Stiftung Sankt Johannes

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150 Jahre Stiftung Behindertenwerk St. Johannes: Deutsche Briefmarke von 2010

Die Stiftung Sankt Johannes (ehemaliger Name: Stiftung Behindertenwerk St. Johannes) ist ein Sozialunternehmen mit Sitz im Ortsteil Schweinspoint von Marxheim. Sie ist größter Arbeitgeber der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Orden der Barmherzigen Brüder erwarb 1860 Schloss Schweinspoint und errichtete die ursprünglich Anstalt für unheilbar Kranke benannte Einrichtung.[1] Diese Anstalt wurde im Laufe der Jahrzehnte weiter ausgebaut. Neben den Barmherzigen Brüdern arbeiteten ab 1944 auch Schwestern des Ordens Maria Stern mit.

Im Dritten Reich wurden die Bewohner Opfer der „Euthanasie“, sie wurden unter anderem in die Tötungsanstalt Grafeneck verbracht.[2][3]

Das Jahr 1971 bedeutete eine Zäsur: der Orden der Barmherzigen Brüder gab die Stiftungsverwaltung auf, die Stern-Schwestern schieden aus und der Caritasverband für die Diözese Augsburg übernahm die Einrichtung. Seither wurde das Behindertenwerk zeitgemäß ausgebaut und erweitert.

Bundesweite Bekanntheit erreichte der Ort 2010 durch die Briefmarke 150 Jahre Stiftung Behindertenwerk St. Johannes in der Serie Dienst am Nächsten. Die Erstausgabe durch die Deutsche Post erfolgte am 9. September 2010, die Präsentation durch Staatsministerin Christine Haderthauer beim Festakt zum 150-jährigen Jubiläum am 17. September 2010 in Schweinspoint.

Einrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung betreibt Einrichtungen zur Förderung, Betreuung und Pflege für behinderte Mitbürger (Wohnheim und ambulante Einrichtungen) sowie das Diepoldzentrum und einen Betrieb der Donau-Lech-Werkstätten. Insgesamt betreut die Stiftung Sankt Johannes mit den weiteren Standorten in Neuburg an der Donau, Straß (Markt Burgheim), Rain und Donauwörth über 900 Menschen. Es ist damit einer der wichtigsten Dienstleister für Menschen mit Behinderungen in der Region.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.sanktjohannes.com/historie,43.html
  2. Thomas Stöckle u. a., Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (Hrsg.): „Euthanasie“ im NS-Staat: Grafeneck im Jahr 1940. Historische Darstellung. Didaktische Impulse. Materialien für den Unterricht. 2000. Anhang 5: Liste der Abgabeanstalten.
  3. Thomas Stöckle u. a., Gedenkstätte Grafeneck (Hrsg.): Die Opfer von Grafeneck 1940. abgerufen am 14. August 2017

Koordinaten: 48° 45′ 10,3″ N, 10° 57′ 4,6″ O