Straßenbahn Hiroshima

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Straßenbahn
Straßenbahn Hiroshima
Bild
Altwagen vor dem Atombombenmahnmal
Basisinformationen
Staat Japan
Stadt Hiroshima
Eröffnung 1912
Betreiber Hiroshima Dentetsu K.K.
Infrastruktur
Streckenlänge 19 km + 16,1 km (Eisenbahnstrecke)
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem 600 V = Oberleitung
Netzplan
„PICCOLO“ im Depot
„Green Mover max“
Combino auf der Hauptlinie
Von der Atombombenexplosion zerstörte Straßenbahn #651, 1945
Restaurierte Straßenbahnen #651 und #652 in der Nähe der Atombombenkuppel, 2006
Netzentwicklung (durchgezogen = Bestand, unterbrochen = stillgelegt)

Die Straßenbahn Hiroshima ist das Straßenbahnnetz in Hiroshima auf der Insel Honshū in Japan. Es wird durch die Privatgesellschaft Hiroshima Dentetsu (jap. 広島電鉄), kurz Hiroden (広電), betrieben. Nach der reinen Netzlänge handelt es sich um das größte derzeit betriebene Straßenbahnnetz Japans.[1]

Strecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Länge Linien Streckenführung Haltestellen Dauer von Start zum Ziel
Honsen (本線) 5,5 1, 2, 3, 5, 6, 7, 8 Bahnhof Hiroshima (広島駅) – Hiroden Nishi-Hiroshima (広電西広島) 20 32
Ujina-sen (宇品線) 5,7 1, 3, 5, 7 Hafen Hiroshima (広島港) – Kamiyachō-Higashi / Kamiyachō-Nishi (紙屋町東/紙屋町西) 19 30
Eba-sen (江波線) 2,6 6, 8 Eba (江波) – Dobashi (土橋) 7 13
Hakushima-sen (白島線) 1,2 9 Hakushima (白島) – Hatchōbori (八丁堀) 4 7
Minami-sen (皆実線) 2,5 5 Minamimachi 6-chōme (皆実町六丁目) – Matobachō (的場町) 7 11
Yokogawa-sen (横川線) 1,4 7, 8 Bahnhof Yokogawa (横川駅) – Tōkaichimachi (十日市町) 5 6

Daneben gibt es noch die Miyajima-sen (宮島線) bestehend aus 21 Haltestellen von Hiroden Miyajima-guchi (広電宮島口) nach Hiroden Nishi-Hiroshima (広電西広島) in der Nachbarstadt Hatsukaichi auf einer Gesamtlänge 16,1 km. Sie ist jedoch rechtlich als Eisenbahnstrecke klassifiziert, die vom Straßenverkehr getrennt verläuft und damit einen Stadtbahn-Charakter hat.

Linien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand: 11. Juli 2011)
Nr. Strecken Streckenführung / wichtige Haltestellen Haltestellen Dauer [min]
1 Honsen, Ujina Bahnhof Hiroshima – Hatchōbori – Kamiyachō-Higashi – Hafen Hiroshima 27 44
2 Honsen, Miyajima Bahnhof Hiroshima – Hatchōbori – Kamiyachō – Tōkaichimachi – Hiroden Nishi-Hiroshima (Koi) – Hiroden Miyajima-guchi 20 (Honsen) +
20 (Miyajima)
32 (Honsen) +
31 (Miyajima)
3 Ujina, Honsen Hafen Hiroshima – Kamiyachō-Nishi – Tōkaichimachi – Hiroden Nishi-Hiroshima (Koi) 29 48
5 Honsen, Minami, Ujina Bahnhof Hiroshima – Hijiyama-shita (比治山下) – Hafen Hiroshima 18 28
6 Honsen, Eba Bahnhof Hiroshima – Hatchōbori – Kamiyachō – Tōkaichimachi – Eba 20 35
7 Ujina, Honsen, Yokogawa Hiroden Honsha-mae (広電本社前) – Kamiyachō-Nishi – Tōkaichimachi – Yokogawa 15 25
8 Eba, Honsen, Yokogawa Eba – Tōkaichimachi – Yokogawa 12 21
9 Hakushima Hatchōbori – Hakushima 5 7

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Betrieb wurde 1912 mit Anlage der Honsen, Hakushima-sen und der Ujina-sen bis Miyuki-bashi (御幸橋) eröffnet, letztere 1915 bis zum Hafen erweitert. 1917 folgte die Yokogawa-sen und erst 1943/44 die Minami- und Eba-sen (mit gleichzeitiger Trassenverlegung im Übergang zur Honsen). Die Miyajima-sen wurde ausgehend vom Bahnhof Nishi-Hiroshima von 1922 bis 1931 errichtet; der durchgehende Betrieb mit der Straßenbahn wurde aber erst 1958 aufgenommen. Das Netz wurde durch den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima am 6. August 1945 aufs schwerste beschädigt, jedoch fuhr schon nach drei Tagen wieder die erste Straßenbahn und der Betrieb wurde vollständig wiederaufgebaut. Die Nachkriegszeit brachte neben Umtrassierungen an der westlichen Honsen und der Hakushima-sen kleinere Erweiterungen der Eba-sen (1954) und Ujina-sen (1967). Eine letzte kleine Erweiterung erfuhr wiederum die Ujina-sen 2003.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgesehen von einigen Parade- und Sonderwagen stehen für den Betrieb 61 hochflurige Einzelwagen und 37 dreiteilige Hochflur-Gelenktriebwagen („Green Liner“) aus verschiedenen Serien zur Verfügung. Seit 1999 lieferten außerdem Siemens zwölf fünfteilige Combino („Green Mover“) und ein japanisches Konsortium zehn fünf- („Green Mover max“) und acht dreiteilige („Green Mover Lex“/„Piccolo“/„Piccola“) Niederflur-Gelenktriebwagen.

Die Typenvielfalt und das Alter mancher Fahrzeuge führten zum Ruf des Betriebs als rollendes Trambahnmuseum (動く電車の博物館 ugoku densha no hakubutsukan); mittlerweile zeigt sich aber ein deutlich moderneres und einheitlicheres Bild.

Ab 1981 fuhren in Hiroshima zwei GT8-Wagen aus Dortmund zunächst im Linienverkehr, später überwiegend für Sonderfahrten. Ein Wagen (Tw 77) wurde 2006 verschrottet, der andere (Tw 76) wurde 2012 als Cafewagen neben der Hauptverwaltung der Hiroden aufgestellt. Aus Hannover kam 1988 der Aufbau-Tw 238, der (wegen fehlender Klimaanlagen überwiegend im Winter) gelegentlich auf Linien 8 und 9 eingesetzt wird.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Straßenbahn Hiroshima – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wird die Eisenbahnstrecke nach Miyajimaguchi nicht berücksichtigt, so ist es nur das zweitgrößte nach der Straßenbahn Kōchi.