Stupidedia

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Stupidedia
Logo der Stupidedia
www.stupidedia.org
Motto Wissen Sie Bescheid? Nein? Wir auch nicht!
Beschreibung Satire-Wiki mit Schlagwort-Artikeln, Forum und diversen Projekten
Registrierung optional (anonyme Beiträge ausgesetzt)
Sprachen Deutsch
Eigentümer David Sowka
Urheber David Sowka
Erschienen 17. Dezember 2004
Artikel 23.948
Status „inaktiv“ online, d. h. wird sukzessive archiviert und beendet

Die Stupidedia (von englisch Stupid und encyclopedia bzw. Wikipedia) war ein deutschsprachiges Wiki mit dem Spitznamen Stupi, das am 17. Dezember 2004[1] vom österreichischen Autor David Sowka gegründet wurde. Stupidedia benutzte, wie auch viele andere Wikis, die MediaWiki-Software, jedoch gab es keine Zusammenarbeit oder gar eine organisatorische Zusammengehörigkeit mit der Wikimedia Foundation, die u. a. auch die Wikipedia betreibt. Der aktive Betrieb wurde zum 31. Januar 2018 eingestellt.[2]

Die Stupidedia finanzierte sich durch Werbung. Nach anfänglichen Problemen mit der ursprünglichen eigenen U&T-Lizenz wurde die GNU-FDL eingeführt.

Artikel in der Stupidedia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispiel für einen Schnellöschantrag („Katastrophenalarm“) bei der Stupidedia
Fiktives Lebewesen: Eine „Flaminkuh“ gezeichnet für einen Artikel auf der Stupidedia

Auf der Stupidedia gab es rund 24.000 Artikel. Täglich kamen durchschnittlich etwa ein bis zwei neue Artikel dazu, alle bestehenden Artikel waren kategorisiert. In der Stupidedia wurden Begriffe in erster Linie in einer humoristischen oder satirischen Form dargestellt.

Ungeachtet der Tatsache, dass es sich bei der Stupidedia um ein „Spaßprojekt“ handelte, wurden eindeutige Regeln[3] definiert, welche die Autoren auf die Art des gewünschten beziehungsweise unerwünschten Inhalts aufmerksam machen sollten. So sind z. B. Gewaltverherrlichung, Pornographie, Rassismus etc., grob beleidigende Artikel („Bashing“) und solche, deren Sinn sich nur einem kleinen Personenkreis erschließt („Insider“) verboten gewesen. Auch stellte das Projekt Anforderungen an Orthographie und Stil der Beiträge. Die Durchsetzung dieser Leitsätze wurde durch die Kontrolle durch andere Nutzer, insbesondere die Diktatoren, (siehe Abschnitt Benutzerränge), gewährleistet.

Die Artikel waren drei verschiedenen Namensräumen zugeordnet, die sich in den inhaltlichen und formalen Anforderungen an die enthaltenen Artikel unterschieden. So waren im Hauptnamensraum, der den Kern der Stupidedia darstellte, lediglich Artikel zugelassen, die in einem enzyklopädischen Stil verfasst wurden; Gedichte, Reportagen, Dramen und andere Einträge, die sich nicht sachlich mit einem Thema befassen, fanden in einem Diverses-Namensraum ihren Platz. Der dritte große Teilbereich der Stupidedia waren die Spiegelwelten, die sich stilistisch am Hauptraum orientierten. In ihnen waren die Autoren angehalten, innere Widersprüche zu vermeiden. Durch die Schöpfung erfundener Staaten auf einer ebenso erfundenen Weltkarte entstand so eine Art eigenes Universum.[4]

Vor allem Artikel, die unliebsame Personen des öffentlichen Lebens oder Prominente zum Thema hatten, waren mitunter beleidigend; beispielsweise wurden Artikel über derartige Personen in der Kategorie Kotzbrocken oder Dumm wie Scheiße gesammelt. Teilweise mussten Stupidedia-Artikel wegen Beschwerde der betroffenen Personen entfernt werden. So wurden die Artikel über Bushido, Jan van Helsing, Michel Friedman, Heino, Dolly Buster, Nanu-Nana, den Friesischen Rundfunk, die Partei Graue Panther, die Volksgruppe der Zigeuner oder Tine Wittler gesperrt.

