Sumpfenzian

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Sumpfenzian
Sumpfenzian (Swertia perennis)

Sumpfenzian (Swertia perennis)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)
Gattung: Swertia
Art: Sumpfenzian
Wissenschaftlicher Name
Swertia perennis
L.

Der Sumpfenzian (Swertia perennis), auch Blauer Tarant, Blauer Sumpfstern, Moorenzian, Blauer Sumpfstern oder Tarant genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Swertia innerhalb der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Atlas der Alpenflora
Habitus
Ausschnitt eines Blütenstandes mit gestielten Blütenknospen und offenen Blüten

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Swertia perennis wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 60 Zentimetern. Der Stängel ist kantig.

Die unteren Laubblätter sind eiförmig und wechselständig. Die oberen Laubblätter sind lanzettlich, gegenständig und kleiner.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blüten stehen in einem lockeren, rispentraubigen Blütenstand zusammen.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und vier- oder fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die stahlblauen bis trübvioletten Kronblätter sind bis fast zum Grund voneinander getrennt und sind sternförmig ausgebreitet. Sie besitzen oft dunklere Punkte oder Streifen. Die Kronzipfel haben am Grund je zwei fransig abgedeckten Nektargrübchen. Die Blütenkrone ist stieltellerförmig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bestäubung erfolgt vor allen durch Fliegen und Käfer.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltweit gibt es etwa 90 Swertia-Arten mit der Hauptverbreitung in den asiatischen Gebirgen. In den Alpen kommt jedoch nur diese Art vor. Swertia perennis ist in den Alpen, Pyrenäen bis zum Balkan verbreitet. Als Standort werden kalkarme Flach- und Quellmoore, Feuchtwiesen von der Tallage bis in etwa 2500 Meter über dem Meeresspiegel bevorzugt. In Österreich zerstreut vorkommend, fehlt im Burgenland und Wien. Gilt in den westlichen Alpen, im nördlichen Alpenvorland sowie im pannonischen Gebiet als gefährdet. Im Jahr 2006 zerstreute Funde in der Weißen Tatra (Slowakei) auf 1000 bis 1500 Meter sowie in der Westtatra. 2011 noch im polnischen Riesengebirge (Karkonosze) auf 1000 bis 1200 Meter gefunden.

Isolierte Vorkommen befinden sich unter anderem

Swertia perennis ist in Deutschland besonders geschützt nach Bundesartenschutzverordnung, Anlage 1.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen. Erkennen und bestimmen (= Steinbachs Naturführer). Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11482-3.
  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • Georg Priehäusser : "Über die Standortsverhältnisse des Vorkommens von Sweertia perennis im Bayerischen Wald", Regensburg 1971, Denkschriften der Regensburgischen Botanischen Gesellschaft, XXVIII.Bd. Neue Folge XXII.Bd.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 752–753.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sumpfenzian (Swertia perennis) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien