Straßenkünstler

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Straßenkünstler
One man band
Straßenmaler

Straßenkünstler ist ein Sammelbegriff für Künstler, die sich im öffentlichen Raum produzieren. Die Haupteinnahmequelle der Straßenkünstler sind neben Gagen das sogenannte Hutgeld, welches im Anschluss an die Show vom Publikum gesammelt wird. Traditionelle Auftrittsorte von Straßenkünstlern in Europa sind z. B. der Covent Garden in London oder die Ramblas in Barcelona. Der Begriff umfasst:

Straßenkünstler treffen sich auf Straßenkünstlerfestivals. Bekannte Straßenkünstlerfestivals in Europa sind z. B. die Gauklerfeste in Berlin, Koblenz oder Feldkirch, Artisti di Strada in Ascona, La Strada in Bremen oder das Internationale Straßenkünstlerfestival in Villach.

Streetart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Öffentlichkeit auftretende Straßenkünstler im Englischen als Streetperformer bezeichnet.

Streetart hingegen meint bildende Künstler, welche legale oder illegale Kunstwerke im öffentlichen Raum schaffen. Hierbei steht meist nicht der performative Akt im Vordergrund, sondern das Werk an sich.

Hierbei kann es sich um Graffiti handeln. Künstler und Aktivisten nutzen jedoch in der reflektierten und kritischen Auseinandersetzung mit der Umgebung sowie gesellschaftspolitischen Themen auch eine Vielzahl anderer Ausdrucksmöglichkeiten.

Das Straßenkunstprogramm Hannover[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Straßenkunstprogramm der Landeshauptstadt Hannover von 1969[1] bis 1974 benutzte den Begriff Experiment Straßenkunst,[2] hat aber inhaltlich nichts mit Streetart oder der oben definierten Straßenkunst insbesondere durch darstellende Künstler zu tun. Die durch den Roten Faden zusammengehaltene Straßenkunst beinhaltete vor allem temporäre Kunst im öffentlichen Raum, die von der Landeshauptstadt im Rahmen eines Stadtmarketingprojektes offiziell und auf Kosten der Stadt für einen bestimmten Zeitraum in das Stadtbild eingefügt wurde. Von den damals aufgestellten Objekten sind einige wie die Nanas noch vorhanden. Diese Figurengruppe von Niki de Saint Phalle gehört inzwischen zum künstlerischen Wahrzeichen der Landeshauptstadt Hannover.

Vorfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ed Silver (Pseudonym) stellt seit 9 Jahren in der Innenstadt von Salzburg eine silberne, über einem Podest schwebende Mozartstatue dar und beeindruckt als Pantomime viele vorbeigehende Einheimische wie Touristen. Sonntag 29. November 2015, 14 Uhr wurde er im Bereich Alter Markt erstmals bestohlen, als ein Mann seinen Geldkübel wegnahm und Richtung Goldgasse wegzulaufen begann. Er rief um Hilfe "Holt die Polizei, verfolgt ihn!", lief ihm nach, bekam spontan Unterstützung und konnte den Täter an einem Jackenzipfel fassen. Der Dieb leerte den Eimer-Inhalt in seine Jackentasche und konnte sich noch einmal loszureissen. Als er in der Judengasse vom Künstler und einem hilfreichen Zeugen zu zweit gefasst wurde, leerte er seine Jackentasche wieder aus, wurde aber bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Einige Passanten halfen Silver beim Einsammeln des Großteils der Münzen vom Boden, andere steckten allerdings selbst Münzen ein. Als "Mozart" später wieder an seinem Platz war erkannte er einen Komplizen wieder, der dann ebenfalls gefasst wurde.[3]

Persönlichkeiten und Gruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte deutschsprachige Straßenkünstler sind beispielsweise Superbuffo (Comedy), Dirty Fred (Jonglage), Marco Assmann (Straßenzauberei), Bernd Witthüser (Musik) und Jajko (Komik).

Ivan Gantchev kam um 1993/1995 aus Bulgarien (erst 2007 in der EU) nach Graz und spielte in kleiner Gruppe in der Herrengasse rockige Straßenmusik, die gefiel. Die Anstellung durch einen Unterstützer erleichterte ihm rechtlich das Niederlassen in Österreich. Seit nunmehr einem Jahrzehnt ist er Kopf der bekannten Coverband Ivan's Party Breakers, die für Hochzeiten, Feiern und Feste engagiert wird.[4][5]

Einerseits kommt es vor, dass ein Maschinenbau-Student, der mit 7 Keulen jonglieren kann und nicht selten als Akrobat auftritt, später beruflich im Team – anerkannt unter dem Spitznamen "Daniel Düsentrieb" – in einem Weltkonzern Eisenbahn-Drehgestellen weiterentwickelt und seine Akrobatikfähigkeiten eher nur hobbymässig weiter betreibt. Andererseits gibt es mit Walter Moshammer einen promovierten Physiker, der am CERN über Hochenergiephysik forschte und doch seit 20 Jahren als Seiltänzer und Akrobat engagiert wird und so insbesondere auf Stadt-, Gaukler- und Mittelalterfesten auftritt. Dieser nützt sein Physikwissen, um grossformatige Kartenhäuser zu errichten oder ein nur aus zusammengesteckten Holzteilen bestehendes Leonardo-Rad zu bauen (um im Handstand darin mit ihm zu rollen), das auf Da Vinci zurückgeht.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helmut Knocke, Hugo Thielen: Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon, S. 40, 80
  2. Ines Katenhusen: Straßenkunstprogramm, in: Stadtlexikon Hannover, S. 608f.
  3. http://www.krone.at/Salzburg/Fieser_Dieb_stahl_Geld_vom_silbernen_Mozart-Taeter_verfolgt-Story-484554 Täter verfolgt : Fieser Dieb stahl Geld vom "silbernen Mozart", krone.at 30. November 2015, abgerufen 8. Dezember 2015.
  4. http://www.ivanspartybreakers.com Website der Band Ivan's Party Breakers
  5. http://www.weinlandhochzeit.at/Sonstiges/Musik.htm Die Begleitung an Ihrem Hochzeitstag, weinlandhochzeit.at (Hochzeiten auf 8 steirischen Schlössern im Steirischen Weinland), abgerufen 8. Dezember 2015.
  6. http://norbertlipp.com/index.php?option=com_content&view=article&id=61:zirkus-meer&catid=5&Itemid=117 Norbert Lipp, Kultur- und Medienmanagement : Zirkus Meer, Walter Moshammer, abgerufen 8. Dezember 2015.