Stein (Odenthal)

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Stein
Gemeinde Odenthal
Koordinaten: 51° 2′ 10″ N, 7° 7′ 1″ O
Postleitzahl: 51519
Stein (Odenthal)
Stein

Lage von Stein in Odenthal

Blick auf Stein
Blick auf Stein

Stein ist ein Wohnplatz in Unterodenthal in der Gemeinde Odenthal im Rheinisch-Bergischen Kreis.

Lage und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stein liegt an der Dhünn nördlich von Odenthal. Entstanden ist die Ortschaft um eine Mühle, der Stein-Mühle bzw. Steinermühle. Daran erinnert die Straßenbezeichnung Mühlenweg. Die Ortschaft besteht – im Wesentlichen über Jahrhunderte unverändert – aus einem Ensemble von Fachwerkhäusern rund um die Mühle.

Die Mühle wurde durch den Steiner Siefen angetrieben, der unterhalb von Stein in die Dhünn mündet. Angrenzend an Stein liegt das Naturschutzgebiet Dhünnaue.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon um das Jahr 1000 wurde Stein als erste Mühle des Odenthaler Herrenhofs erwähnt.[1][2] Eine Mühle wurde 1467 von Johann von Quade, Herr auf Gut Strauweiler, erbaut. Die deshalb auch zeitweise Quadenmühle oder Quadtmühle genannte Mühle gehörte damit zu den Besitztümern der jeweiligen Herren auf Strauweiler. So wurde sie neben weiteren Höfen 1527 an Adam von Hall vererbt.[3]

Aus einer erhaltenen Steuerliste von 1586 geht hervor, dass die Ortschaft Teil der Dorfhonschaft im Kirchspiel Odenthal war.[2]

Auf der Topographia Ducatus Montani des Erich Philipp Ploennies, Blatt Amt Miselohe ist der Wohnplatz 1715 mit mühl bezeichnet.

Carl Friedrich von Wiebeking zeichnet die Hofschaft auf seiner Charte des Herzogthums Berg 1789 als Mühle ein. Aus ihr geht hervor, dass Stein zu dieser Zeit Teil von Unterodenthal in der Herrschaft Odenthal war.[4]

Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde die Herrschaft aufgelöst und Stein wurde politisch der Mairie Odenthal im Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Bürgermeisterei Odenthal im Kreis Mülheim am Rhein.

Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 und auf der Preußischen Uraufnahme von 1840 als Stein verzeichnet. Ab der Preußischen Neuaufnahme von 1892 ist er auf Messtischblättern regelmäßig als Stein oder ohne Namen verzeichnet.

Die Ortslage gehörte seit jeher zur Pfarre Odenthal.

Eine Mühle selber wurde 1885 im Adressbuch noch vermerkt.[1]

Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner Wohn-

gebäude

Kategorie
1822[5] 25 Mühle
1830[6] Mühle
1845[7] 19 3 Wassermühle und Häuser
1871[8] 25 4 Hofstelle
1885[9] 11 4 Wohnplatz
1895[10] 20 3 Wohnplatz
1905[11] 16 4 Wohnplatz

Denkmalschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ensemble um die Mühle ist unter den Nummern 52, 53 und 54 in der Liste der Baudenkmäler in Odenthal eingetragen.

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ensemble beinhaltet unter anderem ein Mühlenmuseum.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Herbert Nicke: Bergische Mühlen, Auf den Spuren der Wasserkraftnutzung im Land der tausend Mühlen zwischen Wupper und Sieg, Wiehl 1998,
  2. a b Gerd Müller: Odenthal, Geschichte einer Bergischen Gemeinde, Herausgegeben von der Gemeinde Odenthal, Odenthal 1976
  3. Heribert Becker: Siedlungsgenetische Untersuchungen im südlichen Bergischen Land. Die Gestaltung ländlicher Siedlungstypen der vorindustriellen Zeit durch Sozialverfassung und Naturraumgefüge (Dissertation). Köln, 1980.
  4. Wilhelm Fabricius : Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898
  5. Alexander A. Mützell: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 1. Karl August Künnel, Halle 1821.
  6. Friedrich von RestorffTopographisch-statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830
  7. Uebersicht der Bestandtheile und Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften und einzeln liegenden benannten Grundstücke des Regierungs-Bezirks Cöln : nach Kreisen, Bürgermeistereien und Pfarreien, mit Angabe der Seelenzahl und der Wohngebäude, sowie der Confessions-, Jurisdictions-, Militair- und frühern Landes-Verhältnisse. / hrsg. von der Königlichen Regierung zu Cöln [Köln], [1845]
  8. Königliches Statistisches Bureau Preußen (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staats und ihre Bevölkerung. Die Rheinprovinz, Nr. XI. Berlin 1874.
  9. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1888.
  10. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1897.
  11. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft XII), Berlin 1909.