In zahlreichen Artikeln fanden sich ein oder mehrere Bilder, die häufig mit satirischen Kommentaren versehen waren. Diese Bilder konnten in den ersten Jahren extern in die Artikel eingebunden oder von beliebigen Quellen entnommen und anschließend hochgeladen werden. In späteren Jahren mussten sämtliche hochgeladenen Bilder in der Stupidedia mit Quellenangaben und den zugehörigen Lizenzen versehen werden, um Schadensersatzforderungen zu vermeiden. Externes Einbinden war nicht mehr erlaubt und grundsätzlich technisch nicht mehr möglich. Die Stupidedia besaß weiterhin eine eigene ALS-Lizenz (Autorenlizenz für die Stupidedia), die von Usern für eigene Werke verwendet werden konnte und nur deren Verwendung innerhalb der Enzyklopädie und außerhalb mit Genehmigung des Erstellers zuließ

Benutzerränge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ähnlich wie bei Wikipedia durfte sich an der Stupidedia grundsätzlich jeder anonym beteiligen; die Anmeldung war dabei optional. Angemeldete Nutzer konnten sich jedoch Artikel für die Zeit der Ausarbeitung schützen. Zudem konnten sie mit steigendem Ansehen zum Helden der Arbeit, später auch zum Funktionär und schließlich zum Diktator befördert werden.

Der Rang des Helden der Arbeit war zunächst eine Belohnung für gutes Engagement, die von jedem Funktionär oder Diktator frühestens 30 Tage nach Anmeldung des Nutzers ausgesprochen werden konnte. Der Held der Arbeit galt als in der Community etablierter, vertrauenswürdiger User; so mussten zum Beispiel seine Änderungen nicht mehr aktiv kontrolliert werden.[5]

Wurde ein Held der Arbeit durch sein Handeln als dafür fähig befunden oder stellte er einen Antrag und wurde dieser bewilligt (was bei selbstgestellten Anfragen faktisch nie vorkam), konnte er frühestens nach weiteren 30 Tagen seit seiner letzten Beförderung durch die Diktatoren zum Funktionär befördert werden. Dieser nahm in der Stupidedia eine Moderatorrolle ein, sodass er unter anderem Löschanträge entfernen und Abstimmungen beenden durfte. [6]

Die Diktatoren nahmen die Administratorrolle auf der Stupidedia ein. Sie konnten Artikel schützen oder löschen, Benutzer mahnen und sperren und waren die letzte Instanz in allen Entscheidungen. Sie konnten nach Diskussion und Abstimmung der bestehenden Diktatoren von diesen ins Amt erhoben werden.[7]

Seit dem Ende des aktiven Betriebs sind Bearbeitungen für anonyme Nutzer gesperrt. Auch konnten sich keine neuen Nutzer mehr registrieren. Bestehende Nutzer waren noch einige Wochen in der Lage, an dem Projekt weiterzuarbeiten, bis auch dies ohne weitere Ankündigung deaktiviert wurde. Mittlerweile ist es für keinen Nutzer, gleich welchen Ranges, mehr möglich, sich anzumelden oder Änderungen vorzunehmen.

Wettbewerbe und Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Mitte 2006 gab es die sogenannten Hammer-Artikel, welche von Benutzern vorgeschlagen wurden und nach einer erfolgreichen offenen Abstimmung, an der alle Benutzer teilnehmen können, mit dem „Hammer“ ausgezeichnet werden konnten. Als Auszeichnung neu war seit Anfang August 2012 die Auszeichnung eines Gelungenen Artikels, welche zwischen einem nichtausgezeichneten und einem Hammerartikel gesehen wurde.[8] Auch zeichneten die Diktatoren mittels interner Wahl manche Hammer-Artikel als Goldpokalartikel[9] aus. Von den Usern als herausragend anerkannte und in der internen Hall of Fame[10] geführte Artikel wurden nacheinander als Artikel der Woche auf der Hauptseite vorgestellt.

Es gibt auch den Stupid Contest.[11] Ziel war es, bis zu einem bestimmten Stichtag den besten Artikel zu einem vorgegebenen Thema zu verfassen und sich gegen die anderen Teilnehmer durchzusetzen. Die Jury, bestehend aus sehr aktiven Usern, verteilte Punkte in den Kategorien Humor, Sprache und Gestaltung/Layout. Ausgetragen wurde dieser in meist rund zweimonatlichen Zeitabständen und sollte gezielt zu qualitativ höherwertige Beiträge zu festgelegten Schwerpunkten führen.

Des Weiteren existierte ein Stupid Art Contest,[12] bei dem selbst erstellte Bilder und Fotomontagen bewertet wurden und der versuchte, ein breiteres Spektrum an Hobbykünstlern zu erfassen, um die Problematik der Bilder mit nicht nachvollziehbarer Nutzungserlaubnis durch eigens für die Stupidedia geschaffene zu verbessern und darüber hinaus auf künstlerischer Ebene eine gewisse Unverwechselbarkeit herzustellen.

Ein kleinerer Wettbewerb war der sogenannte Stub des Monats,[13] der monatlich stattfand. Dort konnten überarbeitete Artikel eingereicht werden, die vor der Überarbeitung entweder zu kurz waren oder wegen starker inhaltlichen Schwächen in der Liste der Qualitätsoffensive (QO) aufgeführt wurden. Die allgemeine Beteiligung am Wettbewerb war meist erheblich geringer als beim Stupid Contest. Auch beim Stub des Monats wurde der Sieger durch Userabstimmung gekürt.

Seit dem Sommer 2012 existierte zusätzlich zum Stupid Contest ein Mini-Contest.[14] Dem wurde in der Regel eine geringere Aufmerksamkeit als dem Stupid Contest zu teil. Er wurde in unregelmäßigen Abständen ausgetragen, zu jeder Contest-Ausgabe gab es ein spezielles Thema, nach denen sich die teilnehmenden Autoren richten mussten.

Das Artikelduell war eine Möglichkeit, bei der sich Autoren gegenseitig um den besseren Artikel messen konnten.[15] Hierbei suchten sich zwei Autoren jeweils einen Artikel aus, mit denen sie gegeneinander antreten wollen und bestimmten den Zeitpunkt, zu dem beide Autoren ihr Werk fertiggestellt haben mussten. Nach der Beendigung der Schreibzeit konnte jeder User der Stupidedia abstimmen, welchen er besser findet. Der Autor bzw. der Artikel mit den meisten Stimmen wurde zum Sieger des Duells erklärt.

Bei dem Stupid Literature Contest[16] handelte es sich um einen unregelmäßigen Wettbewerb, wobei das Thema so ausgelegt war, dass die Autoren mit ihren teilnehmenden Artikeln den Diverses-Namensraum füllen. Die Contestbeiträge wurden von einer Jury bewertet.

Erstmals veranstaltete die Stupidedia den Interwiki-Contest im August 2012 bis zum September 2012, wo – anders als beim Stupid Contest – die Konkurrenzwikis Kamelopedia und Uncyclopedia teilnehmen sollten. Dies wurde jedoch wieder abgebrochen, weil ein Mangel an Teilnehmern aus den anderen Wikis herrschte.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Projekt machte auch dadurch auf sich aufmerksam, dass es bestimmte Ereignisse aus dem Weltgeschehen in einem Großprojekt aus mehreren Artikeln und dem zugehörigen Umfeld parodierte. So wurde zum Beispiel der Irakkrieg in den Spiegelwelten als „Ozeanienkonflikt“ dargestellt.[17]

Das umfassendste Großprojekt dieser Art war die Parodie auf die Fußball-Europameisterschaft 2008, welche in der Stupidedia als Universumsfußballmeisterschaft 2008 parodiert wurde.[18] Diese war – aus fiktiven Staaten und deren Mannschaften – bis ins kleinste Detail von den einzelnen Autoren organisiert und veröffentlicht worden. Eine zweite Auflage unter dem Titel Universumsfußballmeisterschaft 2010 fand parallel zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 statt,[19] eine dritte Meisterschaft wurde parallel zur EM 2012 ausgetragen.[20]

Der satirischen Eigendarstellung der Stupidedia gemäß ist die Wikipedia eine Parodie auf die Stupidedia.[21]

Seit dem Jahr 2014 gab es das Projekt Stupidedia hilft!, dort können User alle möglichen Fragen stellen und die „Experten“ der Stupidedia beantworteten diese in einer satirischen Weise.[22]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Albaner – Stupidedia. In: stupidedia.org. Abgerufen am 9. Oktober 2016.
  2. Bekanntmachung der Einstellung des aktiven Betriebs. In: stupidedia.org. Abgerufen am 3. Februar 2018.
  3. Stupidedia:Richtlinien. In: stupidedia.org. Abgerufen am 9. Oktober 2016.
  4. Namensraumübersicht in der Stupidedia. Abgerufen am 28. Oktober 2015.
  5. Helden der Arbeit in der Stupidedia. Abgerufen am 28. Oktober 2015.
  6. Funktionäre in der Stupidedia. Abgerufen am 28. Oktober 2015.
  7. Diktatoren in der Stupidedia. Abgerufen am 28. Oktober 2015.
  8. Stupidedia:Ausgezeichnete Artikel. In: stupidedia.org. Abgerufen am 9. Oktober 2016.
  9. Kategorie:Stupidedia:Goldpokal. In: stupidedia.org. Abgerufen am 9. Oktober 2016.
  10. Portal:Hall of Fame. In: stupidedia.org. Abgerufen am 9. Oktober 2016.
  11. Stupidedia:Stupid Contest. In: stupidedia.org. Abgerufen am 9. Oktober 2016.
  12. Stupidedia:Stupid Art Contest. In: stupidedia.org. Abgerufen am 9. Oktober 2016.
  13. http://www.stupidedia.org/stupi/Stupidedia:Qualit%C3%A4tsoffensive/Brigade_QO/Stub_des_Monats Stub des Monats mit Erläuterung
  14. Stupidedia:Mini-Contests. In: stupidedia.org. Abgerufen am 9. Oktober 2016.
  15. Stupidedia:Artikelduell. In: stupidedia.org. Abgerufen am 9. Oktober 2016.
  16. Stupidedia:Stupid Literature Contest. In: stupidedia.org. Abgerufen am 9. Oktober 2016.
  17. Spiegelwelten:Ozeanienkonflikt – Stupidedia. In: stupidedia.org. Abgerufen am 9. Oktober 2016.
  18. Universumsfußballmeisterschaft 2008 – Stupidedia. In: stupidedia.org. Abgerufen am 9. Oktober 2016.
  19. Spiegelwelten:Universumsfußballmeisterschaft 2010 – Stupidedia. In: stupidedia.org. Abgerufen am 9. Oktober 2016.
  20. Universumsfußballmeisterschaft 2012 mit Details
  21. Wikipedia – Stupidedia. In: stupidedia.org. Abgerufen am 9. Oktober 2016.
  22. Stupidedia:Hilft! In: stupidedia.org. Abgerufen am 9. Oktober 2016.