Arten gezählt, die in 19 Gattungen und vier Unterfamilien zusammengefasst werden. Dazu kommen noch einige bekannte aber bisher unbeschriebene Arten.[1]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schwesterart einer Klade aus „Himantura“ schmardae, Süßwasserstechrochen (Potamotrygonidae) und Amerikanische Rundstechrochen (Urotrygonidae). Wird nur noch provisorisch den Dasyatidae zugeordnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Last, P.R., Naylor, G.J.P. & Manjaji-Matsumoto, B.M. (2016): A revised classification of the family Dasyatidae (Chondrichthyes: Myliobatiformes) based on new morphological and molecular insights. Zootaxa, 4139 (3): 345–368. doi: 10.11646/zootaxa.4139.3.2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stechrochen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien