Szczebrzeszyn

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Szczebrzeszyn
Wappen von Szczebrzeszyn
Szczebrzeszyn (Polen)
Szczebrzeszyn
Szczebrzeszyn
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lublin
Powiat: Zamość
Fläche: 29,04 km²
Geographische Lage: 50° 41′ N, 22° 58′ OKoordinaten: 50° 41′ 0″ N, 22° 58′ 0″ O
Höhe: 202 m n.p.m.
Einwohner: 5153
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 22-460
Telefonvorwahl: (+48) 84
Kfz-Kennzeichen: LZA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: KielceZamość
Schienenweg: WarschauRawa Ruska
Nächster int. Flughafen: Rzeszów-Jasionka
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 13 Schulzenämter
Fläche: 123,16 km²
Einwohner: 11.434
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 93 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0620133
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Marian Mazur
Adresse: pl. Kościuszki 1
22-460 Szczebrzeszyn
Webpräsenz: www.szczebrzeszyn.pl



Szczebrzeszyn [ʃtʃɛ'bʒɛʃɨn] Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i ist eine polnische Stadt im Powiat Zamojski der Woiwodschaft Lublin mit etwa 5.300 Einwohnern und zugleich Sitz einer Stadt- und Landgemeinde. Szczebrzeszyn liegt am Fluss Wieprz an der Straße von Kielce zur ukrainischen Grenze.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus mit der Käferskulptur, die einen bekannten polnischen Zungenbrecher illustriert

Im Ort befand sich eine mittelalterliche Burg, die die Handelsstraße von Kiew nach Krakau schützen sollte („Rotenbürgen“). Ursprünglich zum Fürstentum Halytsch-Wolodymyr gehörend fiel Szczebrzeszyn 1366 an Polen. Vierzehn Jahre zuvor war der Ortsname in einem Dokument König Kasimirs des Großen als „Stadt“ erstmals erwähnt worden. Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts gehörte es vorübergehend der Adelsfamilie Górka, die es zu einem Zentrum des calvinistischen Glaubens machte. Ab etwa 1550 siedelte sich eine große jüdische Gemeinde an. Nach dem Übergang auf die Herrschaft der Zamoyskis 1593 wurde die wirtschaftliche Förderung verstärkt, es setzte jedoch auch eine Rekatholisierung ein. Im 17. Jahrhundert verwüsteten nacheinander Kosaken (1648), Schweden (1656) und Tataren (1672) die Stadt. Im 18. Jahrhundert setzte ein Prozess wirtschaftlicher Neuorientierung ein, der Szczebrzeszyn zu einem Zentrum des Weberhandwerks machte. Mit der Ersten Teilung Polens wurde es 1772 österreichisch. Die Behörden des Herzogtums Warschau, zu dem es für sechs Jahre gehörte, verlegten die alte Akademie aus Zamość 1809 hierher, sie bestand bis 1852. 1815 wurde Szczebrzeszyn Teil des russischen Kongresspolens, 1918 wieder polnisch. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht richteten die Besatzer ein Ghetto für die etwa 4.000 jüdischen Bewohner der Stadt ein. 1942 wurde es aufgelöst, die Insassen nach Belzec und in das Ghetto Izbica deportiert und ermordet. Im Rahmen der Aktion Zamość wurde zudem ein Großteil der einheimischen polnischen Bevölkerung vertrieben und durch zwangsumgesiedelte Volksdeutsche ersetzt. In der Region waren Einheiten der polnischen Untergrundarmee tätig, die die Stadt auch am 25. Juli 1944 befreiten. Von 1975 bis 1998 gehörte sie zur Woiwodschaft Zamość.

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Szczebrzeszyn besteht neben der Stadt selbst aus den 13 Schulzenämtern Bodaczów, Brody Duże, Brody Małe, Kawęczyn, Kawęczynek, Kolonia Lipowiec, Kolonia Niedzieliska, Niedzieliska, Kąty I, Kąty II, Wielącza Kolonia, Wielącza Poduchowna und Wielącza Wieś.

Weitere Orte der Gemeinde sind Czarny Wygon und Wymysłówka.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kościuszko-Platz in Szczebrzeszyn

In der Stadt hat sich trotz der Zeitläufe eine Reihe historischer Gebäude erhalten. Dazu zählen die Pfarrkirche von 1620, die Franziskanerkirche von 1638 mit den umgebauten Klostergebäuden, eine Synagoge aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, das klassizistische ehemalige Akademiegebäude mit Professorenhäusern aus den Jahren 1819 und 1822 und nicht zuletzt die griechisch-katholische Kirche, deren älteste Teile aus dem 12. Jahrhundert stammen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Polen und alle Polnischlernenden ist die Stadt wegen eines Zungenbrechers des Schriftstellers Jan Brzechwa bekannt. Die Formulierung „W Szczebrzeszynie chrząszcz brzmi w trzcinie“ [fʃtʃɛbʒɛˈʃɨɲɛ ˈxʃɔ̃ʃtʃ ˈbʒmʲi ˈftʃtɕiɲɛ] Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i (etwa: „In Szczebrzeszyn tönt der Käfer im Schilfrohr“) soll die Probleme illustrieren, die Vielzahl von Zischlauten auszusprechen. Die Stadt hat Brzechwa zu Ehren ein Denkmal errichtet, das einen Geige spielenden Käfer in der Nähe einer kleinen Quelle zeigt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zygmunt Klukowski: Tagebuch aus den Jahren der Okkupation : 1939-1944. Herausgeber Christine Glauning, Ewelina Wanke. Einleitung Ingrid Loose. Übersetzung aus dem Polnischen Karsten Wanke. Berlin : Metropol, 2017
  • Zygmunt Klukowski: Dziennik 1944–1955, Lublin 1990 (postum)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Szczebrzeszyn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.