Steinerne Agnes

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Die Steinerne Agnes

Die Steinerne Agnes (1305 m ü. NN) ist eine bizarre Felsform am Dreisesselberg im Lattengebirge in den Berchtesgadener Alpen. Auf alten Karten findet sich die Bezeichnung Steinerne Sennerin.[1]

Die Felsformation südlich des Keilkopfes liegt in der Gemarkung Bischofswiesener Forst der Gemeinde Bischofswiesen, ist etwa 15 Meter hoch und besteht aus Ramsaudolomit.[2]

Die Besteigung des Felsens weist den Schwierigkeitsgrad V (UIAA) auf. Erstmals wurde die Steinerne Agnes 1929 von M. Hartmann und M. Bode erklettert.[3]

Einer Sage nach handelt es sich bei der Steinernen Agnes um eine versteinerte, gottesfürchtige und keusche Sennerin. Um sie vor den Nachstellungen des Teufels zu schützen, wurde sie in Stein verwandelt.[4] Nach anderer Überlieferung war sie ganz im Gegenteil eine Dirne, die ihr eigenes uneheliches Kind tötete und dafür versteinert wurde.[5]

Südlich und östlich der Steinernes Agnes befand sich die heute aufgelassene Rotofenalm (Hinterrotofen-Alm und Vorderrotofen-Alm), von der nur noch die rund 100 Meter südlich der Steinernen Agnes liegende Rotofenalm-Diensthütte besteht.[6][1]

Eine weitere ins Auge fallende Formation in dem Gebiet ist die im Volksmund so genannte Schlafende Hexe oder Montgelas-Nase, die am Ostende des Lattengebirges liegt.

Im Jahr 2006 erfolgte die Aufnahme der Steinernen Agnes in die Liste der 77 ausgezeichneten Nationalen Geotope Deutschlands.[7] Die Felsformation wurde außerdem vom Bayerischen Umweltministerium mit dem offiziellen Gütesiegel "Bayerns schönste Geotope" ausgezeichnet.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steinerne Agnes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Steinerne Agnes, Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 11. Oktober 2012
  • Steinerne Agnes, Geotopkataster des Bayerischen Landesamts für Umwelt, abgerufen am 3. August 2015

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b BayernAtlas: Uraufnahme (1808-1864). Steinerne Sennerin und Rothofen-Alpe
  2. Die Steinerne Agnes; abgerufen am 11. Juni 2009.
  3. Hermann Froidl: Bayern - Tirol für Kletterlehrlinge und Gesellen. Touristiktopoverlag, München 2006, ISBN 3-9802381-1-3.
  4. Wanderung zur Steinernen Agnes – Ein steinerner Pilz wächst aus dem Felsen; abgerufen am 11. Oktober 2012.
  5. Sagen.at - Die steinerne Agnes; abgerufen am 3. März 2013
  6. Rotofen-Alm. In: Datenbank AgrarKulturerbe. Gesellschaft für Agrargeschichte
  7. Hanni Eichner: Weitsicht einer Dame - Die "Steinerne Agnes" im Lattengebirge bei Berchtesgaden. In: Ernst-Rüdiger Look, Ludger Feldmann (Hrsg.): Faszination Geologie. Die bedeutende Geotope Deutschlands, E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 2006, ISBN 3-510-65219-3, S.152f.
  8. Bayerisches Landesamt für Umwelt: Ihre Hoheit - die Allerhöchste: Steinerne Agnes. In: Hundert Meisterwerke - Die schönsten Geotope Bayerns, Augsburg 2012, ISBN 978-3-936385-89-2, S. 188f.

Koordinaten: 47° 41′ 12″ N, 12° 54′ 32″ O